Lebensweg

Wenn ich meinem jüngeren Ich sagen könnte, wie sich mein Leben noch entwickelt hat, sie würde es nicht glauben. Es ist in den letzten 30 Jahren so vieles passiert, dass ich weder gewollt, noch geplant hatte.

Als ich noch ein Kind war, habe ich täglich mitbekommen wie mein Großvater total verbissen an seinem Traum festgehalten hat. Er war total fixiert darauf, seine Erlebnisse aufzuschreiben um sie mit der Welt zu teilen und reich und berühmt zu werden. Sein Lebenswerk war unvollständig, so lange er nicht alles veröffentlich habe. Also starb er mit einem unvollständigen Lebenswerk. Denn ganz ehrlich, seine Bücher waren über weite Stellen einfach nicht lesbar! Weiterlesen

Ein perfekter Tag

Ich habe für mich entschieden, dass es mehrere verschiedene perfekte Tage für mich geben kann. Einen perfekten Tag hatte ich vorigen Donnerstag.

Erstens war es ein freier Tag, zweitens schien die Sonne, drittens verbrachte ich den Nachmittag mit einem netten Menschen und viertens war Buchmesse. Perfekte Kombination also.

Begonnen hat der Tag damit dass ich mich ausschlafen konnte. Nach einem gemütlichen Frühstück, schrieb ich 8 Blogbeiträge und somit den Frust von der Seele. Danach gönnte ich mir ein entspanntes Bad und las dabei ein paar Kapitel über eine entspannte Schildkröte. Danach machte ich mir ein Mittagessen, das ich gemütlich auf der Couch verspeiste. Nachdem ich den Müll runtergebracht hatte und meine Sonnenbrille aus dem Auto geholt hatte, zog ich mir meine Turnschuhe an, nahm meinen fast leeren Rucksack an mich, steckte mir die Kopfhörer meines I-Pods ins Ohr und machte mich zu Fuß auf den Weg zu Aretha´s Arbeitsplatz. Gehzeit ca. 40 Minuten – wie ich jetzt weiß. Wie gesagt es strahlte die Sonne und es hatte 15 Grad plus. Es ging zwar ein wenig der Wind, doch das konnte meine gute Laune nicht trüben. Weiterlesen

Alte Wunden

Es gibt Menschen die haben mich verletzt. Angebliche Freunde die einen ohne mit der Wimper zu zucken fallen lassen, weil man ihnen nicht nach dem Mund spricht, tun dabei am meisten weh. Es gab nur ein Beziehungsende das mehr weh getan hat. Ansonsten haben mich vor allem Freunde verletzt. Freunde die meiner überdrüssig wurden, weil ich nicht ein folgsames Püppchen bin und eine eigene Meinung habe. Und die auch noch kundtue. Ich böse aber auch!

Ich verstehe unter Freundschaft etwas anderes, als viele Menschen. Ich verstehe darunter Ehrlichkeit, zuhören, Anteilnahme, Unterstützung,… Oftmals wurde von mir allerdings nur eines verlangt – Bestätigung. Bestätigung der eigenen Meinung. Ja-Sagen. Mehr wäre nicht nötig gewesen.
Meine Ex ist toll und intelligent – Ja ist sie.
Ich bin die Ärmste auf Erden und alle sind so böse – Ja bist du. Weiterlesen

Schlechtes Gewissen

Ich neige seit jeher dazu mich selbst fertig zu machen. Normalerweise tue ich das einfach unreflektiert, doch in meiner letzten schlechten Phase, vor wenigen Tagen bzw. Wochen, habe ich ganz genau darauf geachtet, was in meinem Kopf so abging. Und ich habe festgestellt, dass ich zu den emotionalen Verletzungen von außen, mir auch noch selbst einen irrsinnigen Druck gemacht habe. Und zwar in Form von schlechtem Gewissen. Mir ging es schlecht, ich war zu nichts zu gebrauchen und ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich nichts unternehmen wollte. Ich wusste wenn ich raus gehen würde und ein wenig die Sonne genießen würde, würde es mir wahrscheinlich besser gehen, doch ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Und da ich es nicht schaffte mich besser zu fühlen, hatte ich ein schlechtes Gewissen.

