Sei doch froh!

Ich finde es immer wieder spannend, wie sich Beziehungen durch Nähe oder Distanz verändern. Auf meinem Lebensweg habe ich schon die eine oder andere Freundschaft verloren bzw. aufgegeben. Einfach weil man sich auseinandergelebt hatte. Manchmal passiert das schleichend. Manchmal distanziere ich mich bewusst. Ich weiß dass es oftmals an mir liegt, einfach weil ich schon einen enormen Weg zurückgelegt habe in meinem Leben. Vom introvertierten, unselbständigen, traurigen Opfer zur selbstbewussten, starken, tollen Frau. Da konnte und wollte nicht jeder mit. Und in der alten Rolle bleiben nur damit jemand weiterhin auf mich runtersehen und dabei gut fühlen konnte, spielt es nicht mehr.

Doch auch wenn ich mich noch so sehr verändert habe, meine introvertierte Seite ist immer noch da. Ich halte mich bei Teamgesprächen im Hintergrund, außer ich habe wirklich was zum Thema zu sagen. Ich passe mich nach wie vor an meine Umgebung an, obwohl ich mir die Umgebung im Vorfeld schon besser aussuche. Ich genieße Zeit mit mir selbst und einem guten Buch immer noch genauso wie früher! Ich habe mir jetzt wieder einen Job gesucht wo ich nicht Leader sein muss, sondern wieder ausführend tätig sein darf. Ich unterstütze andere, bin überall dabei, aber nicht im Mittelpunkt – außer es bleibt mir nichts Anderes übrig. Dann kann ich es mittlerweile auch im Mittelpunkt aushalten. Ich strebe es aber nicht an. Ich muss nicht jeden Tag mit Menschen sprechen. Weiterlesen

Entwicklungsstufen der Menschen

Es beschäftigt mich schon seit ich meinen Bürokollegen kenne. Er ist oftmals viel weiser als ich. Auch wenn er im täglichen Leben oftmals total verpeilt ist…. Aber da wo ich noch das eigene Wohl im Auge habe, sieht er das große Ganze. Er steht über Dingen, die ich nicht so hinnehmen könnte. Es gab da schon einiges dieses Jahr, doch der letzte Fall war kurz vor Weihnachten.

Eine Kollegin hat etwas persönlich genommen, was weder böse gesagt, noch gemeint war. So weit, so normal. Doch sie hat sich da total reingesteigert und wurde dann – meiner Meinung nach – übergriffig. Sie ist weit über das Ziel hinausgeschossen. Hat sich Zugang zu etwas verschafft, was sie nichts angeht und es ihm dann vorgehalten.

Hätte sie das bei mir gemacht, hätte ich sie verbal niedergebügelt! Doch was sagt er zu mir. „Na weißt du aufgrund ihrer Situation und weil bald Weihnachten ist, werde ich ihr das nochmal durchgehen lassen“ und ich sitze da und denke mir „Wie kann man da nur drüber stehen? Wie viel weiter ist er bloß….?“ Ja, ihre Situation ist nicht super. Ist aber meine auch nicht. Ja, es war damals kurz vor Weihnachten, aber dann soll sie nicht übergriffig sein. Ganz ehrlich. Leben und leben lassen, aber wenn jemand meinen „Tanzbereich“ verletzt, dann muss er oder sie auch das Echo vertragen. Weiterlesen

Priorität

Ich bin kein Soziologe, aber sollten Kinder nicht behütet und beschützt werden? Sollte nicht ihr Wohl an erster Stelle stehen? Gerade Babys brauchen ihre Eltern zum Überleben. Sie können nicht selbst essen und trinken, nicht gehen, nicht reden. Sind einfach hilflos. In vielen Familien gibt es nach der Geburt eines Kindes Streit. Das Neugeborene steht plötzlich im Mittelpunkt und Geschwister oder der Ehemann werden vernachlässigt. Das Kind hat Priorität. Dazu kann ich in meinem Fall nichts sagen. Meine Eltern haben mich aber auf jeden Fall aus dem gröbsten rausgebracht. Ich bin nicht verhungert, haben reden und laufen gelernt und noch ein paar andere Dinge. Sie haben sicher einiges richtig gemacht!

