Stressabwehr

Ich habe die Woche mal was neues ausprobiert. Die Woche war ja von Anfang an, total vollgepackt mit dienstlichen und privaten Terminen. Besprechungen, Präsentationen, Info-Veranstaltung, Training, Adventmarkt,… Und alleine beim Gedanken an die Woche, spürte ich bereits ein kleines stressiges Magengrummeln.

Eigentlich bräuchte ich mich nicht gestresst fühlen, da ich ja weiß, dass ich im Notfall alles schaffe! Aber… Wenn sich so eine vollgepackte Woche ankündigt, dann fühle ich mich ein wenig unrund. Und im Sinne der Entschleunigung probierte ich einfach mal was neues. Weiterlesen

Ich bin eine der 25 %

Ein Grund zur Freude definitiv. Und doch freue ich mich nicht täglich genug darüber. Es ist einfach eine Selbstverständlichkeit. Ich habe einen Job. Eine Wohnung. Ein Auto. Essen. Kleidung. Bücher. DVD´s. W-LAN. Und noch so unglaublich viel mehr, was aber alles selbstverständlich ist. Doch das war es nicht immer. Als ich ein Kind war spielte ich mit dem Spielzeug meiner Mutter und meiner Onkeln. Ich hatte nur das nötigste an Kleidung und las die Bücher meiner Großeltern. Ich bin sehr bescheiden erzogen worden. Kauf was du unbedingt brauchst, doch nicht zu viel. Luxus ist nicht gut für den Charakter.

Lange konnte ich mir nichts gönnen. Die ersten Arbeitsjahre ging mein Geld für Miete und Essen drauf. Doch ich war glücklich. Ich konnte mich im Job beweisen, Verdienst war eher eine Nebensache. Mittlerweile sitze ich im gemachten Nest. Ich habe es mir selbst erarbeitet und ich bin stolz darauf. Doch ich hatte auch einen Startvorteil. Ich bin in Österreich geboren. Und diesen Startvorteil vergessen wir oftmals. Es ist keine Selbstverständlichkeit dass wir in einem Sozialstaat in Europa zur Welt gekommen sind. Weiterlesen

Geschützt: Jammerkönig

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Zuerst reden, dann denken

Es gibt Menschen die oftmals zuerst reden und dann denken – wenn überhaupt. Und auch wenn ich immer wieder die Fehler in ihren Worten aufdecke, lernen sie doch nichts daraus. Sie reden weiterhin in meiner Gegenwart unreflektierten Blödsinn…. Heute habe ich gleich mehrere Beispiele von Margit. Wir reden hier von Gesprächen in einer Woche:

Beispiel 1:

Margit war Blutdruck messen. Zuerst bei ihrer Hausärztin, dann bei unserer Amtsärztin. Die Hausärztin verwendete ein neues, elektronisches Gerät. Die Amtsärztin ein altes. Das Ergebnis bei der zweiten Messung war besser als bei der ersten – natürlich ist ihr daher das alte Gerät symphatischer.

Margit: Also bei der zweiten Messung hatte ich gleich viel bessere Werte, mir sind ja überhaupt die alten Dinger symphatischer als das neumodische Klumpert.
Ich: Dazu kann ich nichts sagen. So eine Bewertung kann ich erst treffen, wenn ich weiß wie die beiden arbeiten. So lange ich nicht weiß, wie die alten und die neuen zu ihren Ergebnissen kommen, kann ich auch nicht entscheiden, welchem Ergebnis ich mehr vertraue. Wie sagtest du noch mal kommen sie zu ihren Ergebnissen?

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Drehbuch der Liebe – Teil 39

„Aksel Jostos!“

Oh mein Gott. Er hatte es geschafft. Er hatte tatsächlich gewonnen. Und da kamen mir dann doch noch die Tränen. Allerdings vor Freude und nicht nur mir. Auch Camilla heulte. Wir waren aufgesprungen und jubelten. Also fiel ich doch noch auf. Aber nicht nur die Kameras waren plötzlich auf mich gerichtet, auch Aksel sah meine Freude. Und da sah ich etwas in seinen Augen. Ein aufblitzen alter Gefühle. Er hatte mich tatsächlich noch nicht vollständig aus seinem Herzen gestrichen. Camilla hatte Recht, es gab noch eine Chance.

Er hielt eine sehr gefühlvolle Rede. Er dankte uns allen aus dem Team und als er davon sprach, dass seine Eltern leider diesen Tag nicht mehr erleben durften, heulte ich wieder los. Von der restlichen Zeremonie bekam ich nichts mit. Aksel hatte gewonnen und er hat noch Gefühle für mich, das waren die einzigen 2 Gedanken zu denen ich fähig war. Ich war am Ende meiner Kräfte. Die letzten Monate waren so anstrengend gewesen und diese Aufregung rund um mich, raubte mir die letzte Kraft. Und so flüchtete ich direkt nach dem offiziellen Teil durch einen Seiteneingang. Als ich gerade bei der Tür rausgehen wollte, spürte ich einen Blick in meinem Rücken und als ich mich umdrehte, sah ich dass Aksel mich beobachtete. Ich hob die Hand, winkte ihm und verschwand. Ich wußte nicht ob er es verstand, doch ich wollte auch nicht auf eine Reaktion von ihm warten. Ich suchte mir ein Taxi und fuhr ins Hotel. Weiterlesen

Außenjalousien

Ich denke ich werde sie mir schenken. Eigentlich wollte ich ja welche – in der neuen Wohnung – doch da dies nicht so einfach ist, werde ich wohl keine bekommen. Es wäre zwar einfach gewesen, wenn ich bereit gewesen wäre, mir elektrische zuzulegen, doch das erachtete ich als überflüssigen Luxus. Was ich nicht wusste war, dass es nur elektrisch funktioniert. Warum ich das nicht wusste? Weil es mir keiner gesagt hat. Was ich wieder insofern faszinierend finde, da es von nicht vorhandener Geschäftstüchtigkeit der Professionisten zeugt. Weiterlesen

Zornpinkerl

Ich kann mich noch erinnern dass ich als Kind oft zornig war. Doch gebracht hat es mir nie etwas. Wenn ich bei meinen Großeltern geäußert habe, dass ich auf etwas wütend sei, war es ihnen schlichtweg egal. Meine Befindlichkeiten interessierten sie einfach nicht. Ein Kind braucht ein Dach über dem Kopf, Essen im Magen und Kleidung zum Anziehen. Alles andere ist nicht notwendiger Luxus. Meine Spielsachen waren die von meiner Mutter und meinen Onkeln. Meine Kleidung war Minimalausstattung – 2 Jeans und 5 gleich aussehende T-Shirts. Dazu kamen zumeist fettige Haare und Turnschuhe.

Um mein „Leiden“ komplett zu machen, war ich unter Totalüberwachung. Ich wurde zur Schule gefahren und abgeholt. Alle anderen fuhren in dem 2.500 Einwohnerort mit dem Rad oder gingen zu Fuß. Ich wurde chauffiert. Denn alleine zur Schule zu gehen – da hätte ja etwas passieren können. Ich weiß wo all dies herkommt, doch darum geht es heute nicht. Ich hatte immer für alles Verständnis, doch meine Wut hatte nie jemanden interessiert. Ich war alleine. Ich hatte keine Freunde. Ich wurde gemobbt. Und ich hatte keine Chance da raus zu kommen. Und wenn ich erzählen wollte, dass ich darunter litt, hat es meine Großeltern nicht interessiert. Über Gefühle wurde einfach nicht geredet. Das machte mich zornig. Was auch wieder niemand interessierte. Weiterlesen