Helfer oder Kunde?

Manchmal verzahnt es sich ein wenig…..

Auf einem Seminar lernte ich,dass man leichter Hilfe annehmen kann, wenn man selber anderen hilft. Und hin und wieder kommen mir Beispiele unter, wo sich das bestätigt.

Am Freitag beim Mitarbeiterfest fragte mich eine Kollegin aus einem anderen Team – eigentlich arbeitet sie sogar in zwei Teams mit, wobei sie in einem die Teamleitung hat – ob ich am Samstag im Dienst sein würde. Ich kenne sie bereits von zwei Ausbildungen wo wir die Gruppenarbeit gemeinsam gemacht haben. Sie ist eine ganz eine Liebe, mit einer echt heftigen Krankengeschichte aufgrund eines Gendefekts. Sie hat eine kleine dreistellige Pension, wo sie sich noch was dazu verdient. Dazu hat sie noch vier Kinder. Die zwar schon älter sind, aber alle immer noch in einem Mehr-Generationenhaushalt leben. Weiterlesen

Das Aschenputtel-Prinzip – Saam Faradji

Ich hab angefangen meinen Bücherlesestapel „abzuarbeiten“. Die ca. 8.000 Seiten „Das Lied von Eis und Feuer“ ist erledigt, jetzt kommt wieder ein wenig Abwechslung auf mich zu!

Angefangen mit einem Ratgeber zum Thema Selbstliebe und Lebensfreude. Vieles darin kannte ich schon, manches lebe ich sogar! Doch wie immer, habe ich auch darin etwas gefunden was ich ausprobieren will. Und etwas dass ich schon lange weiß, aber nie wirklich gelebt habe, werde ich jetzt auch mal angehen. Mein Kollege wird sich freuen, der ist diesbezüglich auch immer sehr streng mit mir!

Endlich umsetzen: Wenn mir ein Blödsinn passiert oder ich etwas übersehe, habe ich keine Hemmungen mich selbst zu schimpfen „Man bin ich blöd!“ Ich meine das nicht so, fühle mich auch gar nicht schlecht dabei, doch man sollte es halt nicht tun. Sprache schafft Realität! Irgendwo wird die negative Haltung zu einem selbst doch gespeichert und in einem anderen Fall suche ich dann vielleicht die Schuld bei mir „Weil ich halt so blöd bin“. Weiterlesen

Vom Selbermacher zum entspannten Delegierer

Ich finde es faszinierend welchen beruflichen Umschwung ich in den letzten Jahren gemacht habe. Als ich vor 17 Jahren zu arbeiten begonnen habe, war ich ein Perfektionist von der unangenehmen Sorte. Also musste perfekt stimmen und nur ich alleine konnte es richtig machen – Barbara erinnert mich immer ein wenig an mein früheres Ich. Ich war ein Fachmann in meinem Bereich und ich hielt mich strikt an die Regeln. Eine Abweichung von der Norm gab es nicht. So eine Einstellung ist natürlich nicht so schlecht, wenn man in der Kassenprüfung tätig ist. Doch natürlich passieren auch dem besten Perfektionisten Fehler. So auch mir. Doch wenn mir ein Fehler passiert war, dann bereitete mir das fast körperliche Schmerzen. Also erfand ich ein System wie ich jede meiner Handlungen, selbst 2 Mal kontrollieren konnte. Und so fand ich meine Fehler selbst. Was mich zwar trotzdem ärgerte, aber mir zumindest die Bauchschmerzen ersparte.

Im Laufe der Jahre lernte ich mit meinen Fehlern zu leben. Da meine Fehlerquote immer noch weit unter dem Durchschnitt lag, konnte ich Recht gut damit umgehen. Ich versuchte meine Arbeit immer noch perfekt zu machen, doch wenn mir mal etwas durchrutschte, so konnte ich es auch wegstecken, wenn mich mein Vorgesetzter darauf aufmerksam machte – ohne körperliche Beschwerden! An diese Ich erinnert mich Daniela, weshalb ich auch dienstlich so gut mit ihr auskomme. Was gibt es schließlich besseres als einen motivierten Mitarbeiter, der versucht keine Fehler zu machen! Weiterlesen

Allein

Als Kind war ich nie alleine. Ich war unter 24-Stunden-Dauerüberwachung, ohne das kleinste bisschen Privatsphäre. Ich hatte kein eigenes Zimmer, unsere Räume hatten keine Schlüssel. Noch nicht mal das Bad konnte man zusperren. Und so kam Omi meistens ins Bad, während ich gerade am Klo saß. Gut mit 6 Jahren ist das nicht so tragisch, aber mit 15….Wenn ich als Kind alleine sein wollte, legte ich eine große Decke über den Esstisch und verkroch mich darunter. Ich konnte meine Großeltern zwar hören, doch sie konnten mich nicht sehen. Ein sehr kindlicher Ansatz, der auch als ich älter wurde, jeden Reiz verlor.

