Fehler passieren

Ich bin immer noch mit meiner nicht mehr so schönen weißen Wand beschäftigt. Genauer gesagt hat sie mich am Abend vom einschlafen abgehalten. Und zwar weil ich nicht greifen konnte, warum mich das so aufregt. Es ist behebbar. Zumindest die Wand. Mit dem Cut im Boden werde ich leben müssen – wobei wenn man es nicht weiß, sieht man es nicht. Von daher kann ich sicher damit leben. Ich ärgere mich trotzdem.

Zum einen habe ich mir eine neue Wohnung gekauft und das erste was ich machen muss – ist renovieren! Ich muss Farbe kaufen und Pinsel – ja ich habe NICHTS um einen Streifen an der Wand zu „reparieren“. Ich bin keine von diesen Frauen. Ich brauche für solche Dinge, jemand der mir hilft. Ich mache alles, aber mir muss man sagen, was ich tun soll. Jetzt muss ich Farbe kaufen, was nach meinem Wissen nur in 10 Kilo Verpackungen gibt?! – Ich brauche nur ganz wenig. Das sind genau die Dinge, wegen denen ich verzweifelt einen Nachmieter gesucht habe, um sie mir zu ersparen. Aber offensichtlich hatte ich nie eine Chance. Weiterlesen

Lebenszweck

Heute geht es um die Suche nach dem Sinn im Leben. Viele Jahre habe ich mit meinem Schicksal gehadert. Habe alle möglichen Menschen für mein Unglück verantwortlich gemacht und bin dabei immer depressiver geworden. Vor ca. 5 Jahren bin ich das erste Mal mit Esoterik in Kontakt gekommen. Dazu muss man sagen ich bin von Menschen erzogen worden, die nach dem Grundsatz lebten „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht.“ Wobei diese Metapher nicht nur mit dem Essen zu tun hat. Es zog sich durch ihr ganzes Leben und konnte gut umgelegt werden auf – Alles was neu ist, ist schlecht!

Natürlich war so für mich auch alles Neue schlecht. Ein Skeptiker wie er im Buche steht. Allerdings gibt es da noch eine andere Seite in mir. Ich bin geneigt Dinge auszuprobieren, wenn keine negativen Konsequenzen im Vorhinein erkennbar sind. Frei nach dem Motto – Hilft es nicht, schadet es nicht. Weiterlesen

Humor

Es gibt nichts Schöneres als von ganzem Herzen lachen zu können. Humor ist etwas Wunderbares. Zumindest meistens. Humor ist nämlich auch Geschmackssache. Nicht über alles was jemand witzig findet, kann ich lachen. Tiefe, frauenfeindliche Witze haben mir noch nie ein Lächeln entlockt. Dafür war ich früher im Sarkasmus zu Hause, was mich heute nur noch nervt. Zynismus brauch ich mittlerweile auch nicht mehr. Überhaupt kommt mir vor, dass Humor oftmals genutzt wird um etwas zu überspielen.

Doch das ist jedem selbst überlassen. Die Menschen die denselben Humor wie ich haben, mit denen verstehe ich mich, jene die nur mit Sarkasmus und Zynismus kommunizieren können, meide ich. Da kommt mir einfach zu viel negative Energy an. Doch letztens ist mir etwas passiert, das hat alles bisher Erlebte übertroffen.

Ein ganz lieber Kollege hatte am Wochenende einen Herzinfarkt. Er kam rechtzeitig ins Spital, wurde operiert und ist mittlerweile schon wieder auf dem Weg der Besserung. Doch ist das ein Grund darüber Witze zu reißen? Ich denke nicht. Und trotzdem haben seine lieben Kollegen nichts Besseres zu tun, als mit Witzchen durch die Gegend zu laufen. Doch bei mir kamen sie damit an die falsche Adresse. Ich habe ihnen gesagt, dass ich die Scherzchen weder witzig noch angebracht halte.

