Ruhig bleiben

Am Freitag war ich mit meinem Chef alleine im Büro. Nachdem er am Vormittag zu einem Termin aufgebrochen war, war ich dann ganz alleine. Als plötzlich etwas Unerwartetes auf mich einstürzte. Kaum war er weg, haben ihn drei Personen gesucht. Da er nicht da war, kamen sie zu mir.

Auf der einen Seite war ich so vorgewarnt, auf der anderen Seite spürte ich ein wenig den Druck. Ich bin ja sehr anfällig auf Druck von aussen. Ich springe normalerweise regelrecht darauf an und fange an zu arbeiten. Das ist noch kein Stress, das ist aber Betriebsamkeit.

Zu meinem Glück konnte ich am Freitag aber nicht darauf anspringen. Auf die eine Sache hatte ich keinen Zugang und bei der anderen Sache hatte ich keine Ahnung wo sie gelagert wird. Nach einem Jahr gibt es immer noch Dinge die ich zum ersten Mal sehe…. Weiterlesen

24 Stunden geöffnet

Schön wärs gewesen… Am Mittwoch wollte ich die neu eröffnete Parkgarage ausprobieren. Was mir damals noch nicht klar war, die Parkgarage gehört einer anderen Firma, als jene wo ich immer problemlos geparkt hatte. Der Preis war derselbe und der Zugang ebenso durchgehend sichergestellt – zumindest wurde es so im Internet geschrieben…

Als ich allerdings um 23 Uhr 5 Minuten am Mittwoch nach dem Musicalbesuch mein Auto holen wollte, bekam ich keinen Zugang! Ich las meine Karte ein, das Gerät schrieb „Tür wird geöffnet“, die Farbe wechselte von rot auf grün und ich hörte ein Knacken in der Tür. Allein sie ließ sich nicht öffnen! Ich rüttelte und schüttelte, ich drückte, ich zog, ich zog mehrmals die Karte durch, doch ich kam einfach nicht rein. Die Ein- und Ausfahrt war mit einem Rolltor gesichert, das Büro des Sicherheitsdienstes war nicht besetzt und auf das Klingelläuten erfolgte keine Reaktion. Ich suchte also einen zweiten Eingang, doch es war einfach kein Reinkommen. Weiterlesen

Belastend

Es gibt Dinge die fordern mich mehr als andere. Schwierig wird es, wenn mehrere belastende Dinge zusammen kommen. So geschehen letzte Woche. Zum einen wurde die Arbeit nicht weniger und zum anderen der Zustand meines Großvaters schlechter. Was also tun? Sich fertig machen lassen und mal wieder krank werden? Nein, diese Zeiten sind vorbei. Also habe ich die letzte Woche ganz bewusst darauf geachtet, meine Stimmung hoch zu halten. Das war zwar nicht immer ganz leicht, aber es hat funktioniert. Ich hab mich nicht überrollen lassen. Es war keine einfache Woche, doch ich hab es geschafft.

Im Büro hab ich bewusst darauf geachtet mich nicht selbst unter Druck zu setzen. Ich habe einen Schritt nach dem anderen gemacht und sogar mehr erledigt, als ich glaubte. Dabei habe ich nicht aufgehört zu lächeln und gute Laune zu versprühen. Im Krankenhaus war es schon schwieriger. Mein Großvater war die Woche nicht nur verwirrt, sondern teilweise auch aggressiv. Jetzt habe ich ja mit ihm sowieso so meine Geschichte. Habe ich mich dieses Jahr doch meine Meinung ihm gegenüber rapide verändert. Voriges Jahr habe ich ihn noch bedingungslos geliebt, doch heuer lernte ich eine andere Seite von ihm kennen. Seitdem habe ich so meine Probleme damit, meine eigenen Bedürfnisse hinter seine zu stellen. Und genau deshalb tue ich es auch nicht. Weiterlesen

Abendritual

Die kleine Seele schaukelte in ihrer Hängematten in ihrem definierten Ego und dachte über die Veränderungen der letzten Monate nach. So vieles war passiert, hatte sich verändert. Ihre Einstellung zu vielen Dingen, ihr Befinden, ihr Umfeld. Sie hatte ihre Höhle verlassen und war in ihr definiertes Ego gezogen. Hier fühlte sie sich total wohl. Von ihrer Hängematte aus konnte sie auf den Flatscreen sehen, wo sie vom definierten Milzzentrum laufend Warnmeldungen bzw. Hinweise auf Synchronizitäten bekam. Sie hatte auch den Verbindungsgang zu ihrem Milzzentrum schön dekoriert, da sie nun mehrmals am Tag den Weg ging. Ihr gefiel das Bild auf der anderen Seite des Ganges. Seit die kleine Seele die Entscheidungsgewalt über ihr Leben an ihr Bauchgefühl übergeben hatte, war hier irre viel los. Den ganzen Tag galt es das Beste für die kleine Seele herauszuholen und das Milzzentrum war bisher sehr erfolgreich gewesen.

Und so hatte sie es sich in ihrer Hängematte gemütlich gemacht. Das Milzzentrum kümmerte sich um die Entscheidungen und der Generator machte die Arbeit. Sie selbst beschränkte sich auf die schönen Seiten des Lebens. Ihr Kopf war offen wie eh und je. Doch seit sie ihm die Entscheidungsgewalt weggenommen hatte, hatte er seine Tätigkeit stark reduziert. Der Müßiggang der kleinen Seele hatte auch den Kopf angesteckt. Es war einfach viel zu anstrengend sich über alles Gedanken zu machen. Viel lieber ließ er sich jetzt Geschichten einfallen. Hin und wieder flog ihm ein Gedanke zu und aus dem wurde dann eine Geschichte gestrickt. Dem Kopf gefiel seine neue Aufgabe total gut. Er hatte seine anfängliche Skepsis überwunden, und sich mit seiner neuen Freiheit angefreundet. Er war nicht mehr verantwortlich, er hatte jetzt alle Freiheit zu tun und zu lassen was er wollte. Weiterlesen

Entdeckung

Sie waren aufgeflogen. Diese Erkenntnis traf sie wie ein Schlag. Solange hatte sie damit gerechnet. Sich vor dem Moment gefürchtet und ihn sich trotzdem irgendwie herbei gesehnt. Doch vor kurzem war ihr klar geworden, daß ihre gemeinsame Zeit ein Ablaufdatum hat. Sie hatte gespürt, dass sich ihre Situation bis Ende des Jahres ändern würde. Und jetzt waren sie aufgeflogen.

Was bedeutet das für sie? Ist er vielleicht doch der Richtige? Werden sich der süße Typ und seine Frau trennen? Würde er versuchen seine Ehe zu retten? Würde er sie als Ausrutscher darstellen? Würde er jetzt eine Wahl zu ihren Gunsten treffen? Sie hatte mit ihm schon vor längerem ein Gespräch geführt, daß ihr jetzt wieder einfiel. Sie hatte ihm gesagt, daß sie sich wie 2. Wahl fühlte. Weiterlesen