Herbstevent

Ich hab mir mal wieder etwas geleistet. Ich wollte schon seit längerem Mal den Cirque du Soleil sehen und als ich heuer dann die Ankündigung in ganz Wien sah, musste ich einfach eine Karte haben. Also hab ich mal im Büro gefragt, ob es sonst noch jemand interessiert. Und tatsächlich. Margit und Barbara waren ebenso begeistert wie ich. Weiterlesen

Erwartungshaltung

Das Leben neigt dazu unsere Erwartungshaltung zu erfüllen. Zumindest ist das die Erfahrung, die ich in den letzten 36 Jahren machen konnte. Meine Großeltern gingen immer davon aus, dass sie es nie zu etwas bringen würden – Erwartung erfüllt. Wobei ein Außenstehender das sogar anders sehen würde. Also ich war immer der Meinung mein Großvater einiges geleistet und erlebt in seinem Leben, er war da allerdings anderer Ansicht. Und diese negative Sicht der Dinge, haben sie mir „netterweise“ beigebracht. Und so habe ich es auch lange ausgelebt und siehe da, das Leben hat meine Erwartungshaltung nie enttäuscht. Irgendwann löste ich mich davon – in einer sehr langwierigen Selbstkonditionierung könnte man sagen – und ab dem Moment wo ich mir mehr erwartete vom Leben und begann daran zu glauben, dass ich es auch verdient hätte, wurde mein Leben sukzessive besser. Weiterlesen

Kredit

Diese Woche war ich noch mal auf der Bank um konkret darüber zu sprechen, wie viel Geld ich jetzt wirklich brauche und zu welchen Konditionen. Und es war wieder mal ein total entspanntes, chilliges Gespräch. Wir haben gescherzt, gelacht und uns gut amüsiert. Und wir haben einen Finanzierungsplan gemacht. Da wir relativ schnell fertig waren, haben wir dann auch gleich noch die Wohnungsschätzung gemeinsam durchgeführt.

Und das Ergebnis hat mich positiv überrascht. Ich weiß nicht wer von euch so was schon mal gemacht hat. Es ist wie gesagt eine Schätzung. Wie groß ist die Wohnung? Wo liegt sie? Gibt es einen Parkplatz? Ist ein Lift vorhanden? Ist das Klo am Gang? Welches Stockwerk? Wie groß ist das Gebäude?….. Weiterlesen

Flappi-Art

Ich hab mich mal wieder selbst überlistet. Nachdem ich mich entschieden habe, noch genug Leidensfähigkeit übrig zu haben, um noch 1 ½ Jahre auf meine Wohnung warten zu können, musste ich mich mit den Finanzen auseinander setzen. Ich war noch nie ein großer Geldausgeber, zumindest nicht für mich selbst. Geschenke für andere kauf ich leichter, als dass ich mir selbst etwas leiste.

Meine Großmutter hat mir das so vorgelebt. Sie kaufte immer zuerst mir Kleidung, bevor sie sich selbst was leistete. Wobei sie sich allerdings über ihr Märtyrerdasein definiert hat. Sie war nicht einfach selbstlos. Sie hat mir jedes Mal gesagt, dass sie sich für mich aufopfert und hat mir somit jedes Mal ein schlechtes Gewissen gemacht. Und so wollte ich im Laufe der Zeit immer weniger. Ich lernte mit ganz wenig auszukommen, damit meine Großmutter sich auch mal was kaufen kann. Was sie natürlich trotzdem nicht tat. Es wäre so oder so genug Geld dagewesen. Wir hätten uns auch beide einkleiden können. Doch so war es nicht. Wir hatten beide nichts. Sie war glücklich damit und ich kannte es nicht anders. Weiterlesen

Luxusweibchen

Keine Angst ich gehöre nicht zu den Frauen für die das Beste gerade gut genug ist. Aber für mich persönlich hab ich mich in den letzten Jahren extrem verändert. Als Teenager besaß ich gerade mal ein Paar Turnschuhe, Jeans und T-Shirt. Mit 16 Jahren hab ich dann meinen Kleiderschrank ein wenig erweitert. Ich hatte ein zweites Paar Schuhe – zum Fortgehen, und ein paar Shirts die ein wenig ausgefallener geschnitten waren. Über meinen Shirts trug ich damals aber vor allem Männerhemden – aufgeknöpft wie eine Weste. Das war mein ganz persönlicher Stil. Die Shirts hatten immer gedeckte Farben, vorzugsweise schwarz und dunkelgrau. Erst letztens hab ich mit meiner Mutter geredet, sie findet eine Situation von damals, heute noch recht witzig. Da muss ich heimgekommen sein und gemeint haben, ich hätte mir ein buntes Shirt gekauft. Sie wollte natürlich wissen welche Farbe und ich hab ihr stolz erklärt – anthrazit!

