Alles zu Ende?

Der erste Gedanke am Sonntag in der Früh beim Aufwachen „Mal schauen ob ich überhaupt aufstehen kann!?“

Und es ging überraschend leicht! Die Matratzen dürften eine heilende Wirkung haben. Nach einer kurzen Morgenhygiene ging es auch schon wieder los. Zwei Stunden Morgenmeditation. Angestachelt von meinem vorabendlichen Erfolgserlebnis versuchte ich den Schmerz wieder auszuhalten.

Einmal schaffte ich es, zweimal scheiterte ich wieder kurz vor Schluss. Mein persönliches Mantra „Bimmel endlich diese verdammte Glocke“ hatte nur einmal zum Ziel geführt und das war eindeutig der Steinbock in mir. Ich würde es zumindest einmal schaffen und wenn es das letzte ist was ich tue!

An diesem Morgen gab er uns auch noch eine Weisheit mit auf den Weg „Sei wie der Fluss. Der sieht nicht nach hinten und schreitet stetig voran.“ Ich fügte dann noch geistig hinzu „und er überwindet jedes Hindernis und langfristig bezwingt er sogar Stein“. Weiterlesen

Unter Beobachtung

Jetzt wo meine Großmutter gestorben ist, habe ich das Gefühl dass sie mich beobachtet. Nicht wacht über mich – das wäre zu positiv formuliert – sondern mir zuschaut. Und ich fühle mich wie ein kleines Kind, dass eine Überraschung plant. Ich habe immer noch Urlaub. Lümmel zu Hause rum, putze ein wenig, gehe trainieren und einkaufen. Ich mache nicht wirklich viel und tanke Kraft für das Arbeitsjahr.

Doch nächste Woche geht es wieder los. Ich werde wieder arbeiten gehen und was sie dann zu sehen bekommen wird, damit rechnet sie sicher nicht. Zeit ihres Lebens hat sie in mir das kleine Mädchen gesehen. Die Frau zu der ich geworden bin, hat sie nie sehen wollen. Selektive Wahrnehmung vom Feinsten. Schon als Opi damals gestorben war, war ich erleichtert nicht mehr versuchen zu müssen ihm endlich mein wahres Ich näher zu bringen. Es war eine sinnlose Aufgabe. Ich war das kleine, dumme Mädel, unfähig alleine zu überleben. Egal was ich auch vom Büro erzählte, es kam einfach nicht an. Weiterlesen

Voll super – Aber!

Als ich damals zum Rauchen aufgehört hatte, wurde mir von vielen prophezeit, dass ich das nicht durchhalten würde. Dass ich einen Rückfall haben würde. Ich wusste damals dass sie Unrecht haben, denn wenn ich mir etwas vornehme, dann ziehe ich es auch durch. Mittlerweile bin ich seit 4 Jahren Nichtraucher und ich habe nie wieder auch nur einen einzigen Zug von einer Zigarette genommen. Wie gesagt, wenn ich sage ich höre auf, dann höre ich auf. Weiterlesen

Drehbuch der Liebe – Teil 43

„Na gut, ich will ja nicht so sein. Auf die Frage für wen der Strampler sei, sagte ich ihnen dass er für den Menschen ist, der mir mehr bedeutet als der Oscar den ich gestern bekommen habe. Und wenn sie mir noch ein wenig folgen, werden sie sehen, dass ich auch noch Blumen kaufe für die Mutter meiner kleinen süßen Tochter. Woraufhin die Journalistin wissen wollte ob du nur Blumen bekommst, woraufhin ich ihnen den hier zeigte.“ Bei diesen Worten hatte er eine Ringschatulle aus seinem Anzug geholt und geöffnet. Mich blitzte ein silberner Ring an. Einfach, mit einem kleinen zarten Diamanten.
„Oh mein Gott! Wo hast du den jetzt so schnell her?“
„Den habe ich schon seit einem Jahr. Ich habe ihn heute eingesteckt, da ich nicht wusste, welche Richtung unser Gespräch nehmen würde. Doch ich wollte auf Nummer sicher gehen. Ich liebe dich Dina und ich will den Rest meines Lebens mit euch beiden und vielleicht mit noch mehr Kindern verbringen. Bitte sag ja und mach mich zum glücklichsten Mann auf Erden!“
Ich konnte nicht ja sagen. Ich konnte gar nichts sagen. Also fiel ich ihm einfach nur um den Hals. Ich klammerte mich an ihn wie ein Ertrinkender an ein Stück Holz. Er gab mir eine zweite Chance. Ich hatte vor sie zu nutzen. Da ich nicht sprechen konnte, küsste ich ihn. Ich küsste ihn und die Welt blieb stehen. Ich lachte und weinte zugleich. Ich spürte seine Lippen. Schmeckte ihn. Spürte seine Hände auf meinem Rücken. Die Rosen und der Strampler lagen am Boden. Den Ring hielt er in der einen Hand, mit der anderen hielt er mich fest. Ich fürchtete umzukippen. Meine Gefühle überrannten mich. Ich liebte ihn mit jeder Faser meines Körpers. Ihn zu spüren, ihn zu riechen, seine Gefühle für mich in seinen Augen zu sehen, dass war mehr als ich verkraften konnte. Ich war einfach nur glücklich. Und ich wollte ihn nie wieder los lassen müssen. Weiterlesen

