Breaking News – Frank Schätzing

Ein wahrer Glücksgriff das Buch! Habe es im Abverkauf um € 4,– mitgenommen. Selbst wenn es schlecht gewesen wäre, bei 950 Seiten wäre es immer noch ein Schnäppchen gewesen. Es war aber alles andere als schlecht! Es war nur ganz anders als erwartet….

Ich dachte an eine spektakuläre Nachricht. Ich bekam die spektakuläre Geschichte der Staatengründung Israels! Im jetzt geht es um einen deutschen Reporter und wir starten in Afghanistan im Jahr 2008. Ab hier wird die Geschichte von Tom Hagen erzählt. Doch damit nicht genug. Im zweiten Kapitel sind wir plötzlich bei der Familie Kahn (frei erfunden) im Kuhstall in Palästina im Jahr 1929. Ebenfalls in dem Kuhstall ist die Familie Scheinermann mit dem kleinen Arik.

Ab hier springen wir immer mal wieder hin und her. Bis sich die Geschichte ca. bei Seite 600 trifft…. Weiterlesen

Filterblase

Man sagt ja, dass man auf Facebook in einer Filterblase lebt. Leider ist das nicht so….

Immer wieder lese ich Kommentare von Menschen die mir im echten Leben nie begegnet wären…

Ich habe mal überlegt wie das war, bevor es Internet gab. Da lebte ich in einem kleinen Ort, relativ weit weg von der nächsten Stadt. Ich sah immer dieselben Menschen und wir alle lebten in unserer kleinen Ortsblase! Es gab die gruseligen Typen denen man aus dem Weg gegangen ist, genauso wie den radikalen Typen. Man mied die Orte an denen sie abhangen und kam somit ganz gut durchs Leben.

Heutzutage lese ich einen Beitrag von einer Zeitung und schon springt mich ein Kommentar an, wo ich wieder da sitze und mir denke „Wie engstirnig kann man eigentlich sein?“ oder ähnliches. Weiterlesen

Kunigunde

Ich habe euch versprochen euch meine anstrengende Kollegin vorzustellen und ich muss sagen die erste Herausforderung war ein Synonym zu finden. Es gibt Namen die verbinde ich mit einem Gefühl. Positiv oder negativ. Doch mir fiel keine Frau ein die auch nur annähernd dem Gefühl nahe kam, welches ich für diese Frau empfinde! Am nähesten dran ist da noch meine Großmutter, aber auch nicht wirklich. Es war einfach nicht stimmig. Also suchte ich einen alten Namen raus, da sie auf mich manchmal wie aus der Welt gefallen scheint….

Normalerweise sehe ich Kunigunde gar nicht, was mir aber auch sehr recht ist! Sie ist nicht nur eine andere Generation – gut damit hätte ich ja genug Erfahrung – sie ist auch total in ihrer eigenen Welt gefangen. Und in ihrem Kopf muss es sehr düster aussehen. Ihr Leben besteht offenbar nur aus zwei Farben – schwarz und weiß. Sie hat mir noch nichts erzählt, dem ich auch nur ansatzweise folgen kann oder will! Sie ist das geborene Opfer und zwar in der stärksten Ausprägung die mir jemals untergekommen ist!

Und sie ist total unempfindlich gegen negative Schwingungen. Wenn du ihr heute drüber fährst, sie stehen lässt, ihr erklärst dass sie dich nervt,…. Sie steht am nächsten Tag wieder da und redet wieder mit dir, als wäre nichts gewesen. Wobei ich schon versuche sie nicht zu sehr abzuschasseln, schließlich habe ich Respekt vor dem Alter, aber manchmal treibt sie mich über meine Grenzen. Meistens lasse ich sie dann einfach stehen und gehe. Und ich bin nicht die einzige. Alle meiden sie wo es nur geht.

Anfangs hatte ich eher Mitleid mit ihr. Sie ist ein armes Hascherl dass sich zuerst von ihrem Mann und nun von ihrem Sohn unterdrücken lässt. Gut, das ist ihre Sache. Ihre Ansichten sind aber für jede Feministin schmerzhaft! Das kannst du dir einfach nicht anhören. Genauso wenig wir ihre Männerfeindlichkeit. Männer sind ja grundsätzlich an allem Schuld. Als sie das letztens beim Essen kommunizierte ist mein Kollege einfach aufgestanden und gegangen. Gut, kann ich auch verstehen!

Als wir bei einer Feier darüber sprachen was bei einem Blackout gut wäre zu Hause zu haben, hat sie uns erklärt „Ich will gar keine Lebensmittel vorrätig haben, sonst kommen meine Nachbarn und rauben mich aus.“ Ich glaube manchmal, sie besitzt gar kein Glas… (Es ist also weder halb voll, noch halb leer, sondern gar nicht vorhanden). Als wir Schneegestöber in Wien hatten, erklärte sie mir, sie dürfe laut ihrem Sohn keinen Trockner besitzen und müsse ihre Wäsche am Balkon trocknen. Als ich mal nachhakte – obwohl ich es eh schon wusste – wem denn die Wohnung gehören würde, kam nur ein „Niemanden, ist eine Mietwohnung“. Doch ich lies nicht locker „Und wer zahlt die Miete?“ Natürlich zahlt die sie. Ihr Sohn schnorrt sich mit 25plus immer noch durch und trägt nichts bei, schafft aber mit ihr an. Ich beendete das Gespräch dann mit „Wenn ich die Miete zahle, ist es meine Wohnung und wenn ich einen Trockner will, dann lege ich mir auch einen zu!“