Ja ja. Lang, lang ist´s her. Mein Kleiderschrank hat sich seitdem extrem verändert. Vor allem Dank einer Freundin, die nicht müde wurde mir zu sagen, dass ich mir ruhig auch mal was leisten durfte. Ich war immer nur zum Sparen erzogen worden. Sich etwas leisten was einem gefällt, war etwas was ich erst mühsam lernen musste. Ich kann leichter Geld für andere ausgeben, als für mich selber. Doch mittlerweile hab ich das in Griff. Und mein Schuhbestand wächst und wächst. Eine Zeitlang hatte ich für jede Jahreszeit ein Paar Schuhe, dass ich so lange trug, bis es auseinanderfiel. Jetzt hab ich in jeder Jahreszeit die Auswahl. Und meine Shirts werden immer bunter und verspielter. Weiterlesen

Umsicht

Mein Leben lang hat mich die Umsicht begleitet. Ich habe bei allem was ich getan habe, berücksichtigt was das für Auswirkungen auf andere Menschen haben kann. Was mir im Straßenverkehr schon sehr oft das Leben gerettet hat, hat mir mein Leben im privaten Bereich oft sehr mühsam gemacht. Vieles habe ich nicht getan oder gesagt, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich mein Gegenüber damit in Bedrängnis bringe.

Zum einen ist die Umsicht ein Teil von mir, zum anderen wurde sie durch meine Erziehung noch verstärkt. Ich wurde mit dem Wissen erzogen, dass wir arm sind. Und so habe ich nie Wünsche geäußert, weil ich damit ja meine Großeltern in Verlegenheit gebracht hätte, wenn ich mir was gewünscht hätte, was wir uns nicht leisten konnten. Und dabei meine ich keine großen Dinge. Ich habe nie gesagt wenn ich etwas gewollt habe. Ich habe nie um etwas gebeten. Weder um einen Schokoriegel, noch um einen neue Jeanshose. Ich wurde mit Entbehrungen groß gezogen und habe erst mit knapp 30 Jahren gelernt, dass es nichts Schlechtes ist, wenn ich mir selbst auch mal was leiste.

Lange Zeit hat die Umsicht mein Leben bestimmt. Ich habe mich immer zurück genommen, wenn ich annehmen musste, dass mein Gegenüber durch einen von mir geäußerten Wunsch, möglicherweise mehr Arbeit oder andere Unannehmlichkeiten hat. Natürlich weiß ich rückblickend nicht, ob ich meinen Mitmenschen wirklich Unannehmlichkeiten erspart habe, ich weiß jedoch auf jeden Fall, dass ich mich in meinem Leben selbst sehr beschränkt habe. Das ging sogar so weit, dass ich noch nicht mal gesagt habe, was ich will, wenn mich Menschen explizit danach gefragt haben. Weiterlesen

Belastend

Es gibt Dinge die fordern mich mehr als andere. Schwierig wird es, wenn mehrere belastende Dinge zusammen kommen. So geschehen letzte Woche. Zum einen wurde die Arbeit nicht weniger und zum anderen der Zustand meines Großvaters schlechter. Was also tun? Sich fertig machen lassen und mal wieder krank werden? Nein, diese Zeiten sind vorbei. Also habe ich die letzte Woche ganz bewusst darauf geachtet, meine Stimmung hoch zu halten. Das war zwar nicht immer ganz leicht, aber es hat funktioniert. Ich hab mich nicht überrollen lassen. Es war keine einfache Woche, doch ich hab es geschafft.

Im Büro hab ich bewusst darauf geachtet mich nicht selbst unter Druck zu setzen. Ich habe einen Schritt nach dem anderen gemacht und sogar mehr erledigt, als ich glaubte. Dabei habe ich nicht aufgehört zu lächeln und gute Laune zu versprühen. Im Krankenhaus war es schon schwieriger. Mein Großvater war die Woche nicht nur verwirrt, sondern teilweise auch aggressiv. Jetzt habe ich ja mit ihm sowieso so meine Geschichte. Habe ich mich dieses Jahr doch meine Meinung ihm gegenüber rapide verändert. Voriges Jahr habe ich ihn noch bedingungslos geliebt, doch heuer lernte ich eine andere Seite von ihm kennen. Seitdem habe ich so meine Probleme damit, meine eigenen Bedürfnisse hinter seine zu stellen. Und genau deshalb tue ich es auch nicht. Weiterlesen