Jobsuche

Nein, nicht ich. Aber drei ehemalige Kollegen! Bei meiner alten Dienststelle gibt es derzeit offenbar extreme Abwanderungstendenzen….

Ein Jahr lang wurde den Mitarbeitern alles mögliche versprochen. Jetzt können sie nicht mehr so tun als ob sie es wirklich einhalten können. Und bei der Gruppe derjenigen welche nicht in den nächsten Jahren in Pension gehen und die kein Problem mit arbeiten bzw. Veränderung haben, sind derzeit einige auf Jobsuche. Weiterlesen

Kunigunde

Ich habe euch versprochen euch meine anstrengende Kollegin vorzustellen und ich muss sagen die erste Herausforderung war ein Synonym zu finden. Es gibt Namen die verbinde ich mit einem Gefühl. Positiv oder negativ. Doch mir fiel keine Frau ein die auch nur annähernd dem Gefühl nahe kam, welches ich für diese Frau empfinde! Am nähesten dran ist da noch meine Großmutter, aber auch nicht wirklich. Es war einfach nicht stimmig. Also suchte ich einen alten Namen raus, da sie auf mich manchmal wie aus der Welt gefallen scheint….

Normalerweise sehe ich Kunigunde gar nicht, was mir aber auch sehr recht ist! Sie ist nicht nur eine andere Generation – gut damit hätte ich ja genug Erfahrung – sie ist auch total in ihrer eigenen Welt gefangen. Und in ihrem Kopf muss es sehr düster aussehen. Ihr Leben besteht offenbar nur aus zwei Farben – schwarz und weiß. Sie hat mir noch nichts erzählt, dem ich auch nur ansatzweise folgen kann oder will! Sie ist das geborene Opfer und zwar in der stärksten Ausprägung die mir jemals untergekommen ist!

Und sie ist total unempfindlich gegen negative Schwingungen. Wenn du ihr heute drüber fährst, sie stehen lässt, ihr erklärst dass sie dich nervt,…. Sie steht am nächsten Tag wieder da und redet wieder mit dir, als wäre nichts gewesen. Wobei ich schon versuche sie nicht zu sehr abzuschasseln, schließlich habe ich Respekt vor dem Alter, aber manchmal treibt sie mich über meine Grenzen. Meistens lasse ich sie dann einfach stehen und gehe. Und ich bin nicht die einzige. Alle meiden sie wo es nur geht.

Anfangs hatte ich eher Mitleid mit ihr. Sie ist ein armes Hascherl dass sich zuerst von ihrem Mann und nun von ihrem Sohn unterdrücken lässt. Gut, das ist ihre Sache. Ihre Ansichten sind aber für jede Feministin schmerzhaft! Das kannst du dir einfach nicht anhören. Genauso wenig wir ihre Männerfeindlichkeit. Männer sind ja grundsätzlich an allem Schuld. Als sie das letztens beim Essen kommunizierte ist mein Kollege einfach aufgestanden und gegangen. Gut, kann ich auch verstehen!

Als wir bei einer Feier darüber sprachen was bei einem Blackout gut wäre zu Hause zu haben, hat sie uns erklärt „Ich will gar keine Lebensmittel vorrätig haben, sonst kommen meine Nachbarn und rauben mich aus.“ Ich glaube manchmal, sie besitzt gar kein Glas… (Es ist also weder halb voll, noch halb leer, sondern gar nicht vorhanden). Als wir Schneegestöber in Wien hatten, erklärte sie mir, sie dürfe laut ihrem Sohn keinen Trockner besitzen und müsse ihre Wäsche am Balkon trocknen. Als ich mal nachhakte – obwohl ich es eh schon wusste – wem denn die Wohnung gehören würde, kam nur ein „Niemanden, ist eine Mietwohnung“. Doch ich lies nicht locker „Und wer zahlt die Miete?“ Natürlich zahlt die sie. Ihr Sohn schnorrt sich mit 25plus immer noch durch und trägt nichts bei, schafft aber mit ihr an. Ich beendete das Gespräch dann mit „Wenn ich die Miete zahle, ist es meine Wohnung und wenn ich einen Trockner will, dann lege ich mir auch einen zu!“

Wie gesagt, sie lässt sich unterdrücken. Ist mir grundsätzlich wurscht. Ist ihr Leben und ich bin kein Retter. Doch wenn sie es mir dauernd ungefragt erzählt, dann entzieht sie mir mit ihren Blödheiten meine Energie. Weshalb ich ihr aus dem Weg gehe. Mein Kollege wiederum lässt sie prinzipell stehen oder ignoriert sie. Das fand ich anfangs extrem heftig, verstehe ich mittlerweile aber! Jedes Mal wenn sie den Mund aufmacht, bin ich versucht ihr zu widersprechen. Ganz toll finde ich immer wenn ich etwas erzähle und sie dann ihren Senf dazu gibt. Vorzugsweise mit der Formulierung „Nein, das war….“. Ja bitte, erzähle mir meine Geschichte wo ich dabei war und du nicht! Dazu kommt, dass sie glaubt dass sie die Beste ist! Was ich jetzt nicht beurteilen kann, da ich dienstlich mit ihr gar nichts zu tun habe. Ich weiß nur dass sie bei unserem Auftrag für den Oberboss, als der Kollege sie zu meiner Unterstützung schicken wollte, sie sich verweigert hat. Also Teamplayer ist sie definitiv nicht, was mir aber ganz recht war. Die hätte uns wahrscheinlich nur aufgehalten! Sie mag gut sein, schnell ist sie aber definitiv nicht!