Hoffnung

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch wenn sie einmal gestorben ist, dann ist sie genauso tot, wie alles andere auch. Menschen die mich ein wenig kennen, erkennen hier einen dezenten Anflug von Weihnachtsdepression. Und ja es ist wahr. Dieses Weihnachten ist zwar genauso entspannt und toll, wie das letzte, doch letztes Jahr hatte ich noch Hoffnung dass 2012, ein tolles Jahr wird. Nun, es war nicht schlecht. Ich habe viel Schönes erlebt heuer und im Großen und Ganzen gibt es auch nichts zu klagen.

Doch es ist Weihnachten und mein Geburtstag steht bevor. Und zwar ein besonderer. Es ist der Geburtstag, bei dem alles anderes sein sollte. Und doch ist es das nicht. Es ist alles beim alten. Und dass kann einem schon irgendwie die Stimmung trüben.

Vor ca. 10 Jahren hat mir mal eine Frau aus der Hand gelesen und mir 2 Kinder prophezeit, aber erst in ein paar Jahren. Ich habe damals gelacht. Doch nur bis mir kurz darauf die Karten gelegt worden sind, mit dem Ergebnis, dass der Mann meiner Träume und zukünftige Vater meiner Kinder, in ein paar Jahren in mein Leben treten würde. Ich müsse mich allerdings noch gedulden. Als ich von dem Zusammentreffen meiner Mutter erzählte, meinte sie, bei meiner Geburt habe sie ein Lebenshoroskop für mich erstellen lassen und da kam raus, dass der Mann meiner Träume erst zwischen meinem 30. und 35. Lebensjahr in mein Leben treten wird. Ich müsse mich also noch gedulden. Weiterlesen

Mittelweg

oder Märtyrer? Genau das war in den letzten Wochen immer wieder Thema. Ich wurde zum Märtyrer erzogen und habe es auch lange Jahre, exzessiv ausgelebt. Ich habe getan was mir gesagt wurde, ich war für alle da, habe mich aufgeopfert für die Gemeinschaft und wie es sich für einen echten Märtyrer gehört, war es der Gemeinschaft egal. Was mich bei meiner Sicht der Dinge, dass das Leben hart und ungerecht ist, bestätigt hat. Mir wurde gesagt, dass es meine Lebensaufgabe sei, sich aufzuopfern, damit es anderen gut geht. Mir wurde gesagt, ich bin das untere Ende der Nahrungskette und werde auch immer dort bleiben. Mir wurde prophezeit, dass ich egal was ich auch tue, ich nie es werden würde. Und ich habe es geglaubt. Doch bei dieser Sicht der Dinge fehlte mir etwas. Mir fehlte der Sinn des Lebens. Meine körpereigene Intuition, war mit dieser Sicht meines zukünftigen Lebens, nicht einverstanden.

Dieses Gefühl, dass da noch was fehlt, trieb mich an. Ich begab mich auf den Weg, denn Sinn meines Lebens zu finden. Und vor kurzem hab ich etwas gefunden, dass mein Leben viel lebenswerter gemacht hat. Genuss! Ich habe begonnen, nicht mehr ganz so viel zu leiden und stattdessen auch ein wenig mein Leben zu genießen. Und prompt erntete ich die ersten bösen Kommentare dazu. Wie kann ich denn auch nur! Ich bin ja noch jung. Mir steht es ja noch gar nicht zu! Ich muss doch zuerst leiden um dann leben zu dürfen. Doch was, wenn ich morgen sterbe? Was wenn ich keine Möglichkeit mehr bekomme, mein Leben zu genießen. Tja, das ist dann halt Pech. Unsere Vorfahren haben doch auch immer so gelebt, also muss meine Generation, dass auch so machen. Wir können doch nicht einfach unser Leben genießen, wo kommen wir denn da hin?! Weiterlesen