Geschichte erleben

Ich liebe ja Action-Filme und -Serien. Da darf auch gerne ein wenig Weltuntergang dabei sein! So landete ich auch bei „The Last Ship“. Gut ehrlich gesagt landete ich bei Eric Dane… Muss ich nicht näher erklären oder…..Nach seinem Ausstieg aus Grey´s Anatomy hatte ich Entzugserscheinungen. Also schaute ich The Last Ship.

Da ist er Kapitän eines amerikanischen Kriegsschiffes auf einem Forschungseinsatz, mit Funkstille. Als das Schiff wieder mit der Zivilisation in Kontakt tritt, ist bereits eine Pandemie dabei die Weltbevölkerung schnellsmöglich zu dezimieren. Ein tödlicher Virus greift um sich. Das war meine Vorstellung von einer Pandemie. Natürlich von Hollywood geprägt, wovon auch sonst! Schließlich haben wir so etwas noch nie in echt erlebt! Weiterlesen

Grenzen suchen

Die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister ist irgendwie so ganz anders, als alles was ich von meinen Chefs bisher kannte. Normalerweise gibt es eine klare Zuordnung. Wofür man zuständig ist. Man bekommt eine Einweisung von einem/einer Vorgängerin und man übernimmt einfach einen Job. Auf politischer Ebene ist das ein wenig anders. Du wirst gewählt und bekommst einen Bereich zugeordnet. Und niemand gibt dir dafür eine Gebrauchsanweisung in die Hand. Also habe ich einfach mal begonnen mich in die Materie einzuarbeiten. Ich fragte der Buchhalterin Löcher in den Bauch und stieg mit jedem Treffen, ein wenig tiefer ein. So weit so gut. Alles was ich erfuhr, schrieb ich zusammen und übermittelte es auch – ungefragt – dem Bürgermeister. Einfach weil ich der Meinung war, er solle gerade im Bereich Finanzen voll informiert sein. Weiterlesen

Leader

Kurz gesagt, Glück gehabt!

„Die größte Krise seit dem zweiten Weltkrieg“ – O-Ton irgendwer im Fernsehen.

Stell dir vor die Krise wäre vor einem Jahr gewesen….

Bundesebene!
Es ist vor dem Ibiza-Video. Wir haben noch die alte Regierung. Mit den Blauen im Innen- und Verteidigungsministerium! Welche Szenarien kommen da gerade in euch hoch? Bei mir keine schönen!
Möglichkeit eins – Verleugnung der Gefahr und setzen auf Durchseuchung
Möglichkeit zwei – totale Überwachung jedes Einzelnen
Möglichkeit drei – schwer bewaffnete Polizei und Bundesheer auf den Straßen

Was haben wir heute: Strenge Maßnahmen, demokratisch beschlossen. Eine Regierung die auf Information setzt. Manche sagen die ständigen Pressekonferenzen nerven sie, ich sage Danke! Natürlich machen sie nicht gleich alles richtig. Das kann ich ihnen aber verzeihen, weil ich den Eindruck habe das sie ihr Bestes tun und wenn etwas nicht gleich klappt, wird nachjustiert. Sie beschließen ein Paket, es reicht nicht, dann kommt ein paar Tage später die Erhöhung. Wir haben Minister die sachlich argumentieren können. Die Rede und Antwort stehen und auch mal in den Unterlagen nachschauen müssen, weil sie eben auch nur Menschen sind. Das ist das, was mich positiv für sie einnimmt. Und sie dürften auf Experten hören. Auch das finde ich gut!
Weiterlesen

Ehrenamt

Voriges Jahr war ich ja wirklich viel ehrenamtlich unterwegs. Im Sommer war ich zwei Monate fast jedes Wochenende vor Ort und niemand hat das hinterfragt.

Im Herbsts kam dann ein zusätzliches Standbein dazu. Ich kam zu der Bürgerbewegung hatte hin und wieder am Samstag einen Termin. Also war ich nicht mehr ganz so flexibel und konnte auch nicht mehr ständig spontan einspringen.

