Haustiere im Büro

Ich gestehe, ich bin kein Tiernarr. Für mich sind Tiere Lebewesen die Gefühle empfinden können, weshalb man sie ordentlich behandeln sollte. Ich würde nie Tiere quälen oder schlecht behandeln, ich brauche aber auch keine Haustiere. Als Kind hatte ich eine zugelaufene Schildkröte. Nicht dass ich mit ihr etwas anfangen hätte können… Da sie aber in meiner Obhut war, hab ich sie gefüttert, gehegt und gepflegt. Dabei ging mir aber weder das Herz auf, noch hätte ich es gebraucht….

Als ich mal in einer WG wohnte bildete sich meine Mitbewohnerin Katzen ein. Da ich ja kein Problem mit Tieren habe, habe ich halt zugesagt. Wir bekamen zwei. Ich fütterte sie, ich leerte das Katzenkisterl, fuhr mit ihnen zum Tierarzt, kümmerte mich um ihr Fell und schmuste schon auch mal mit ihnen auf der Couch rum. Als meine Mitbewohnerin aber von einen Tag auf den anderen verschwand und die Katzen anfingen alles anzupinkeln – meine Schuhe, mein Bettzeug, mich – schwor ich mir, das wars mit Haustieren.

Ich brauche keine Haustiere zu meinem persönlichen Glück. Vor ein paar Jahren fing es an, dass immer mehr Kollegen Hunde mit ins Büro nahmen. In der alten Dienststelle hatten wir sehr viele. Leider hielten sich nicht alle Hundehalter an die Leinenpflicht, so dass die Hunde am Gang frei herumliefen, schon mal auf den Gang kackten oder pinkelten und teilweise aufeinander losgingen. Ich konnte das nie verstehen. Meiner Meinung nach hat ein Haustier nichts im Büro zu suchen. Im Büro soll gearbeitet werden und kein Spießrutenlauf zwischen freilaufenden Hunden stattfinden…. Weiterlesen

Lebensrückblick – Teil 2, 2. Jahrzehnt

Willkommen im neuen Jahr! Auf geht´s. 2018 wird toll. Das spüre ich!

 

Mein zweites Jahrzehnt war wahrscheinlich das herausfordernste meines Lebens. Zwischen 10 und 20 änderte sich so ziemlich alles….Mehrfach

Aber begonnen hat es gleich wie das erste geendet ist. Einsam. Doch wir wurden älter und bald begannen meine Mitschüler zu merken dass ich so ganz anders bin als sie selber. Das Mobbing begann. Ich wurde ausgegrenzt oder grenzte mich auch selbst aus, da ich nicht wusste wie man mit Menschen/Kindern umging. Ich zog mich lieber zurück und las. Bücher lachten mich nicht aus. Bücher sagten mir nicht dass ich hässlich bin. Bücher schlugen mich nicht mit den Hausschlapfen. Bücher hoben mir nicht den Rock hoch. Bücher waren gut zu mir! Und dabei war es egal ob es Romane oder Schulbücher waren. Bücher waren meine Zuflucht. Vor meinen Klassenkameraden und vor den Grosis. So lange mein Kopf in einem Schulbuch steckte, liesen sie mich in Ruhe. Und so lange ich immer alles wusste in der Schule, wurde ich auch fast nie gefragt. Vor der Klasse sprechen war mir ein gräul.

Mit 14 änderte sich mein Leben das erste Mal. Ich kam in die HAK in der nächsten größeren Stadt – eine Stunde mit dem Zug. So lange ich im Ort zur Schule gegangen war, hat mich Opi immer hingebracht und abgeholt. Doch nun musste ich ALLEINE mit dem Zug fahren! Ich war den halben Tag nicht unter der Aufsicht meiner Grosis! Und ich hatte schreckliche Angst. Wie mache ich eine Zugtüre auf? Wo soll ich mich hinsetzen? Was wenn ich mich wo hinsetze, wo jemand anderer sitzen will? Was wenn mich jemand anspricht? Was wenn ich mich in der Stadt verirre? Was wenn ich den Zug versäume? Ich war so durch den Wind. Ich hatte Angst vor meinem eigenen Schatten. Doch ich hoffte auf den großen Neuanfang! Die neuen Mitschüler wissen ja nicht dass ich anders bin! Blöderweise hatten sie Augen im Kopf. Mobbing 2.0 begann. Das war subtiler. Diffiziler. Tat aber genauso weh, wie die Hausschlapfen…. Also flüchtete ich wieder in meine Bücher….

Damals baute ich bereits bewusst an meiner Mauer um meine Seele. Wann ich den Grundstein gelegt habe, weiß ich nicht mehr, aber spätestens in der HAK musste ich mir eine härtere Schale zulegen. Also baute ich eine Mauer. Ich blendete alles aus was ging und tat so als würde mich das alles nichts angehen.

