Nationalität

Der Begriff Nationalität wird für verschiedene Konzepte angewandt: Einerseits steht er im Deutschen für die rechtliche Zuordnung einer Person zu politisch definierten Nationen im Sinne der Staatsbürgerschaft. Andererseits kann die Nationalität auch die Zugehörigkeit zu einem ethnisch definierten Volk über den Begriff der Volkszugehörigkeit beschreiben. (Wikipedia)

Wird Nationalität im Zusammenhang mit der Staatsbürgerschaft verwendet, regt sich in mir nicht wirklich etwas. Jeder von uns wird irgendwo geboren und gehört daher auch einem Staat an. Manche Menschen haben mir ihrer Staatsbürgerschaft mehr Glück als andere, doch niemand kann etwas für die erste Staatsbürgerschaft des Lebens. Manche Menschen wechseln ihre Staatsbürgerschaft auch im Laufe ihres Lebens. Auch das stört mich nicht. Ich persönlich habe auch kein Problem mit Doppelstaatsbürgerschaften. Wieso soll man sich nicht in mehreren Staaten wohl fühlen. Im Inland ist das System des Nebenwohnsitzes ja auch anerkannt. Wieso also nicht auch staatenübergreifend? Natürlich kann es hier im Einzelfall zu Problemen kommen und nicht jede Doppelstaatsbürgerschaft ist in der Realität möglich, aber die Grundidee dahinter kann ich definitiv gut heissen. Weiterlesen

Die Fronten verhärten sich

Zumindest habe ich den Eindruck. Immer mehr wird entweder für oder gegen Flüchtlinge gepostet. Oder soll ich besser sagen, für oder gegen Menschlichkeit? Die Gegner werden ja immer unmenschlicher bei ihren Kommentaren. Ertrinken lassen? Flammenwerfer verwenden? Leute das sind MENSCHEN! Wieso würdet ihr jedes Tier retten, aber Menschen ertrinken lassen? Ich kann das einfach nicht verstehen. Menschen die ausgesprochen Tierlieb sein können, würden andere Menschen einfach verrecken lassen.

Natürlich steckt da sehr viel Angst dahinter. Schließlich haben diese tierliebenden Flüchtlingsgegner einfach Angst. Dass ihnen jemand den Job wegnimmt? Die Wohnung? Geld? Ein paar haben auch Angst dass wir uns Terroristen ins Land holen. Klar lassen wir ruhig 300 Menschen ertrinken, könnte ja ein Terrorist darunter sein!!! Was ist denn das bitte für eine Logik. Klar, eine durch und durch angstgetriebene. Eine die ich für mich nicht mehr akzeptieren will.

Ich bin zu einem angstgetriebenen Menschen erzogen worden. 16 Jahre wurde mir eingetrichtert wovor man nicht alles Angst haben müsse. Ganz vorne weg, natürlich die Ausländer. Es ist also nicht so, als würde ich diese Gedankengänge nicht kennen… Doch ich habe mich weiterentwickelt. Heute weiß ich, je mehr man sich vor etwas fürchtet desto eher bekommt man es. Wenn man selbstbewusst und zuversichtlich durch die Welt geht, ist die Welt voller Wunder. Je netter man in den Wald hineinruft, desto netter wird man von den Waldbewohnern begrüßt. Weiterlesen

Freiheit

In letzter Zeit habe ich von mehreren Seiten gehört, dass Menschen sich unfrei fühlen, weil sie einer geregelten Arbeit nachgehen, in der sie sich an gewisse Regeln halten müssen. Jaja, immer diese Pflichten in der Arbeit!

Ich kann das gar nicht nachvollziehen. Für mich ist mein Job ein Geschäft. Ein Geschäft auf das ich mich bewusst eingelassen habe und mit meiner Unterschrift zugestimmt habe. Ich arbeite und bekomme dafür monatlich einen gewissen Geldbetrag. Wieso sollte ich mich deswegen unfrei fühlen? Ich habe es selbst so gewählt und lebe ganz gut damit. Und wenn sich das Umfeld mal so ändern sollte, dass ich mich nicht mehr wohl fühle, dann suche ich mir halt einen anderen Job. Ich sehe da wirklich kein Problem. Weiterlesen

Drehbuch der Liebe – Teil 10

Zuerst sah ich ihn nicht da er umringt war von 2 weiblichen Hotelgästen. Natürlich! 1 Blondine und 1 Schwarzhaarige. Beide mit teuer getunten Fahrgestellen, gestraften Gesichtern, gebräunt, in Designerbikinis und mit gestylten Haaren. Hübsch, aber definitiv künstlich. Als ich die Szene erblickte, blieb ich automatisch stehen. Ich konnte da einfach nicht hingehen. Ich kam mir plötzlich klein und unscheinbar vor. So viel Sonne hatte ich dieses Jahr noch nicht abbekommen und im Gegensatz zu den beiden, wirkte ich richtig käsig. Dazu mein Billigbikini und mein Wühltischkleid. Und meine, zu einem Zopf gebundenen, Haare. In der Hand hielt ich eine Plastiktüte mit den Büchern. Ich kam mir plötzlich irrsinnig billig vor. Ich merkte wie ich langsam rückwärts ging. Und als ich darüber nachdachte, was ich da tat, rannte ich auch schon gegen einen Tisch. Das Geklapper des Geschirrs bescherte mir die Blicke aller Anwesenden auf dem Dach. Toll, das hatte mir gerade noch gefehlt!

