Gute Menschen

Seit der Flüchtlingskrise 2015 ist das Wort „Gutmensch“ bei uns ein Schimpfwort. Was ich total wiedersinnig finde. Wie kann es ein Schimpfwort sein ein guter Mensch zu sein?

Ich war damals nicht an vorderster Front – oder an irgendeiner Front. Ich engagierte mich nicht, verfolgte aber was da passierte. Und im Herzen war ich auf der Seite der Helfer. Im Herzen war ich also ein Gutmensch, auch wenn ich nichts dafür tat. Und dann war es plötzlich etwas schlechtes Menschen zu helfen. Ja, es lief damals vieles schief. Leute wurden nicht registriert, der Menschenstrom war unkontrolliert und so sollte es wirklich nicht sein. Ich kann trotzdem nichts verwerfliches daran finden, dass man frierenden und hungernden Menschen hilft. Weiterlesen

Vernunft versus Verlangen

Natürlich wusste die kleine Seele was richtig und was falsch war. Sie wusste auch was ihr kurzfristig guttun würde und ihr langfristig nur schaden würde. Doch hin und wieder gibt es diese Momente, wo die kleine Seele nicht nur alleine ist, sondern sich auch einsam fühlt. Wenn sie krank ist oder erschöpft. Wenn der Körper mal wieder Migräne hat oder sich verausgabt hat.

Manchmal gibt es solche Momente, wo sie einfach nur in den Arm genommen werden will. Da ist sie verletzlich. Nicht bereit auf die Vernunft zu hören. Da will sie sich einfach nur anlehnen und sich wohl fühlen. Ist das wirklich so verwerflich? Wahrscheinlich schon. Deshalb hat sie sich in den letzten Monaten auch immer versteckt. Wenn es ihr schlecht ging und er für sie da sein wollte, hat sie sich zurückgezogen. Sich eingesperrt. Gesagt, es sei alles in Ordnung und es alleine durchgestanden. Wie schon ihr ganzes Leben. Weiterlesen

Wenn ich erstmal reich bin…

Kennt ihr auch so Menschen, die träumen von einer besseren Welt und deswegen auch dauernd Lotto spielen? Gut, aufs Glück zu hoffen ist ja nicht verwerflich. Das kann ich auch noch verstehen – auch wenn ich zu geizig bin, die Deppensteuer zu bezahlen.

Aber. Womit ich mittlerweile gar nicht mehr klar komme – weil ich mich einfach viel zu weit in den letzten Jahren von dieser Einstellung entfernt habe – sind Menschen, die konkrete Pläne für ihr zukünftiges Leben haben, die sie aber natürlich nie umsetzen werden einfach, weil sie eben nicht gewinnen werden!
Und ich meine damit nicht einen Job zu kündigen. Es gibt tatsächlich Beziehungen die nur aufgrund von nicht vorhandenen Millionen halten! Ich meine, ich war noch nie mit einem Mann zusammen und habe mir gedacht „Wenn ich nur reich wäre, dann würde ich mich trennen!“ Aber es gibt so Menschen. Und dabei meine ich auch nicht finanziell abhängige Frauen und/oder Männer. Auch das könnte ich noch nachvollziehen. Nein. Ich meine Paare die ein Familienkonstrukt aufrecht erhalten das schon lange nicht mehr funktioniert. Die aber davon ausgehen, wenn ich nur im Lotto gewinnen würde, dann hätte ich Geld, dann könnte ich mein Leben ändern! Weiterlesen

The Biggest Loser!

Für all jene, welche die Sendung nicht kennen, eine kleine Beschreibung. Menschen nehmen im Fernsehen ab. Mit viel Sport und vor allem Wettbewerb. Früher konnte ich mir die Sendung nie anschauen, da ich pausenlos ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich auf der Couch lag – mit auch nicht sooo viel Kilo weniger, als jene im Fernsehen haben – und die sich abrackerten.

Mittlerweile schaue ich die Sendung gerne, wenn auch nicht regelmäßig. Doch wenn sie mir hin und wieder unterkommt, lasse ich sie laufen und feuere die Kandidaten auch an. Hilft natürlich auch nicht mehr als Daumen drücken für die Schirennfahrer, aber es schadet ja auch nicht! Und ich leide mit. Ich weiß wie schwer es ist, regelmäßig zu trainieren. Fotos von sich selbst kritisch zu betrachten und dabei jedes Kilo zu sehen. Und ich mache ihnen auch keine Vorwürfe, dass sie so dick geworden sind, viel hat bei mir schließlich auch nicht mehr gefehlt. Weiterlesen

Für die eigenen Überzeugungen sterben

Hin und wieder passiert es. Ein einzelner Satz, der eine Diskussion auslöst. Ist es verwerflich nicht für seine Überzeugungen sterben zu wollen? Wenn es nach einem ganz lieben, aber auch ein wenig aufgeregten Kollegen geht, dann ja. Ich habe mal wieder, wie so oft, widersprochen. Ich nehme nämlich immer öfter die Stimme der Vernunft und des Mittelweges ein. Meine Kollegen können sich immer so furchtbar über alles Mögliche aufregen, bis es nur noch schwarz oder weiß, gibt. Entweder ist man ihrer Meinung, oder man ist gegen sie. Doch da spiele ich nicht mit. Ich vertrete immer öfter den grauen Weg. Den Kompromiss. Den toleranten Ansatz. Den großzügigen Ansatz gegenüber anderen Menschen und Lebensformen.

Ich muss nicht alles mögen um es tolerieren zu können. Das ist eine Einstellung mit der ich immer wieder meine teilweise sehr verbohrten Kollegen zum wanken bringe. Aber zurück zu den Überzeugungen. Ich habe auch welche. Und ich vertrete sie auch. Ich stehe dazu. Ich kommuniziere auch immer öfter, wenn mir etwas nicht passt. Doch würde ich auch dafür STERBEN? Wohl kaum! Und jeder der auch nur den Hauch einer Ahnung der menschlichen Natur hat, weiß dass ich Recht habe. Der Mensch hat einen Überlebenstrieb. Wenn unser Leben bedroht wird, dann kämpfen wir um zu überleben. Das ist ein Urinstinkt, der in jedem von uns steckt. Den wir in unser DNA programmiert haben. Weiterlesen