Mit 16 kam die nächste Veränderung. Ich zog bei meinen Grosis aus und bei meiner Mutter ein. Eine 180 Grad Drehung meines Lebens. Von 24/7/365 Totalüberwachung zu „mir wurscht was du machst“. Von täglichem Verhör was man mit wem wann wo gesprochen hatte zu „wann bügelst die Wäsche?“ Vom schlafen im Ehebett mit Opi zu eigenem Zimmer. Von täglichen Fragen zu den Hausaufgaben zu keinem Interesse an dem Zeugnis – wird schon passen. Mein Leben begann.

Faschingdienstag. Ich war 16 und das erste Mal fortgegangen. Mein Stiefbruder passte auf mich auf. Nach einer halben Stunde hatte ich einen Vollrausch und einen heiden Spass! Mein Partyleben begann. Betrunken war es mir so was von egal was meine Mitmenschen von mir dachten. Betrunken war ich locker, hatte keine Angst mehr. Ich war witzig und fähig Small Talk zu führen. Ich flirtete und knutsche mit Jungs. War lebenslustig und herzlich. Ich vergas dass ich schüchtern war und nicht wusste wie man mit Menschen redete. Also trank ich. Jedes Wochenende. Sicherheitshalber…Und ich begann zu rauchen. Ich war ein Partygirl. Und ich hatte das erste Mal in meinem Leben „Freunde“. Keine richtigen, aber das wusste ich damals noch nicht. Ich war nicht mehr alleine nur das zählte.

Und mit jedem Jahr wurde der Kater schlimmer. Die Probleme liesen sich immer schwerer ertränken. Ich baute aber immer noch fleissig an meiner Mauer. Ich liebäugelte mit Drogen, bis ich zusehen musste wie ein lieber Freund zwei Tage in einer Ecke kauerte weil er auf einem LSD-Trip hängen geblieben war… Ich lies die Finger von Drogen, nur ein wenig passiv mitrauchen…. Als es den ersten Drogentoten im Ort gab, war ich bereits weitergezogen.

Mit 19 war ich von meiner Mutter ausgezogen und in die „große“ Stadt übersiedelt. Ich hatte irgendwie die Matura geschafft und mir einen Job gesucht. Ich verdiente mein eigenes Geld und lebte in einer WG mit einer „Freundin“. Die Party ging weiter, nur mit neuen Freunden. Die hatten nichts mit Drogen am Hut. Nur Alkohol und Zigaretten… Sind ja keine Drogen!

© Libellchen, 2018

Drehbuch der Liebe – Teil 44

Epilog
Camilla Palmer

Es war kurz vor Weihnachten und ich würde in Kürze meine Liebsten wieder sehen. Schon komisch, dass mir Menschen mit denen ich nicht verwandt war, so wichtig werden konnten. Doch diese kleine Familie war etwas ganz besonderes. Sie hatten etwas geschafft, dass ich mir für mich selbst auch wünschte. Ich wollte meine eigene kleine Familie. Doch ich war damit bisher nicht sehr erfolgreich gewesen. Doch ich hatte Ersatz gefunden. Menschen die ich liebte und die immer für mich da waren. Die mir Zuflucht gewährten wenn mir in Hollywood mal wieder alles zu viel wurde. Ich war hier jederzeit willkommen, auch wenn Dina, Aksel und die Kinder gar nicht da waren, konnte ich jederzeit vorbei kommen. Ella, Dinas Mum, empfing mich jedes Mal wie einen nach Hause kehrenden Familienteil, nicht wie einen Gast. Doch diesmal würden alle da sein. Schließlich war Weihnachten. Weiterlesen

Drehbuch der Liebe – Teil 21

Der Tag im Ort führte uns vor Augen, dass es auch noch ein Leben außerhalb des Bettes gab und so beschlossen wir wieder öfter das Bett zu verlassen, um wandern zu gehen. In der folgenden Woche teilten wir unsere Aktivitäten auf. Einen halben Tag gingen wir wandern, die andere Hälfte des Tages hatten wir Sex und in der Nacht kuschelten wir. So gefielen mir die Tage noch mehr. Die frische Luft, die Bewegung, die Natur und danach den schönsten Mann auf Erden, in mir spüren, bevor ich in seinen Armen einschlief. Gerade das im Arm gehalten werden, genoss ich besonders. Mein Ex hatte das fast nie getan. Nur 2 Mal in 3 Jahren hatte er mich in den Arm genommen. Er wollte zwar kuscheln, doch war es immer an mir, ihn zu umarmen. Ich hatte mich damals so danach gesehnt und es so selten bekommen. Aksel wiederum gab von sich aus. Und das war ein total schönes Gefühl. Er ließ mich nicht warten und betteln. Er nahm mich einfach in den Arm.