Als Aksel mich sah, lächelte er und winkte mich zu sich. Hoffentlich hatte er meinen nicht sehr erfolgreichen Fluchtversuch nicht bemerkt. Als ich näher kam, konnte ich gerade noch hören, wie Aksel die beiden los wurde.
„Meine Damen, sie entschuldigen mich. Wir haben ein Arbeitsfrühstück.“ Arbeitsfrühstück. Natürlich. Wir arbeiten zusammen, das war es auch schon. Wir gingen zu einer Sitzecke die ein wenig abgelegen stand. Weiterlesen

Besuchstour

Weihnachten habe ich wieder mal bei meinem Vater und meiner Stieffamilie verbracht. Am 26. war ich dann mit meiner Mutter bei meiner Großmutter. Meine Großmutter die mich großgezogen hat, im Vergleich zu meinem Einmal-im-Monat-Besuchstag-Vater mit angeheirateter Familie. Und jetzt ratet mal wo ich mich wohler gefühlt habe. Richtig. Bei meinem Vater!

Meine Stiefmutter ist eine richtige Mutter. Sie hat ihre 2 Söhne großgezogen, kocht gerne, ihr Haus ist ein richtiges Nest und sie behandelt mich, wie eine Freundin. Sie hört mir zu, geht auf mich ein, kauft mir Weihnachtsgeschenke, die ich brauchen kann und die mir gefallen. Sie ist der Typ liebevoller Kümmerer, eine Schulter zum anlehnen. Meine Großmutter wiederum kenne ich seit ich denken kann und sie hat sich seitdem nicht wirklich verändert. Allerdings ist das nicht gerade gut. Weiterlesen

Kochen

Ich habe nie kochen gelernt. In der Schule haben sie versucht es mir beizubringen, doch ich hab es nicht als wirklich lehrreich empfunden. Es war vielmehr so, dass uns gesagt worden ist, was zu tun ist und wir habens gemacht. Aber ich hab mir nichts davon gemerkt. Zu Hause hat meine Großmutter zwar immer gekocht, aber sie konnte nur ca. 10 unterschiedliche Gerichte und würzen war nicht ihrs. Als ich ausgezogen war und das erste Mal Knoblauch schmeckte, fühlte ich mich in eine völlig fremde Welt versetzt.

Und so habe ich mich die letzten Jahre mit viel Fertigteilkost durchs Leben geschlagen. Ich kann genug kochen um nicht zu verhungern, doch ich würde mit meinen Kochkünsten niemals jemand bekochen. Dafür kann ich es einfach viel zu schlecht. Und so sage ich immer, wenn mich jemand fragt – Ich kann nicht kochen. Doch letztens hat mir eine Freundin da vehement widersprochen. Ich könne sehr wohl kochen, wenn ich mich denn dafür interessieren würde. Und da hat sie vermutlich Recht. Ich hab mich einfach nie damit auseinander gesetzt. Einfach weil ich´s nicht brauche. Weiterlesen

Stolz

Ich bin stolz auf mich. Auch meine Freunde sind stolz auf mich. Mit meiner Familie andererseits ist das so eine Sache. 33 Jahre lang, hab ich alles versucht, dass meine Familie einen Grund hat, auf mich stolz sein. Doch ab sofort ist es mir egal. Es reicht mir. Echt. Wenn man auf jemanden stolz ist, ist das ein Zeichen, dass man die Leistung des anderen anerkennt. Zumindest sehe ich das so. Wenn ich etwas Besonderes leiste und niemand sagt mir, dass er stolz auf mich ist, hab ich das Gefühl, dass meine Leistung einfach nicht wahr genommen wird. Meine Familie steht nicht so auf loben. Entweder wird alles was ich tue als selbstverständlich wahr genommen, oder es ist einfach nicht genug. Ehrlich gesagt, wundert es mich nicht, dass ich mich lange Zeit wertlos gefühlt habe, es wurde von meiner Familie auch lange Zeit nichts anerkannt, was ich geleistet habe.

Großeltern: Für die war nie etwas genug. Sobald ich ein Ziel erreicht habe, wurde das nächste einfach, kommentarlos, ein Stück höher gesetzt. Es wurde nie über das erreichte gesprochen. Wenn ich eine Hürde genommen habe, dann nur weil sie offensichtlich nicht hoch genug war. Im Gegenteil, wenn ich wieder mal eine Hürde genommen habe, erntete ich dann so Meldungen wie „Na Gott sei Dank, verhungern wirst wahrscheinlich nicht.“ Ich wurde immer als Vollidiot angesehen, jede Leistung meinerseits war in ihren Augen, wahrscheinlich purer Zufall. Heute verdiene ich netto mehr, als beide miteinander Pension haben. Genug ist es natürlich trotzdem nicht, weil ich hab weder einen reichen Mann, noch 5 Kinder. Wahrscheinlich glauben sie immer noch, dass ich früher oder später auf der Straße lande, aber das ist mir egal, wenn sie nicht fähig sind, mir zuzuhören, sollen sie es lassen. Weiterlesen