Und das belastete mich fast eben so wie die emotionalen Verletzungen. Es war wie eine zusätzliche Last und ich fühlte mich dadurch erst recht erschlagen. Doch dann beschloss ich mir Zeit zu geben. So viel ich brauchte um die Verletzungen zu verarbeiten. Ich wollte nicht funktionieren, ich wollte es verarbeiten. Und das tat ich. Ich schob das schlechte Gewissen zur Seite und begann einen Schritt nach dem anderen zu machen. Und seitdem geht es bergauf. Ich fühle mich wieder gelöster und glücklicher. Die Traurigkeit ist verflogen. Ich lebe wieder im hier und jetzt und versuche den Tag zu genießen. Was mir auch über große Strecken schon wieder gelingt. Und ich hab mein Lachen wieder. Jippih. Und das alles in wenigen Wochen. Weiterlesen

Schwarz und weiß

Viele Jahre hab ich die Welt sehr engstirnig gesehen. Lange Zeit gab es für mich nur schwarz und weiß. Irgendwann hab ich dann die Grautöne entdeckt und mittlerweile kann ich auch schon die Farben sehen. Aber zurück zu schwarz und weiß. Es gab Dinge die hab ich auf eine bestimmte Art verstanden. Wenn mich jemand zurückgewiesen hat, dann weil er oder sie mich nicht wollten. Heute kenn ich genug Beispiele, wo eine solche Zurückweisung gar nichts mit mir zu tun hatte. Doch ich habe es immer persönlich genommen. Wenn mich jemand nicht wollte, dann kann es nur an mir liegen. Dann kann es nur daran liegen, dass ich nichts wert bin. Egal ob es sich um meine Familie, Männer oder aber auch Freundinnen gehandelt hatte. Immer hab ich die Schuld bei mir gesucht und natürlich auch gefunden.

Doch dann lief mir der süße Typ über den Weg und auch er hat mich nach einiger Zeit zurück gewiesen. Doch da ich damals so fertig mit der Welt war, habe ich das erste Mal versucht, herauszufinden warum ich nicht wertvoll genug für diese Welt bin. Doch da ich es damals einfach nicht schaffte, dieses Problem alleine zu lösen, habe ich etwas getan, was ich zuvor nie geschafft hatte – ich habe ihn nach seinen Beweggründen gefragt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist mir dafür immer mein Stolz im Wege gestanden. Doch damals hatte ich nichts mehr im Leben, noch nicht mal mehr Stolz und so hab ich angebettelt mir zu erklären warum er mich nicht will. Und er hat es mir erklärt. Und es hatte nicht wirklich was mit mir zu tun. Vielmehr hat er Angst vor zuviel Nähe. Er will niemanden an sich ranlassen und ich bin ihm einfach viel zu nahe gekommen. Weiterlesen

Rückschritte

Nach einem guten Jahr, sind in den letzten Wochen zu viele unterschiedlichste negative Ereignisse in meinem Leben zusammen gekommen, dass ich wieder mal eine schlechte Phase habe. Es waren nicht große Katastrophen, sondern lauter kleine, aber so viele, dass meine Laune gekippt ist. Witzigerweise hält aber die Fassade, so dass es niemand mitbekommen hat. Heute kamen dann noch 3 Kleinigkeiten dazu und dann war das Maß endgültig voll. Ich war total fertig als ich nach Hause gefahren bin. Meine Laune war am Tiefpunkt. Da mein Heimweg aber eh eine Stunde dauert, hatte ich auch Zeit mir alles noch mal durch den Kopf gehen zu lassen.

Und jede Katastrophe für sich, ist bewältigbar. Doch so zusammen war es einfach zu viel. Aber wenn man einen Tiefpunkt erreicht hat, geht es ja nur mehr aufwärts. Beim heimfahren ging es dann schon wieder ein wenig besser. Ich konnte sogar wieder mal von Herzen lachen. Es war nur kurz, aber genug für einen Funken Hoffnung. Ich habe jetzt die ganzen emotionalen Belastungen in unterschiedlichste Schubladen gesteckt. Mir ist klar ich muss sie aufarbeiten, allerdings eine nach der anderen. Alle auf einmal ist einfach zu viel. Und so lasse ich für heute die Schubladen erstmal zu und versuche den Abend zu genießen. Aber in den nächsten Tagen werde ich mir dann eine Schublade nach der anderen vornehmen. Weiterlesen