Nach 3 Wochen in Kanada erhielten wir die Hiobsbotschaft. Die Produktionsfirma hatte das Geld aufgetrieben und die Dreharbeiten konnten weiter gehen. Drehbeginn war für den übernächsten Tag angesetzt, das bedeutete wir mussten mehr oder weniger sofort aufbrechen. Eigentlich war das ja eine tolle Nachricht, doch so empfand ich es keineswegs. Ich hätte liebend gern auf jedes Geld verzichtet, wenn wir nur hätten hierbleiben können. Andererseits wollte ich mein Drehbuch, umgesetzt auf der Leinwand sehen. Also verabschiedeten wir uns schweren Herzens von unserer Zuflucht und brachen Richtung L.A. auf.
„Falls du dich mal verstecken und deine Ruhe haben willst, kannst du gerne jederzeit hier her kommen. Sollte ich nicht in der Nähe sein, hat Jimmy den Reserveschlüssel. Ich habe ihm gesagt, dass du hier jederzeit ein gern gesehner Gast bist.“
„Ach, das hast du bei unserem letzten Besuch in seinem Laden, mit ihm so verstohlen besprochen.“ Und ich hatte mich schon gewundert.
„Ja, ich habe ihm gesagt, dass dies nun auch deine Zuflucht ist, wenn du willst.“ Meine Zuflucht. Das klang gut. Natürlich würde ich das Angebot nie annehmen. Was sollte ich hier, ohne ihn. Okay wandern. Aber das kann ich auch zu Hause. Dafür musste ich nicht nach Kanada flüchten. Mit ihm würde ich allerdings jederzeit gerne zurück kommen. Doch wie groß standen dafür wohl die Chancen? Weiterlesen

Sauna

Ich war 3 Tage in der Therme und hab es sehr genossen. Ich hab getan nach was mir war, und hab mich nicht stressen lassen. Wenn ich müde war, hab ich geschlafen, ohne schlechtes Gewissen, dass ich nicht fürs schlafen soviel Geld bezahlt habe. Ich habe getan wonach mir war. Es war entspannend und chillig und ich war sogar freiwillig, mehrmals, in der Sauna. Früher hatte ich ein echtes Problem damit, mich vor fremden Menschen auszuziehen. Doch mittlerweile macht es mir nichts mehr. Vorarbeit hierzu haben meine Freundinnen geleistet, auch wenn es ihnen gar nicht bewusst ist.

Ich hatte immer Freundinnen, wo ich das Gefühl hatte, mich für meine Körper schämen zu müssen. Vielleicht war es Einbildung, vielleicht aber auch nicht. Ich habe ein feines Gespür dafür, wenn ich gemustert werde, und wenn mich Freundinnen mustern, wenn ich mich im Bikini zeige, dann werde ich mich nicht ganz nackt zeigen. Doch jetzt hab ich 2 Mädels, die mir kein schlechtes Gefühl machen. Im Gegenteil. Ich habe eher das Gefühl, dass es sie absolut nicht interessiert. Und sie leben mir eine gewisse Entspanntheit mit der Nacktheit vor.

Jetzt war ich in der Sauna, aber nicht mit den beiden. Aber durch die 2 habe ich gelernt, mir darüber keine Gedanken zu machen und so habe ich es auch in der Therme gehalten. Und es war herrlich. Zum einen habe ich das „heisse Nockerl“ oder auch Murnockerl-Dampfbad, für mich entdeckt, zum anderen eine Bio-Sauna. Und ich habe alles rausgeschwitzt. Ich habe literweise Wasser verloren und auch manche grüblerischen Gedanken. Nach 3 Tagen Therme und vor allem Sauna, war ich wie leer. Keine Gedanken die mich beschäftigen. Keine Männer die mir durch den Kopf spuken. Weiterlesen

Irrtum…

sprach der Igel und stieg von der Klobürste. Dieser Spruch war ihr heute öfter in den Sinn gekommen. Sie hatte sich in einem Menschen getäuscht. Wieder mal. Wie schon so oft. Doch diesmal bei jemandem wo sie es nie erwartet hätte. Obwohl, wenn sie die Zeichen schon früher gedeutet hätte, wäre sie heute nicht so geschockt gewesen. Doch das hatte sie nicht getan. Sie hatte an das gute im Menschen glauben wollen. Doch heute war sie bitter enttäuscht worden.

Es gab ein paar Grundsätze, welche die Basis bildeten, für alles was das Libellchen in den letzten 33 Jahren getan hatte:

Weiterlesen