Doch so weit ich denken kann – was nun mal das Babyalter ausschließt – könnte ich mich nicht erinnern, jemals bei irgend jemand eine Priorität gehabt zu haben! Meine Mutter hat sich selbst verwirklicht, mein Vater war einmal im Monat da und hat da nicht viel mit mir geredet, meine Omi hat nur alles getan das Opi glücklich ist und Opi hat sich nur ständig bemitleidet dass er nicht glücklich ist. Was ich wollte, hat keinen interessiert. Weiterlesen

Anteil Omi

Omis Leben war genau das Leben was ich tunlichst vermeiden wollte! Sie war nur am arbeiten. Hat sich nur aufgeopfert und keinen Dank dafür erhalten. War finanziell von Opi abhängig und somit gefangen in ihrer kleinen Welt. Dass diese Welt genau das war, was sie eigentlich wollte, habe ich lange nicht durchschaut. Sie war die geborene Märyrerin, die darin aufging sich für das Wohl anderer zurück zu nehmen… Ihr ganzes Leben bestand darin, Opi das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Er war ihr Held und der Mittelpunkt ihres Universums. Für ihn und durch ihn, konnte sie Opferrolle über Jahrzehnte geben!

Für mich waren die ewigen Streitereien fürchterlich. Das andauernde Hickhack. Das ständige unter dem eigenen Leben leiden. Die Ausweglosigkeit aus der Situation. Das sich selbst nichts leisten können. Nur immer alles für andere tun, nie etwas für sich selbst. Ich habe es verabscheut und total verinnerlicht! Ich werde nie vergessen als ich mit ca. 28 Jahren mir das erste Mal etwas gönnte, was nicht notwendig war. Aretha war damals sehr stolz auf mich. Zuvor waren alle Anschaffungen in meinem Leben vernünftig gewesen…. Weiterlesen

Auffallen

Als ich noch relativ jung war, lernte ich so wenig wie möglich aufzufallen. Je unauffälliger ich war, desto weniger wurde ich gehänselt. Ich war lange Zeit das Mäuschen in der Ecke, dass anderen den Vortritt lies. Der Mittelpunkt war nie mein Ziel. Den Platz überlies ich liebend gern anderen. Ich mag es nicht wenn mich Menschen anstarren und etwas von mir erwarten. Referate und mündliche Prüfungen waren immer der Horror für mich, Schweißausbrüche und Magenkrämpfe inklusive.

Irgendwann wurde ich älter und wäre schon gerne mal aufgefallen. Zumindest den Jungs. Doch so einfach war das für mich nicht. Ich hatte zwar eine recht passable Figur, doch die Ausstrahlung eines Mauerblümchens. Bis ich den Alkohol entdeckte. Der lockerte mich auf und lies mich mutig werden. Ich begann aufzufallen, allerdings nie nüchtern. Doch das war egal. Einmal aufgefallen, kannten mich die Menschen und ich wurde auch nüchtern beachtet. Weiterlesen

Wutraum Teil 2

Ich bin/war wütend auf….

Mich macht/e wütend….

dass mir die Mädels in der höheren Schule unterstellten ich wolle mich durch die ganze Klasse schlafen, nur weil die Jungs im Scherz behaupteten dass ich mit ihnen auf Maturareise fahren würde – ich wusste davon nicht mal was

die Zeichnung des Fromels die an der Wand in der Klasse in der höheren Schule hang – es war eine Mischung eines Frosches und eines Kamels und trug meinen Namen – und natürlich meine Unfähigkeit damit umzugehen

dass mich meine älteste Freundin und Mitbewohnerin in unserer gemeinsamen Wohnung ohne Abschied einfach alleine lies – inklusive unbezahlter Rechnungen und einem Date mit dem Gerichtsvollzieher

dass mir die selbe Freundin vorwarf mich nicht so gut um die Katzen gekümmert zu haben, wie sie es getan hätte – dann hätte sie sie halt mitgenommen, als sie einfach abgehauen ist….

dass mich eine bestimmte Freundin immer warten lies – meistens alleine in einem Lokal Weiterlesen