So oft ich konnte, war ich trotdem dort. Dann passierten ein paar Dinge in kurzer Zeit. Eine Kundin – die von uns gratis Essen bekam – kam mir extra blöd. Sie hat sich sogar im Nachgang über eine Kollegin von mir, bei der Chefin unserer damaligen Chefin beschwert, woraufhin diese uns „interviewt“ hat, was da los war. Das fand ich nicht gut. Statt Wertschätzung dafür dass wir unsere Freizeit freiwillig zur Verfügung stellen, wirst noch angepflaumt und wenn du dir das nicht gefallen lässte, dann musst dich erklären. Weiterlesen

Allein sein

Stell dir vor, du haderst jahrzehntelang mit deiner Kindheit. Mit deinem Start in das Leben. Und dann kommt „die größte Krise seit dem zweiten Weltkrieg“ – O-Ton unsere Regierung und du sitzt zu Hause, alleine, isoliert von der Aussenwelt und denkst dir nur „Krise? Was ist das Problem?“

Also ich weiß schon was das Problem ist. Mit Virus, Gesundheitssystem, Krankenbetten, wirtschaftliche Auswirkungen, etc. Aber das war ja anfangs nicht das Hauptproblem der Leute. Das Hauptproblem war „Bleibt zu Hause!“ Alles andere kam erst danach.

Also saß ich zu Hause und tat was ich halt sonst auch tue wenn ich zu Hause bin. Nicht weniger und nur geringfügig mehr – Ablage! Weiterlesen

Stay Home

Tag 13? Ausgangsbeschränkung.

Am 16. März fuhr ich noch mit den Öffis nach Hause. Die letzten Tage habe ich schon versucht mich nicht mehr anhalten zu müssen. Habe mich nur noch angelehnt in der U-Bahn und alle meine Nachbarn im Auge behalten ob da eh keiner schnupft oder hustet. Am letzten Tag war auch bereits im Bus der vordere Eingang gesperrt. Mit einem Absperrband, wie in einem schlechten Weltuntergangsfilm. Meine Hände fühlten sich damals schon echt alt an wegen dem ständigen Hände waschen. Kaum waren sie eingeschmiert, habe ich wieder was angreifen müssen was nicht zu meinem unmittelbaren Umfeld gehörte. Usw.

Am Freitag den 16. März war ich noch mal fort. Ich gestehe! Ich achtete in der U-Bahn auf die Fremden, aber als der Bürgermeister schrieb er sei beim Heurigen, bin ich hingegangen. Und wie haben wir gefeiert! Als würden wir uns nie wieder sehen – also eine ganze Gruppe von Leuten. Und doch hielten wir da schon Abstand. Damals gab es bereits seit Tagen keine Küsschen mehr. Nur mehr Ellbogen oder Verbeugungen. Weiterlesen

Leben in der Krise

Ach Gott, wo soll ich bloss anfangen…

Ich war schon sehr lange nicht mehr hier. Und das hatte mehrere Gründe. Als mein Vater damals den Blog das erste Mal sah, meinte er „Wieso schreibst du teilweise so banale Dinge in dem Blog? Hast du niemand mit dem du darüber reden kannst?“ Und nein, hatte ich nicht. Wenn mich Dinge aus dem Büro nervten, dann konnte ich das zu Hause niemand erzählen. Also schrieb ich es hier nieder.

Im letzten halben Jahr änderte sich mein Leben rapide. Ich engagierte mich bei einer Bürgerliste im Ort. Lernte Leute kennen, war ständig unterwegs. Meinen Geburtstag feierte ich mit einer Gruppe von Leuten. Heute weiß ich, mit dem jetzigen Bürgermeister und zwei Gemeinderäten. Bei meinem neuen Job war auch ständig was los. Stammtisch einmal im Monat. Sektfrühstück wenn jemand Geburtstag hatte. Ich pendelte. War ständig unterwegs. Dann kam der Wahlkampf. Da war ich überhaupt nicht zu Hause. Nach der Arbeit ging es sofort zu Hausbesuchen oder zum Strassenwahlkampf. Dann der Wahltag. Das unglaubliche super tolle Ergebnis. Wir haben fünf Mandate mehr geholt. Das haben wir natürlich ausgiebig gefeiert. Wir sind uns buchstäblich in den Armen gelegen. Haben uns umarmt, miteinander getanzt und uns abgebusselt. Weiterlesen