rechts – links – Mitte

Ich habe mir immer schon schwer getan mich einzuordnen. Genauso schwer wie mit der Wahl einer Partei bei jeder Wahl. Ich fühle mich nirgendwo wirklich zu Hause. Niemand der wirklich meine Interessen vertritt.

Was ich immer schon ausschließen konnte ist der rechte Rand. Gerade als Frau tue ich mir schwer mit den Patriarchen. Ihre „Frauen zurück an den Herd-Haltung“ geht mir sehr gegen den Strich. Als 40jährige, kinderlose, unverheiratete Frau bin ich in ihren Augen wahrscheinlich auch nicht allzu viel wert… Ich erfülle die Rolle die sie mir zugestehen würden überhaupt gar nicht. Ausserdem haben die echten Rechten – und ja ich habe mal einen echten, bekennende Neonazi kennengelernt – etwas an sich, dass sich mir die Haare auf der Haut aufstellen. Wie bei Schlangen übrigens….. Ich empfinde einen unbändigen Fluchtinstinkt und erstarre gleichzeitig.  Weiterlesen

Offen für Neues

Gehe einmal im Jahr irgendwohin, wo du noch nie warst. Dalai Lama

Ich glaube einmal im Jahr ist zu wenig… Man sollte viel öfter Neues erkunden, neue Erfahrungen machen und neue Menschen kennen lernen.

Die letzten fünf Jahre war ich diesbezüglich sehr brav. Ich habe immer wieder neue Plätze gesucht und gefunden. Habe Neues ausprobiert und Menschen kennen gelernt. Früher habe ich das weitgehend vermieden. Ich wollte nichts Neues kennen lernen. Wollte nicht raus aus meiner Wohlfühlzone. Wollte mich in meinem gewohnten Umfeld einigeln und es mir gut gehen lassen. Und ja, es ging mir mehr oder weniger gut damit. Weiterlesen

Lücke

Wenn man einen Menschen in das eigene Leben und Herz lässt und er oder sie irgendwann verschwinden, dann hinterlassen sie eine Lücke. Eine unförmige, individuelle Lücke. Diese Lücke kann niemand anderer ausfüllen, einfach weil sie zu individuell ist. Wenn eine lustige Freundin plötzlich verschwindet, wird man niemand finden, der genau denselben Humor hat. Es wird niemand anderer diese Lücke ausfüllen können….

Diese Lücke schmerzt natürlich, doch ob man es will oder nicht, sie ist da. Die Lücke im Herzen kennt jeder. Und jeder hat seinen eigenen Weg mit Kummer umzugehen. Was mich aber noch viel mehr belastet, sind die Kleinigkeiten im Alltag, die plötzlich anders sind. Wenn man sich daran gewöhnt hat Dinge gemeinsam zu machen und plötzlich muss man es wieder alleine machen, auch wenn man das gar nicht will…..Diese vielen Kleinigkeiten machen mir das Leben unleidlich…. Weiterlesen

Was will ich?

Bis zum vorigen Wochenende dachte ich, ich will eine Beziehung. Doch nach 2 Tagen mit Wolfgang, war ich dann heilfroh, als ich wieder alleine in meiner Wohnung war. Klar, wir hatten emotional viel durchgemacht, doch dass alleine war es nicht. So schön es ist mit jemand wandern zu gehen, dauernd brauche ich niemand bei mir. Vielleicht legt sich das nach einer Eingewöhnungsphase, doch wenn sich wieder ein Mann in mein Leben schleichen sollte, dann werde ich es von mir aus, schon langsamer angehen.

Stellt sich die Frage, will ich überhaupt einen Mann in meinem Leben? Ja doch schon. Ich stehe auf körperliche Berührungen, auf Nähe – auch emotional, wenn es nicht zu heftig ist. Ich will dass es mir gut geht, gern auch mit einem Mann, mit dem ich mich regelmäßig treffe, mit dem ich reden kann und bei dem ich mich wohl fühle. Und wo ich all die körperliche Nähe die ich brauche bekomme, inklusive hervorragendem Sex natürlich! Und ganz wichtig! Der von mir dasselbe will!!!!! Und wenn er noch hin und wieder mit mir wandern würde, dann würde ich ihn auch behalten wollen. Weiterlesen

Jammern

Immer wieder Thema und immer wieder spannend ist die selektive Wahrnehmung der Menschen. Gleich vorweg, ich nehm mich da selbst auch nicht aus. Ich habe sehr oft in der Vergangenheit Dinge einfach nicht sehen wollen und dadurch hab ich sie auch gar nicht wahr genommen. Und ich gehe auch nicht davon aus, dass ich in der Zukunft davon verschont werde. Aber wenn ich meine eigenen Highlights diesbezüglich schon für krass halte, so sind meine Mitmenschen teilweise noch viel schlimmer.

