Emotionen am Begräbnis

Vorigen Freitag war ich bei einem Familienbegräbnis. Ein Verwandter den ich schon sehr lange nicht gesehen hatte. Anders als in meiner Kindheit. Damals sahen wir uns regelmäßig. Sein Sohn, seine Nichte und sein Neffe waren die einzigen Kinder mit denen ich zusammen gespielt habe in meiner Kindheit. Die einzigen Kinder mit denen ich herumtollen durfte. Im Garten unbeaufsichtigt – zumindest fehlte die normale Totalüberwachung meiner Großeltern – spielen durfte. Ich erinnere mich an Stunden in ihrem Kinderzimmer, wo sie ihr Spielzeug mit mir teilten. Nur sein Sohn war eher der Typ „Grätzn“ (ein Junge der es mochte mich zu ärgern).

Warum also ging ich zum Begräbnis? Eigentlich wegen meiner Mutter – er war ein wenig älter als sie, seiner Schwester – sie war auch bei den Begräbnissen meiner Großeltern – und weil er halt nun mal Familie ist. Weil es sich so gehört. Weil er Teil meines Lebens war und es jetzt nicht mehr ist. Der Vorteil dass ich ihn schon ewig nicht mehr gesehen hatte, ich war grundsätzlich nicht schon emotional angeschlagen! Was aber noch lange kein Indiz ist, dass ich nicht trotzdem heule. Ich „springe“ total auf die Emotionen in meinem Umfeld an. Und auf einem Begräbnis ist die vorherrschende Emotion nun mal Trauer! Und wenn jemand in meiner Nähe extrem traurig ist, dann heule ich schon mal auch mit. Oder bei der passenden Musik. Es gibt Musikstücke bei denen heule ich immer! Hallelujah in der Version von Jeff Buckley zum Beispiel. Wenn ich die Nummer höre, kommen die Tränen ganz von selber. Selbst wenn ich eigentlich glücklich zu Hause sitze! Weiterlesen

Spotlight

Eigentlich wollte ich mir den Film damals schon im Kino anschauen, aber irgendwie ist er mir entgangen. Doch jetzt war es endlich so weit. Und er ist echt sehr sehenswert! Wahrscheinlich auch weil es sich leider um wahre Geschichte handelt.

2001 in Boston schreibt eine Kolumnistin des Boston Globe eine Kolumne über den sexuellen Missbrauch von mehreren Kindern durch einen Pfarrer. Und dass er angeblich von einem Kardinal gedeckt wird. Der neue jüdische Chefredakteur setzt „Spotlight“, das vierköpfige, investigative Team des Boston Globe darauf an. Die fangen an zu recherchieren und finden bald heraus, dass es dabei nicht nur um einen Pfarrer geht und das ein totales System dahintersteckt. Auch ein paar Anwälte verdienen damit gutes Geld. Auf Kosten der Opfer natürlich…. Weiterlesen