Lebensweg

Wenn ich meinem jüngeren Ich sagen könnte, wie sich mein Leben noch entwickelt hat, sie würde es nicht glauben. Es ist in den letzten 30 Jahren so vieles passiert, dass ich weder gewollt, noch geplant hatte.

Als ich noch ein Kind war, habe ich täglich mitbekommen wie mein Großvater total verbissen an seinem Traum festgehalten hat. Er war total fixiert darauf, seine Erlebnisse aufzuschreiben um sie mit der Welt zu teilen und reich und berühmt zu werden. Sein Lebenswerk war unvollständig, so lange er nicht alles veröffentlich habe. Also starb er mit einem unvollständigen Lebenswerk. Denn ganz ehrlich, seine Bücher waren über weite Stellen einfach nicht lesbar! Weiterlesen

Bereit für Veränderung

Als vor ein paar Monaten die Reform des Ministeriums mal wieder gestoppt worden ist, habe ich beschlossen etwas an der Situation zu verändern. Nachdem ich zweieinhalb Jahre darauf gewartet hatte, dass mein ehemaliger Chef tut was er versprach, nahm ich die Sache selber in die Hand. Gut, ich habe es noch nicht vollständig gelöst, bin aber dabei.

Ich LIEBE den neuen Job! Ich kann TOTAL OFFEN mit meinem Chef und meiner Kollegin reden. Sie TICKEN genau so wie ich! Mein neuer Chef ist noch penibler als ich, was eine echte Leistung ist und mich fordert – aber in gutem Sinne!

Und ich strahle offenbar eine Grundgelassenheit aus, die ich erst in der letzten Dienststelle gelernt habe. Und ich kommuniziere was ich kann. Ich kenne meine Stärken und bin mittlerweile auch so weit – hat eh nur 41 Jahre gedauert – zu sagen „Ja, das kann ich!“ aber auch „Das ist echt nicht meine Kernkompetenz, da solltest schaun das du jemand anderen dafür findest.“ Beides war ein echt langer Weg. Selbstwertgefühl haben und zu kommunizieren ist – für mich – mindestens genauso schwer wie zuzugeben, etwas nicht zu können und vermeintlich das Gegenüber zu enttäuschen! Aber niemand kann alles, also wieso hatte ich so hohe Ansprüche an mich selber? Ist doch Bullshit. Weiterlesen

Herausforderung

Ich finde meinen neuen Job total geil! Endlich kann ich mal wieder zeigen was ich kann!

Der Montag begann mit einer Überraschung.

Chef: „Magst deinen ersten Akt machen?“

Ich: „Klar doch!“

Und schon ging es los. Er zeigte mir einen Referenzakt und dann legte ich los. Oder besser gesagt ich versuchte es. Technisch ging dann einiges nicht so wie erwartet, doch die Hotline konnte weiter helfen. Weiterlesen

Ein tolles Team

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen des Roten Kreuzes. Am Samstag „normaler Dienst“ im Ausmaß von sechs Stunden und am Sonntag stand ich dann am Info-Stand des Roten Kreuzes beim Sicherheitstag meines Wohnortes. Nochmal sechs Stunden.

Als ich in der Früh wählen ging, kam gerade das Bundesheer mit dem Panzer. Nach der Wahl hatte ich noch ein wenig Zeit, da wir uns erst um 11 Uhr trafen. Ich trank noch einen Kaffee und hing ein wenig auf der Couch ab. Und schön langsam wurde das Wetter besser. Die Sonne kam raus und es hatte auch angenehme Temperaturen. Nachdem es am Samstag durchgehend geregnet hatte, war das echt ein Segen! Weiterlesen

Durch nichts darauf vorbereitet!

Das Leben hat mich schon vieles gelehrt. Ich habe gelernt zu kämpfen. Aufzustehen. Mit Enttäuschungen umzugehen. Ich habe gelernt fertig gemacht zu werden. Abgelehnt zu werden. War nicht willkommen. Wurde belogen, betrogen und zurückgewiesen. Doch worauf mich das Leben bisher nicht vorbereitet hatte war, dass mich gleich zwei Parteien gleichzeitig wollen und entsprechend umwerben….

Und ganz ehrlich, ich bin ein wenig überfordert damit! Sogar mein Bauchgefühl hat sich zwischenzeitlich verabschiedet.

Das Bewerbungsgespräch diese Woche war gut, was mich alleine schon überfordert hat. Niemand hat mir erzählt, dass ich unfähig sei. Sozial nicht kompetent genug, etc. Sie haben einfach die Fragen nett und höflich abgeklopft und ich habe offen und ehrlich geantwortet. Ich habe auch nicht vor jedem Satz überlegt, wie ich ihn formuliere damit er nicht gegen mich verwendet werden kann. Weiterlesen

Cambridge Analytica

Am Montag hatte ich frei und war nicht motiviert zum Einkaufen. Und irgendwann ist es dann sogar gut mit lesen. Also warf ich mal wieder Netflix an. Und stolperte über eine Dokumentation über Cambridge Analytica.

Gut, ich hatte den Skandal damals mitbekommen, aber offenbar nicht wirklich verstanden. Kann ich jetzt sagen, nach der Dokumentation. Natürlich ist es mit so Dokus immer eine Sache. Wo liegt genau die Wahrheit? Was ist nur Wunschdenken von Einzelnen? Was ist wirklich passiert? Wo gab es wirklich Kausalzusammenhänge? Und auch bei Whistleblowern stellt sich immer wieder die Frage. Warum tun sie das? Aus Überzeugung? Oder haben sie einen persönlichen Vorteil daraus? Was insofern interessant ist, weil es auch einiges über den Inhalt ihrer Aussage aussagen könnte. Ihr merkt schon hätte, könnte, wäre,… Weiterlesen

Was andere denken…

Als Kind war das der erste Gedanke für jedes Handeln oder Wort von mir. „Was denken andere darüber wenn ich das jetzt sage/tue“. Und natürlich würden sie schlecht von mir denken, wenn ich das sagen oder tun würde, wonach mir war. Das kam daher, dass ich so ziemlich alles anders machen wollte als meine Großeltern bei denen ich aufgewachsen bin. Und natürlich war alles was sie sagten oder taten richtig. Weshalb alles was von mir hätte kommen wollen, falsch gewesen wäre.

In der Schule wiederum war es ein Selbstschutz nur nicht aufzufallen. Ich war sowieso ein dankbares Mobbing-Opfer. Den Mund zu halten ersparte mir zumindest die eine oder andere Frotzelei. Doch je weniger ich mich sagen traute, desto weniger traute ich mich auch tun. Mit 12 Jahren war ich ein total hilfloses kleines Hascherl, dass vor dem eigenen Schatten Angst hatte. Ich wusste nicht wie ich mit Gleichaltrigen reden sollte, wie mit Erwachsenen oder sonst wem.

Doch das war anerzogen. Das war nicht ich in der Tiefe meiner Seele. Doch das wusste ich damals nicht. Ich wurde klein gehalten und war auch klein. Zumindest emotional. Weiterlesen