Jeder Mensch schließt von sich auf andere. Jeder Mensch beurteilt eine Situation auf genau die Weise, die ihm möglich ist. Und diese Möglichkeiten beruhen oftmals auf Erlebnissen aus der Vergangenheit. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen die ich kenne, bin ich mir dieses Umstandes allerdings bewusst. Ich versuche nicht mehr vorschnell zu urteilen, auch wenn mich jemand verletzt. Denn auch wenn ich betroffen bin, muss es ja noch lange nicht so gemeint sein. Doch viele Menschen können das nicht. Die sehen die Welt nur aus ihrer Sicht und es interessiert sie auch gar nicht, dass andere Menschen eine andere Sichtweise haben. Weiterlesen

Teddy – Kapitel 10

Fortsetzung zu Kapitel 9

Teddy lag ganz entspannt in ihrer Hängematte und ließ sich die letzten Monate noch mal durch den Kopf gehen. Sie dachte über ihr Leben nach und stellte fest, sie war glücklich wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Gut sie hatte hier in Sindames ja auch alles was man brauchte! Ihre Freunde, ein schönes Haus, einen See vor der Terrasse und einen Berg an dem sie sich austoben konnte. Gerade in den letzten Wochen war sie immer mal wieder auf den Domitak gestiegen. Sie genoss die Ruhe und die Natur und sie hatte sich auch schon einen Lieblingsplatz am Berg gefunden. Ein kleiner Vorsprung von dem aus sie direkt auf Sindames runter schauen konnte.

Sie sah zwar von diesem Platz aus nicht ihre Freunde, aber sie konnte die Freunde und ihr Glück trotzdem spüren. Sindames strahlte so viel positive Engergy aus, doch es gab Tage da genoss sie das alles lieber von hier oben. An manchen Tagen zog sie die Einsamkeit des Berges, der Gesellschaft ihrer Freunde vor. Es war nur hin und wieder wo sie diese Unruhe in sich spürte und sie konnte auch nicht benennen woher diese Unruhe kam. Die Welt hatte sich eindeutig zum Besseren verändert. Auf der Welt herrschte Frieden und die Menschen waren glücklicher als noch vor einem Jahr. Und zwar nicht einzelne, sondern alle. Auch sie selbst. Früher hatte sie viel gegrübelt und war oft unzufrieden, doch jetzt ging es ihr gut. Sie war glücklich, wenn auch nicht wunschlos. Weiterlesen

Guten Rutsch!

Und wieder ein Jahr vorüber – und was für eines!

Vom tiefsten Tief zu höchstem Glück. Nun ja, falls das mit dem höchsten Glück nicht stimmt, bin ich auch nicht böse. Aber mal im Ernst. Voriges Jahr zu Sylvester. Wir saßen zu viert, mit verheulten Augen bei einem Freund rum. Nun, besser als alleine, aber definitiv am unteren Rand eines schönes Abends. Wir haben uns gegenseitig geholfen an diesem Abend und das war gut so. Doch uns ging es einfach allen nicht gut. Alle 4 hatten wir Kummer und wussten nicht was das Leben noch so für uns bereit halten würde, doch einer Sache waren wir uns sicher – es kann nur besser werden!

Und was mich betrifft, so stimmte das auch. Im Juni waren wir, dieselben 4 Personen, gemeinsam in Urlaub. Da ging es schon ein wenig besser – aber noch immer weit entfernt von gut. Wir waren noch immer füreinander da und sind es noch heute. Mal brauchen wir uns mehr, mal weniger. Doch wenn ich etwas aus diesem Jahr mitnehme, dann dass ich Freunde habe, die auch dann für mich da sind, wenn es mir richtig mies geht. Und was will man mehr? Weiterlesen