Die Last der Umsicht

Das wahrscheinlich schönste an meiner „neuen“ beruflichen Situation ist, dass ich meine Umsicht nur mehr für mich selbst einsetzen muss! Als ich ein Team leitete, habe ich die Umsicht für den ganzen Bereich eingesetzt.

Wenn man so tickt wie ich, dann sieht man Unheil weit früher kommen als andere Menschen. Das soll jetzt nicht überheblich klingen, ist nur meine ganz persönliche Erfahrung. Immer wieder wundere ich mich, wenn sich Menschen über etwas wundern…. Mir war das immer schon im Vorfeld klar dass es so kommen könnte. Ich habe immer alle möglichen und unmöglichen Möglichkeiten im Kopf. Die Menschen können mich zwar trotzdem überraschen – für allem wenn sie unlogisch aus der Angst heraus agieren – aber mit jeder Erfahrung die ich mache, wird auch das immer weniger. Je älter ich werde, desto mehr hat sich gefestigt „Es gibt nichts, was es nicht gibt!“ Weiterlesen

Lebensrückblick – Teil 4, 4. Jahrzehnt

Die Mauer zerbricht…

Nach dem Ex, gab es erstmal nur Karriere. Die Mauer war mir über den Kopf gewachsen. Ich hatte mein Leben lang alles hinter der Mauer versteckt. Nur nicht darüber nachdenken. Ich funktionierte wie eine eins. Okay, ich war unglücklich, trank zu viel, manchmal war ich auch depressiv, suhlte mich in Selbstmitleid und hatte manchmal nur ein Viertel-Volles Glas. Aber so war das Leben halt. Wussten schon meine Grosis!

Und dann kam er. Der süße Typ und riss im vorbeigehen meine Mauer nieder! Ich begann über Gefühle nachzudenken und zu reden. Und er lief nicht weg. Er hörte mir zu, stundenlang. Tagelang. Er liebte mich trotz all meinem Ballast. Er war der erste Mann den ich von ganzem Herzen und mit meiner ganzen Seele liebte. Als er ging hatte ich nichts mehr. Noch nicht mal mehr meine Mauer… Weiterlesen

Wie, nicht nur wer….

Nach einem tollen Nachmittag auf der Buchmesse, gingen Aretha und ich noch essen und plauderten ein wenig. Ich erzählte ihr vom Vorabend und vom Vormittag. Und mit ihr, ging ich noch den letzten Punkt in diesem Zusammenhang an.

Wie soll denn eine optimale Beziehung für mich eigentlich aussehen? Und zwar aktuell. Ich habe ein sehr altes Bild von einer optimalen Beziehung mit mir herumgetragen. Doch war das heute noch gültig? Ich bin fast 40 Jahre und war die meiste Zeit davon Single. Ich bin es gewohnt alleine zu sein. Ja, ich geniesse die Nähe einer Beziehung. Die Körperlichkeit. Das gemeinsam etwas unternehmen. Aber brauche ich

  • zusammen leben?
  • jeden Tag sehen?

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Hätte ich das nur schon damals gewusst!

Ich war immer extrem gut in der Schule. Total brav und strebsam. Das einzige was ich nie konnte war Sport! Laufen war nicht meins, klettern war nicht meins, hüpfen ebenso wenig, werfen schon mal gar nicht und von fangen will ich gleich gar nicht anfangen! Bei den diversen Spielen war ich auch immer die letzte die in ein Team gewählt worden ist – auch nicht sehr toll fürs Selbstwertgefühl. Aber ich habe es verstanden. Ich war richtig schlecht! Das zog sich bis zur Matura. In 13 Jahren Schule habe ich keine Sportart entdecken können, die mich auch nur irgendwie hätte begeistern können. Das einzige was ich gern machte war schwimmen, aber das auch nicht unbedingt mit der Klasse, dafür war meine Figur zuerst zu unweiblich und dann zu weiblich!

Seit ein wenig mehr als einem Jahr gehe ich jetzt im physikalischen Institut trainieren. Doch unsere gemeinsame Zeit neigt sich dem Ende zu. Ich war ja schon im Fitnessstudio beim Probetraining und habe mich auch schon angemeldet. Bei dem Training erfuhr ich auch, dass einer meiner jetzigen Trainer ebenfalls „unten“ – im Keller – trainiert. Allerdings nicht welcher, da beide denselben Vornamen haben. Ich ging aber auch nicht näher darauf ein. Weiterlesen

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Kondition

Am Sonntagabend war ich mir nicht sicher, ob ich es schaffe diese Woche arbeiten zu gehen. Die Wanderung am Sonntag war ja echt heftig. Nach dem Aufstieg, ging es mir erstmal schlecht. Kein Wunder, ich hatte meinen Körper an seine Grenzen getrieben. Ich saß also auf einer Bank bei der kleinen Kanzel, eingewickelt in meine Jacke und wollte nicht mehr aufstehen. Ich blieb sitzen und reduzierte meinen Herzschlag und mir wurde immer kälter und übler. Doch was sollte ich tun?

Mein Auto stand in Scheuchenstein und ich war 500 Höhenmeter davon entfernt. Den Abstieg stellte ich mir allerdings recht schwierig vor. Doch wenn ich den geplanten Weg weiter gehen wollte, hätte ich noch 10 km und 100 Höhenmeter bergauf, vor mir. Als ich meiner Mutter nachträglich von dem Moment erzählte, meinte sie nur, hättest ja auch mich anrufen können, ich hätte dich abgeholt und zu deinem Auto gebracht. Ich gestehe, auf die Idee war ich nicht gekommen. Ich sah nur 2 Möglichkeiten. Den steilen Abstieg, oder den langen. Weiterlesen

Schwarzmalerei

Ich kenne mehrere „Arten“ von Schwarzmalern. Jene die keine Möglichkeit kennen, Dinge positiv zu sehen und jene die aus Angst immer vom schlimmsten ausgehen. Und es gibt auch mehrere Möglichkeiten wie Schwarzmaler ihre Botschaft verkünden. Da gibt es jene die einen eindringlich warnen, jene die panisch reagieren und jene die es versuchen lustig rüber zu bringen.

Meine Großeltern gehören in die erste Gruppe, eine Bekannte in die zweite und Vater in dritte. Doch egal wie, Schwarzmalerei kommt bei mir mittlerweile nicht mehr wirklich an – Gott sei Dank! Es gab Zeiten da konnte man mich ganz leicht fertig machen indem man mir die Worst Case Variante immer wieder vor Augen hielt. Meine Großeltern haben mich so erzogen. Und so habe ich mir nie etwas gebrochen, weil ich mich als Kind auch nie getraut hatte auf einen Baum zu klettern – oder irgendetwas anderes zu tun. Weiterlesen