Nun gut, ich bin jetzt die Zicke. Warum? Weil ich meine Meinung geäußert habe? Weil ich nicht bereit mit, bei ihren Spielchen wie überspiele ich die Angst vor der eigenen Sterblichkeit, mitzuspielen? Ja genau deshalb. Mir ist schon klar, dass sie alle einen Schreck bekommen haben. Er ist im selben Alter wie sie selber, er raucht genau so viele Zigaretten wie sie selber und er macht mehr Sport. Da haben sie Angst bekommen und haben es ins Lächerliche gezogen.

Ich finds nicht witzig und ich steh auch dazu. Sollen sie ihre Witzchen reißen wenn sie dann ihre Angst vertreiben können, doch mir brauchen sie damit nicht mehr kommen. Da bin ich lieber die Zicke als ein Mitläufer der über unlustige Witze lacht.

© Libellchen, 2012

Erwartungshaltung

Wenn man keine Erwartungen hat, kann man auch nicht enttäuscht werden. Lange Jahre habe ich das von der negativen Seite gesehen. So nach dem Motto, ich erwarte mir lieber gar nichts, da es eh nicht erfüllt wird. Doch mittlerweile sehe ich das von der positiven Seite. Mittlerweile sehe ich das so, wenn ich das Leben einfach auf mich zukommen lasse, werde ich mit sehr vielen schönen Momenten belohnt. Natürlich ist es nicht ganz so einfach. Aber es wird. Je mehr man im hier und jetzt lebt, desto weniger Erwartungen an die Zukunft ergeben sich. Viele Erwartungen entstehen oftmals ja erst dann, wenn man mit etwas unzufrieden ist.

Der Urlaub war das beste Beispiel dafür. Ich hatte mir zuvor so gar nichts vorstellen können, und somit waren meine Erwartungen auch relativ gering. Ich habe mich auf Sonne und Entspannung gefreut und hab sie auch bekommen. Da ich keine Vorstellungen von unserem Urlaubsziel hatte, wurde ich auch nicht enttäuscht. Hätte ich mir einen bestimmten Strand erwartet oder ein bestimmtes Hotel, so wäre ich möglicherweise enttäuscht gewesen. Doch ich habe einfach alles angenommen was auf mich zukam. Und das war sehr viel schönes. Weiterlesen

Glaubenssätze

„Ich habe alles was ich brauche um glücklich zu sein.“ – Ella Kensington, Die 7 Botschaften unserer Seele.

Dieser Satz ist mich regelrecht angesprungen. Wahrscheinlich weil ich in dem Moment wo ich ihn gelesen habe, in Sri Lanka am Strand gelegen bin und er in dem Moment auch genau zutraf. Normalerweise konzentrieren wir Menschen uns auf den Mangel. Wirklich beschäftigen tun uns vor allem die Dinge, die wir nicht haben. Selten schaffen wir es einfach nur zufrieden zu sein, mit dem was wir haben. Daran habe ich in den letzten Monaten intensiv gearbeitet. Ich habe gelernt auch das positive in meinem Leben wahr zu nehmen und entsprechend zu würdigen. Positive Dinge erregen oftmals nicht so viel Aufmerksamkeit wie negative.

Natürlich gibt es auch Dinge in meinem Leben, die nach wie vor nicht so laufen wie erhofft. Doch dann las ich das Buch und da war die Rede von Glaubenssätzen. Das Thema hatte ich auch erst unlängst in einem Gespräch. Ich habe mit 16 Jahren beschlossen, keine Kinder zu bekommen. Nie. Und ja es hat funktioniert. Ich bin jetzt 34 und mein „Wunsch“ hat sich erfüllt. Natürlich war es damals kein Wunsch, vielmehr eine Überzeugung, die ich schon lange nicht mehr habe, aber ich habs nie „abbestellt“. Natürlich muss man an solche Dinge nicht glauben. Doch so oft, wie mir positive Wünsche mittlerweile erfüllt worden sind, sollte ich vielleicht alte „Wünsche“ oder auch tief verwurzelte „Glaubenssätze“, die ich nicht mehr brauche, loswerden. Weiterlesen