Wie gesagt, sie lässt sich unterdrücken. Ist mir grundsätzlich wurscht. Ist ihr Leben und ich bin kein Retter. Doch wenn sie es mir dauernd ungefragt erzählt, dann entzieht sie mir mit ihren Blödheiten meine Energie. Weshalb ich ihr aus dem Weg gehe. Mein Kollege wiederum lässt sie prinzipell stehen oder ignoriert sie. Das fand ich anfangs extrem heftig, verstehe ich mittlerweile aber! Jedes Mal wenn sie den Mund aufmacht, bin ich versucht ihr zu widersprechen. Ganz toll finde ich immer wenn ich etwas erzähle und sie dann ihren Senf dazu gibt. Vorzugsweise mit der Formulierung „Nein, das war….“. Ja bitte, erzähle mir meine Geschichte wo ich dabei war und du nicht! Dazu kommt, dass sie glaubt dass sie die Beste ist! Was ich jetzt nicht beurteilen kann, da ich dienstlich mit ihr gar nichts zu tun habe. Ich weiß nur dass sie bei unserem Auftrag für den Oberboss, als der Kollege sie zu meiner Unterstützung schicken wollte, sie sich verweigert hat. Also Teamplayer ist sie definitiv nicht, was mir aber ganz recht war. Die hätte uns wahrscheinlich nur aufgehalten! Sie mag gut sein, schnell ist sie aber definitiv nicht!

Tja, das ist unsere Kunigunde. Kurz vor der Pension, will sie aber nicht gehen, da man in der Pension sowieso verblödet. Sie wird bis zum letzten Tag da sein und sich danach einen Job in der Privatwirtschaft suchen. Würde mich nur interessieren, was sie sich vorstellt, wer ihre Expertise brauchen kann? Nein, eigentlich doch nicht…..

© Libellchen, 2017

Wichtige Retter

Letzte hatte ich ja schon ein wenig über Retter die zu Täter werden geschrieben. Eine Variante lebt Mrs. Wichtig in meiner neuen Dienststelle.

Sie will helfen. Sich kümmern. Die Abteilung retten! Alle koordinieren. Alles in Ordnung bringen. Blöderweise auch Dinge die gar nicht in Unordnung waren, bevor sie sich ihrer angenommen hatte! Achja, die Abteilung muss auch nicht gerettet werden.

Was war passiert. Nun, kurz gesagt, sie ist an mich geraten. Leider immer noch kein Opfer….

Wir haben kurzfristig eine Ferialpraktikantin bekommen. Und sie hat den Auftrag bekommen, das junge Ding zu beschäftigen. Am ersten Tag war noch meine Freundin im Büro, doch spätestens am Donnerstag tat sich für sie ein Problem auf, das sie versuchte zu lösen! Und zwar folgendermaßen… Weiterlesen

Retter – Opfer – Täter

Was macht ein Mensch mit einem Rettersyndrom wenn er keine Opfer findet? Er wird zum Täter, schafft sich ein Opfer und dann kann er es retten! Das gibts nicht? Doch das gibt es immer wieder. Man muss nur schon sehr genau hinschauen dass man sieht was passiert.

Es gibt Menschen die brauchen es für ihr Ego, für alle, immer und überall da zu sein. Ich bin da ganz anders. Ich bin froh wenn die Leute ihr Leben selbst regeln und mich nicht damit belasten! Natürlich bin ich auch für Freunde und Familie da, aber im Büro bin ich jetzt nicht diejenige die hier schreit, wenn jemand aufgefangen werden will. Ich hatte mein Leben lang genug mit mir selber zu tun, mich von anderen belasten zu lassen mag ich mir nicht mehr geben. Hatte ich lange genug! Weiterlesen

Spotlight

Eigentlich wollte ich mir den Film damals schon im Kino anschauen, aber irgendwie ist er mir entgangen. Doch jetzt war es endlich so weit. Und er ist echt sehr sehenswert! Wahrscheinlich auch weil es sich leider um wahre Geschichte handelt.

2001 in Boston schreibt eine Kolumnistin des Boston Globe eine Kolumne über den sexuellen Missbrauch von mehreren Kindern durch einen Pfarrer. Und dass er angeblich von einem Kardinal gedeckt wird. Der neue jüdische Chefredakteur setzt „Spotlight“, das vierköpfige, investigative Team des Boston Globe darauf an. Die fangen an zu recherchieren und finden bald heraus, dass es dabei nicht nur um einen Pfarrer geht und das ein totales System dahintersteckt. Auch ein paar Anwälte verdienen damit gutes Geld. Auf Kosten der Opfer natürlich…. Weiterlesen

The boy next door!

Das war mal was ganz was anderes, als wir normal im Kino schauen. Und ich war sehr zögerlich, ob ich ihn sehen will. Ich steh ja nicht so auf Thriller. Und stalkende Psychopathen sind normalerweise auch nicht so meines!

Meine Erwartungen waren also nicht wirklich sehr hoch und konnten daher auch bei weitem übertroffen werden. Ich fand den Film überraschend gut! Der psychopathische Nachbar war nicht nur ein schnuckeliges Kerlchen, sondern auch so richtig schön durchgeknallt. Und J. Lo war nicht so das klassische Opfer, das schreiend durch die Gegend läuft und sich nur fürchtet. Und es gab auch ein paar überraschende Schreckmomente und Wendungen die ich nicht erwartet hatte.

Mein Fazit ist daher – sehenswert. Falls ihr also am Wochenende eine gute Unterhaltung sucht, aufgrund des absolut miesen Wetters, würde ich einen Kinobesuch empfehlen.

© Libellchen, 2015