Tja, das ist unsere Kunigunde. Kurz vor der Pension, will sie aber nicht gehen, da man in der Pension sowieso verblödet. Sie wird bis zum letzten Tag da sein und sich danach einen Job in der Privatwirtschaft suchen. Würde mich nur interessieren, was sie sich vorstellt, wer ihre Expertise brauchen kann? Nein, eigentlich doch nicht…..

© Libellchen, 2017

Bis zur Pension…

Manchmal höre ich noch was von meiner alten Dienststelle. Mein Ex-Chef besucht mich ca. zwei Mal im Monat und hin und wieder ereilt mich ein Anruf. Letztens hat mich mein Planungskollege angerufen. Derjenige der mich abgesägt hat, beerbt mich jetzt offiziell – welch eine Überraschung – und hat ihm den Stellvertreterposten angeboten. Also konkret die Budgetaufgaben. Und er wollte wissen, was da auf ihn zukommen würde, wenn er es denn annehmen würde…

Nach drei Minuten war er überzeugt, es nicht zu wollen. Vor allem auch wegen meinen Ex-Mitarbeiterinnen. Die sind nämlich laut seiner Definition „schwierige Persönlichkeiten“. So kann man es auch sagen… Weiterlesen

Schockierende Mail

Es war eigentlich ein ganz normaler Tag. Im Büro war einiges los, Silvia ärgerte sich weil sie von einem Kollegen am Telefon unfreundlich abgewimmelt worden war. Wichtige Menschen am Gang und Margit war gerade erst im Büro eingetroffen, weil sie ihre Katze zur Operation gebracht hatte. Und ich saß vor meinem PC und sortierte die Post. Da poppte die Mailbenachrichtigung auf und als ich den Betreff las, glaubte ich an einen Fehler. Das konnte doch gar nicht sein. Nicht schon wieder!

Also öffnete ich die Mail und las. Doch was mich da wirklich erwartete, damit konnte ja niemand rechnen. Du bist mein Erster. Wahrscheinlich wusstest du das nicht und es wird dir auch egal sein. Mir nicht. Ich werde es nicht vergessen. Ich gab irgendeinen Laut von mir, der Margit alarmierte. Auch Silvia kam gerade wieder beim Büro herein. Ich winkte ihr zu und lies sie selbst lesen. Plötzlich wurde alles klar. Die wichtigen Besucher und das abwimmeln am Telefon.

Dein Kollege konnte ihr nicht sagen wo du bist. Keiner kann das. Außer jene die an den Himmel glauben…. Die haben sicher eine Idee. Andererseits. Wenn ich gläubig wäre, müsste ich dich in der Hölle vermuten. Die Formulierung „freiwillig aus dem Leben geschieden“ grub sich in meine Netzhaut ein. Mein erster Selbstmörder den ich persönlich kannte. Nicht nur kannte, der mir jede Woche mehrmals über den Weg gelaufen war. Weiterlesen

Beschwipst am Badestrand

So was aber auch! Hab die Familie von vorigem Jahr im Sommer wieder getroffen. Zur Erinnerung, ich habe mich mit einer 48-jährigen Frau angefreundet, die mit ihrem Lebensgefährten am selben See badet wie ich. Im Zuge dessen habe ich auch ihre Mutter und deren Lebensgefährten kennen gelernt. Und immer wenn ich baden war, haben wir uns voriges Jahr einen Baum geteilt. Diese Tradition haben wir heuer gleich wieder aufgenommen. Die Tochter war zwar ein wenig zurückhaltender als voriges Jahr, dafür hat mich ihre Mutter ins Herz geschlossen.

Am Samstag waren alle da, am Sonntag nur die älteren. Und wir plauderten wie alte Freunde. Und mittags gingen wir zur Kantine was trinken. Und da gönnte ich mir bei 30 Grad in der Sonne einen Aperol-Spritzer und einen halben Radler. Natürlich war ich dann auch gleich mal total beschwipst und schlief dann erstmal eine Runde im Schatten. So etwas ist mir ja überhaupt noch nie passiert. Andererseits neige ich auch nicht dazu mich mit wildfremden Familien anzufreunden… Weiterlesen

Geschützt: Aber die Rahmenbedingungen ändern sie nicht!

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Geschützt: Ein Vergleich

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