Schockiert

Ach. Ich habs mal wieder geschafft. Ich habe zwei liebe Kolleginnen beim roten Kreuz schockiert.

Wir hatten beim Kurs am Wochenende viele Übungen zu machen. Frontalvortrag war nämlich nicht. Mitmachen stand am Plan. Und bei einer Übung ging es um „Familiäre Zusammenkünfte in einem Jahr“. Dabei haben wir über das ganze Jahr Familienfeiern geschrieben. Als Überbegriff für „Geburtstage, Taufen, Firmungen, Hochzeiten, etc.“. Leider konnte ich mir ein Begräbnisse nicht verkneifen. Worauf sie meinten „Naja, das ist ja nicht unbedingt ein Grund zum Feiern.“ Und ich so „Kommt drauf an wer stirbt!“ Darauf rissen beide ihre Äuglein überrascht auf. Also dachte ich so bei mir „Vielleicht sollte ich das ein wenig erklären“. Weiterlesen

Ruhe in Frieden

Gestern war ich auf dem Begräbnis meines Onkels. Und jedes Begräbnis in meiner alten Heimat ist doppelt schwer für mich. Jedes Mal wenn ich in das Tal fahre, gehe ich durch ein Gefühlswirrwarr.

Bei Begräbnissen bin ich mittlerweile sattelfest. Ich weiß, worum man sich im Vorfeld zu kümmern hat – Blumenschmuck bzw. Spende. Am Weg zum Friedhof holte ich noch eine Grabbeigabe ab – weiße Rose, Schleierkraut, ein wenig grün und ein schwarzes Band. Über all das muss ich mittlerweile nicht mehr nachdenken. Leider.

Bei meinem ersten Begräbnis war ich noch total planlos. Mittlerweile kenne ich mich aus. Was auch daran liegt, dass die Verwandtschaft langsam wegstirbt. Und bis auf meine Großeltern, waren sie auch alle nicht wirklich alt. Weiterlesen

Hot in the City

Am Samstag hatte ich Dienst. Bei 33 Grad draussen und mehr drinnen….

Als ich die Wettervorhersage gesehen habe, graute es mir schon ein wenig. Dabei war es weniger schlimm als befürchtet. Aber ich hatte vor Dienstantritt schon zwei Liter intus und eineinhalb Liter trank ich während des Dienstes. Meinem Kreislauf ging es also einigermaßen gut.

Meine Schulter schmerzt noch nicht wieder, dank Spritze von Orthopäden. Das Hämatom in der Armbeuge – vom dort nicht funktionierenden Zugang – schaut zwar fürchterlich aus, tut aber nur weh wenn man ankommt. Das am Handrücken haben die Handschuhe verdeckt. Und meine Gebärmutter hat nur dreimal ein wenig „gezogen“ in den fünf Stunden. Weiterlesen

Abgespeichert

Im Laufe des Lebens lernen wir – hoffentlich – was uns guttut. Und wenn wir das herausgefunden haben, dann bleiben wir dabei. Wir kreieren unseren Alltag damit. Wem die Sauna guttut, geht regelmäßig dorthin. Oder massieren. Oder ins Kino. Oder in die Disco…..

Es gibt aber auch Dinge die tun einem in einer gewissen Lebensphase gut, doch nicht unbedingt dauerhaft. Wenn es mir richtig schlecht geht, meine Seele schmerzt, dann will ich alleine sein. Will zu Hause auf der Couch meinen Tränen freien Lauf lassen. Will mich in aller Ruhe wieder zusammenklauben und keine Kraft darauf verwenden müssen „zu funktionieren“. Wenn ich keine Kraft mehr habe, brauche ich keine Menschen. Dann brauche ich Sonne, ein gutes Buch, Schlaf, eine spannende Serie, einen Waldspaziergang,… Menschen fordern mich dann eher, auch wenn sie das nicht tun. „Ich bin für dich da“ ist schön, aber nicht das was ich brauche wenn ich ganz am Boden bin. Da brauche ich einfach meine Ruhe. Weiterlesen

Lebenslange Challenge

Meistens kommt es auf die Betrachtungsweise drauf an ob etwas positiv oder negativ ist. Wünsche die sich nicht erfüllen sind vielleicht für etwas Anderes gut… Ein Jobverlust ist möglicherweise das beste was einem passieren kann…. Die Wohnung die man nicht bekommt, um dafür in der Nachbarschaft der anderen die Liebe seines Lebens zu finden…..

Fakt ist. In der Situation wissen wir es normalerweise nicht. Erst im Rückblick wird oft einiges klarer. Ein großes Unglück entpuppt sich plötzlich als großes Glück. Bei der nachfolgenden Geschichte bin ich noch nicht klar. Ich stecke noch mittendrin. Obwohl eine kleine Idee wofür es gut ist, habe ich schon…..

Vorige Woche im Fitnessstudio. Bei uns trainieren auch die Masseure und Physiotherapeuten vom physikalischen Institut zwei Stockwerke darüber. Dadurch ist das Fitnessstudio wie eine kleine Familie. Man hat die Stammkunden, die Mitarbeiter, die Mitarbeiter vom physikalischen Institut und alle kennen sich. Vorige Woche hat mich eine der Masseurinnen angequatscht darauf, dass ich viel abgenommen hätte! Was mir zwar einerseits gefreut hat, andererseits absolut nicht wahr ist. Weiterlesen

No (Wo)Man, no Cry

Stellt euch vor es ist kurz vor Mitternacht am 31. Dezember. Ihr wartet auf den Jahreswechsel, im Fernsehen läuft ein Song und plötzlich habt ihr ein Aha-Erlebnis. So ging es mir mit Bob Marley. Die erste Erkenntnis kam also noch im alten Jahr, der Rest dann die Tage danach…

Als ich ein Kind war, vermittelte mir meine Großmutter immer dass ihr Leben leichter wäre, wenn sie Opi nicht dauernd bedienen müsste. Er war ein Pascha, der Herr des Hauses und sie hatte den ganzen Tag zu tun um ihn glücklich zu machen. So weit, der Stand der Beziehung wie er mir vermittelt wurde. Jahre später wurde mir klar, dass Omi sich über ihrer Märtyrerrolle definierte und ihr ganzer Lebensinhalt war unter ihrer Umwelt zu leiden. Allen voran natürlich Opi. Der war natürlich wirklich ein Egoist. Andererseits hatte sie ihn sich ausgesucht….Doch der Grundgedanke „Frauen sind ohne Männer besser dran“ war da schon gelegt. Weiterlesen

Ende einer Ära

Am Samstag gab es die letzte Massage mit dem besten Masseur aller Zeiten. 10 Jahre war ich bei ihm Kundschaft. Er hat mit mir meine Kindheit aufgearbeitet und ging mit mir durch Täler der Tränen. Er gab mir Kraft und Geborgenheit. Er tat mir gut. Immer. Auch wenn es manchmal schmerzte, wenn er meine empfindlichen Stellen traf. Wie der eine Punkt auf meinem Hintern – Verletzungen der Seele. Als er das erste Mal auf ihn traf, war das enorm schmerzhaft. Ich habe dann über die Jahre daran gearbeitet. Jetzt am Schluss war es noch leicht unangenehm, aber kein Vergleich mehr zu früher. Weiterlesen