Teddy – Kapitel 16

Die folgenden Wochen verbrachte Teddy damit den Domitak immer besser kennen zu lernen. Sie folgte jedem Pfad und erklomm jeden Stein. Dazwischen las sie die restlichen Bücher und unterhielt sich ausgiebig mit Berasi am Lagerfeuer. Es war eine sehr schöne Zeit für Teddy. Sie lernte sich selbst immer besser kennen und lernte die Natur noch mehr zu genießen. Und darüber vergaß sie, dass sie eigentlich einsam war und wurde immer glücklicher. Sie unterhielt sich ausgiebig mit ihren Freunden was sie bei ihrer Rundreise alles entdeckt hatten und kamen gemeinsam zu der Erkenntnis, dass die Welt tatsächlich ein besserer und schönerer Ort geworden war. Doch wie es dazu gekommen war, dass sich die Welt so verändert hatte, das war ihnen noch immer nicht klar.

Teddy interessierte es aber auch nicht sonderlich, sie war viel zu sehr damit beschäftigt, die neue Welt in vollen Zügen zu genießen. Sie hatte endlich gelernt, ihr Glück nicht mehr von anderen abhängig zu machen. Wenn es ihr nicht gut ging, war es ihre freie Entscheidung ob sie sich in ihrem Unglück suhlen oder etwas dagegen unternehmen wollte. Und seit sie begonnen hatte das Leben leichter zu nehmen, ging es ihr definitiv besser. Sie versuchte auch aus unangenehmen Situationen das beste zu machen und wenn das nicht funktionierte, versuchte sie zumindest sich nicht runterziehen zu lassen. Weiterlesen

Neuanfang – Kapitel 1

Die verwirrte Seele versuchte herauszufinden wo sie war. Etwas hatte sich verändert, doch sie konnte nicht genau sagen was es war. Sie fühlte sich frei und geborgen. Das kannte sie nicht. Sie hatte es nie wirklich leicht gehabt in ihrem Leben. Sie war eine dieser armen Seelen, die nie das erreichten was sie wollten. Die Fußabstreifer für die wichtigen, berühmten, bekannten Seelen. Sie war eine dieser armen Seelen, die nie eine Chance hatten. Sie kannte ein paar andere Seelen, denen es genauso ging. Die nie eine Möglichkeit hatten aus ihrem traurigen Dasein auszubrechen. Wobei ein paar Mal war sie kurz davor gewesen, doch letztendlich hatte es nie geklappt. Natürlich nicht, es war einfach nicht ihre Bestimmung. Sie war verdammt zu leiden.

Doch irgendwie fühlte sich dieses Wissen plötzlich nicht mehr richtig an. Plötzlich keimte in ihr die Erkenntnis, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Nein, warte, mehr als einen! In ihr entstanden Bilder, Erinnerungen an ihr Leben. Doch nicht nur aus der bereits bekannten Sicht, sondern sie sah plötzlich auch die Beweggründe ihrer Mitmenschen. Sie wusste plötzlich was ihre Mitmenschen gedacht und gefühlt hatten, wenn sie auf sie getroffen waren. Da war diese eine Situation als ihr Bekannter ihr, helfend die Hand gereicht hatte, und die Seele hatte die helfende Hand damals abgelehnt, da sie geglaubt hatte, dass ihr Bekannter nur eins auswischen wollte. Doch nun konnte die verwirrte Seele sehen, dass die helfende Hand damals in reinster Anteilnahme gereicht worden war. Ihr Bekannter wollte ihr wirklich helfen, doch sie hatte es falsch verstanden.

Und von diesen Situationen konnte sie plötzlich sehr viele sehen. Und das machte sie unruhig. Wie wäre ihr Leben wohl verlaufen, wenn sie sich hätte helfen lassen. Je mehr sie sah, desto verwirrter wurde sie. Ihr ganzes Weltbild wurde auf den Kopf gestellt. Sie wusste auf einmal wer sie belogen hatte und wer ihr die Wahrheit gesagt hatte. Sie hatte sich so oft geirrt in ihrem Leben und hatte den falschen Menschen vertraut. Plötzlich wusste sie, wer wirklich für sie da gewesen wäre und wer sie nur ausgenutzt hatte. Das schlimmste war, dass sie genau den falschen Menschen geglaubt und vertraut hatte. Weiterlesen