Verantwortung ernst nehmen

Ich habe das immer getan, als ich noch Verantwortung für Mitarbeiter und einen Bereich hatte. Ich wusste, dass ihm Endeffekt ICH verantwortlich war, wenn etwas bei den Budgetzahlen nicht gestimmt hätte. Deshalb habe ich die Zahlen auch regelmäßig überprüft. Zum einen weil es mein Job war und zum anderen weil ich Zahlen lesen kann. Es gibt aber sicher Menschen die sich damit schwerer tun.

Leider kommen mir ähnlich verantwortungsbewusste Menschen eher selten unter. Das Geld nimmt zwar jeder, doch die Verantwortung wollen die wenigstens tragen. Für mich ein zusätzlicher Grund genau zu arbeiten war, dass wir von Steuergeldern sprechen. Nicht von meinem Privatvermögen, sondern von dem Geld der österreichischen Steuerzahler. Als Bundesbedienstete war ich mir dessen immer bewusst. Weiterlesen

Lasst uns arbeiten!

Bei meiner ersten Firma war ich fast ein Workaholic. Es gab keine Überstunden oder Freizeitausgleich, ich arbeitete trotzdem zwischen acht und vierzehn Stunden täglich. Was wahrscheinlich gar nicht rechtens war….Zusätzlich pendelte ich noch zwei Stunden am Tag. Zu Hause war ich nur zum Schlafen. Unter der Woche gab es sonst nichts für mich. Arbeiten, pendeln, schlafen. Damals machte ich das gern. Ich wollte mich beweisen. Zeigen was ich kann. Wollte Anerkennung und bekam sie auch. Dafür nahm ich vieles in Kauf. Auch schlechte Bezahlung. Das war vor zwanzig Jahren.

Zwanzig Jahre habe ich fast durchgehend gearbeitet. Nur eine Auszeit gab es von fünf Monaten, wo ich auf den neuen Job wartete. Diese fünf Monaten waren die Hölle. Kein Geld, viel Zeit, keine Lebensaufgabe und alle Freunde in der Arbeit. Ich arbeite gerne. Habe gerne eine Beschäftigung. Einen Grund aufzustehen und ausser Haus zu gehen. Ich kann nämlich auch ganz anders. Ich kann auch megafaul sein und versumpfen. Aber halt nicht lange. Weiterlesen

Ungeduld

Geduld und Zielstrebigkeit verträgt sich offenbar recht schlecht. Ich habe ja vor längerem eine Persönlichkeitsanalyse gemacht wo rauskam das ich über die Norm zielstrebig und entscheidungsfreudig bin. Man könnte auch sagen ich „fakel nicht lange“. Das war auch das größte Problem mit meinem Letzt-Ex. Er mag ja auch in irgendeiner Form zielstrebig sein, aber sicher am anderen Ende der Scala als ich es bin. Wo er jahrzehntelang plant, hab ich schon alles längst erledigt. Irgendwie erinnert er mich an meinen Großvater. Der hat sein Leben lang auf ein Ziel hingearbeitet, allerdings hat er nie etwas getan um das Ziel auch wirklich zu erreichen…. Er ist dann übrigens auch gestorben bevor er es erreicht hat! Weiterlesen

Resilienz des öffentlichen Dienstes

Ich war mal wieder auf Fortbildung. Es ging um Innovation im öffentlichen Dienst. Also eigentlich ging es zwei Tage um Innovationstheorie. Wir haben Input von OECD und EU bekommen, Theorien aus den 60er Jahren bis heute durchgeackert und Theorien bezüglich Nachfolge des CAF (Common Assessment Framework ein Qualitätsmanagementtool) in ihre Einzelteile zerlegt und darüber philosophiert. Und ja, es war genauso langatmig wie es sich hier liest!

Wir haben aber auch über die Praxis gesprochen und eine Vortragenden, die dafür zuständig ist das Wirkungscontrolling im öffentlichen Dienst zu implementieren, hat uns nach Jahren des „Kampfes“ erklärt dass sie sich immer noch nicht sagen traut ob sich das Neue durchsetzt oder ob es vom Alten gefressen wird…. Das kommt mir bekannt vor! Eine innovative Idee gebären ist eine Sache. Das funktioniert mit Design Thinking und einem offenen Geist „recht leicht“. Doch eine innovative Idee im öffentlichen Dienst implementieren ist eine Herkulesaufgabe! Weiterlesen

Lebensrückblick – Teil 3, 3. Jahrzehnt

Mauer mit Sprüngen und Verluste.

20 bis 30….

Meine „Freundin“ die mit mir in der WG wohnte steckte zuerst jedem Jungen der mir gefiel ihre Zunge in den Hals und lies mich dann mit Schulden sitzen. Mein erster und letzter Kontakt mit dem Gerichtsvollzieher!

Der erste Job entwickelte sich gut. Ich war viel unterwegs, reiste viel, machte viele unbezahlte Überstunden und bekam dafür Anerkennung und jedes Jahr eine Gehaltserhöhung. Ich fühlte mich wohl. Ich konnte zeigen dass ich gut bin.

Am Wochenende gab es immer noch Party. Zuerst bei mir in der Wohnung und dann ging es in die Stadt. Weiterlesen

Raue Stimme und Jobunsicherheit

Vom Hals in die Nebenhöhlen und wieder retour in den Hals. Die Verkühlung ist doch recht hartnäckig, trotzdem fühle ich mich nicht krank und war auch arbeiten diese Woche. Dort musste ich meiner Freundin erstmal klar machen, dass ich mich trotz rauer Stimme nicht krank fühle, weil ich sonst auch nicht im Büro wäre!

Keine Kopf- oder Gliederschmerzen, keine unbändige Müdigkeit, nur ein wenig Schleim im Hals. Ich werde auch im Laufe des Tages nicht müder – ein untrügliches Zeichen für einen grippalen Infekt – bin eigentlich den ganzen Tag gut drauf.

Im Büro machen gerade wieder die Gerüchte die Runde. Welche Farbe bekommen wir wohl, wer wird neuer Minister? Und mit jedem neuen Namen der auftaucht, steigt auch die Aufregung. Also bei den anderen. Ich warte mal ab und schaue was kommt. Kann es ja eh nicht ändern! Natürlich nervt es manchmal wenn nach Neuwahlen Reformen gestoppt werden und Führungspositionen – unabhängig von Kompetenz – umgefärbt werden. Aber damit muss man im öffentlichen Dienst halt leben… Weiterlesen