Meine Großeltern waren immer und überall. Bis ich 14 wurde, brachten sie mich zur Schule und holten mich auch wieder ab. Ich durfte keinen Schritt alleine tun. Mit 14 kam dann der Wandel, als ich mit dem Zug plötzlich alleine in die höherbildende Schule fahren musste, eine Stunde entfernt. Dort musste ich durch die ganze Stadt, um in die Schule zu kommen. So richtig darauf vorbereitet wurde ich nicht. Wir fuhren die Strecke mit dem Auto ab und so wusste ich wo es langgeht. Doch Auto und Zug ist dann nochmal was ganz anderes. Weiterlesen

Unangenehmes durchziehen

Schon als Kind habe ich gelernt, dass man Dinge tun muss, die man nicht will. Trotz hat bei meinen Großeltern nicht gewirkt. Wenn ich versuchte meinen Willen durchzusetzen, erpressten sie mich emotional. Ob sie denn nicht alles für mich tun würden. Ob es wirklich so schwer für mich sei, mal das zu tun was sie von mir wollten. Wieso ich sie mit meiner Undankbarkeit immer so verletzen müsse. Natürlich gab ich dann nach – Immer. Ich liebte meine Großeltern und stellte so meine Bedürfnisse zurück. Bis ich noch nicht mal trotzig wurde. Ich tat einfach was mir gesagt wurde, ob ich es wollte oder nicht. Weiterlesen

(Nach-)Denken

Letztens gab es da von mir einen Blogbeitrag über zuerst reden, dann denken. Und dieser Blogbeitrag führte zu einigen Kommentaren, die mich wiederum zum Nachdenken brachten. Ja so bin ich. Wenn mir jemand etwas sagt/schreibt, denke ich darüber nach. Das macht mir keine Mühe, das geschieht automatisch. Mein Kopf ist den ganzen Tag am arbeiten. Den muss ich nicht ein- und ausschalten. Und er ist auch sehr schnell. Ich kann denken bevor ich rede, aber auch währenddessen. In spannenden Diskussionen kann ich während des Sprechens umdenken, wenn ein Argument einen Gedankengang anstößt. Für mich ist das nichts besonderes, so bin ich.

Natürlich weiß ich dass dies nicht jeder kann – auch wenn ich einige Menschen kenne, die da genauso ticken und mit denen ich spannende Gespräche führen kann. Wobei ich das eigentlich nie voraussetze – also schnell denken. Thomas ist zum Beispiel jemand, der über gesagtes in Ruhe nachdenkt und dann antwortet. Da warte ich auch brav bis er mit seinem Gedankengang fertig ist und mir seine Antwort gibt – damit habe ich überhaupt kein Problem. Womit ich allerdings schon meine Probleme habe ist, wenn Menschen nicht denken. Weder vorher, noch währenddessen, ja noch nicht mal nachher. Weiterlesen

Postbeschwerde

Ja ich hab es wieder getan. Ich habe meine Harmoniesucht überwunden und mich beschwert. Wobei ich wahrscheinlich sowieso viel zu nett war. Andererseits der wo ich mich beschwerte kann ja nichts dafür!

Ich war am Freitag mal wieder in Wiener Neustadt. Zuerst war ich bei meiner Friseurin. Hab mir – ein letztes Mal? – die Haare von ihr machen lassen und ihr einen Stoffhund geschenkt. Danach habe ich mich mit meiner Nachmieterin getroffen, die nicht nur meine gesamt Post mithatte sondern auch – endlich! – die Julimiete. Bei der Übergabe hatte sie das Geld nicht mitgehabt und ich war mir nicht sicher gewesen, ob ich das Geld wirklich sehe. Allerdings habe ich auch niemanden davon erzählt, da ich vermeiden wollte, dass mich die Menschen in meiner Angst bestärken. Ich habe die letzten Wochen also versucht, so positiv als möglich an das Treffen ranzugehen. Und es hat funktioniert. Weiterlesen