Persönliche Veränderung

Mein junges idealistisches Ich hat dem Job immer den Vorrang gegeben. Alle privaten Termine passten sich an den Dienst an.

Was möglicherweise auch damit zu tun hat, dass ich in meinen beruflichen Anfangsjahren in der Privatwirtschaft war. Dort schwebte immer das drohende Jobverlust-Schwert über unseren Köpfen. Mein erster Auftrag in meinem ersten Job war allen abzusagen die meinen Job gewollt hatten. Ich schrieb 60 Absagen. Und da wird einem gleich mal klar, wenn man nicht „spurt“ dann warten darauf 60 Andere. Natürlich war ich damals auch jung und auf mich alleine gestellt. Ich war mit 19 ausgezogen und musste ab da alleine über die Runden kommen. Ein Zurück ins elterliche Nest war bei mir nicht möglich. Also tat ich alles um meinen Job zu behalten und mir das Dach über dem Kopf zu sichern. Weiterlesen

Abgespeichert

Im Laufe des Lebens lernen wir – hoffentlich – was uns guttut. Und wenn wir das herausgefunden haben, dann bleiben wir dabei. Wir kreieren unseren Alltag damit. Wem die Sauna guttut, geht regelmäßig dorthin. Oder massieren. Oder ins Kino. Oder in die Disco…..

Es gibt aber auch Dinge die tun einem in einer gewissen Lebensphase gut, doch nicht unbedingt dauerhaft. Wenn es mir richtig schlecht geht, meine Seele schmerzt, dann will ich alleine sein. Will zu Hause auf der Couch meinen Tränen freien Lauf lassen. Will mich in aller Ruhe wieder zusammenklauben und keine Kraft darauf verwenden müssen „zu funktionieren“. Wenn ich keine Kraft mehr habe, brauche ich keine Menschen. Dann brauche ich Sonne, ein gutes Buch, Schlaf, eine spannende Serie, einen Waldspaziergang,… Menschen fordern mich dann eher, auch wenn sie das nicht tun. „Ich bin für dich da“ ist schön, aber nicht das was ich brauche wenn ich ganz am Boden bin. Da brauche ich einfach meine Ruhe. Weiterlesen

Harmoniesucht vs Dinge ansprechen

Ich musste in meinem Leben erst lernen, zu sagen was ich möchte und noch viel schlimmer was ich NICHT möchte. Zu sehr war es mir in meiner Kindheit ausgetrieben worden. Verschlimmert wurde die Erziehung noch durch meine Harmoniesucht. Ich mag es behaglich haben in meinem Umfeld. Wenn man da immer sagt, wenn einen etwas nervt, dann fühlt sich jemand auf den Schlips getreten, dann wird diskutiert und das mag ich alles nicht. Ich mag es ruhig und beschaulich!

Da ich mich bei vielen Menschen also zurückgehalten habe und meine Befindlichkeiten runtergeschluckt habe, habe ich auch im Laufe der Zeit von immer mehr Menschen zurückgezogen. Dieses ständige sich auf die Zunge beißen, kostet nämlich auch Kraft! Eine ehemalige Freundin Drusilla war da ganz schlimm. Sie wollte mit Samthandschuhen angefasst werden, konnte selber aber ganz gut austeilen. Weiterlesen

Ende einer Ära

Am Samstag gab es die letzte Massage mit dem besten Masseur aller Zeiten. 10 Jahre war ich bei ihm Kundschaft. Er hat mit mir meine Kindheit aufgearbeitet und ging mit mir durch Täler der Tränen. Er gab mir Kraft und Geborgenheit. Er tat mir gut. Immer. Auch wenn es manchmal schmerzte, wenn er meine empfindlichen Stellen traf. Wie der eine Punkt auf meinem Hintern – Verletzungen der Seele. Als er das erste Mal auf ihn traf, war das enorm schmerzhaft. Ich habe dann über die Jahre daran gearbeitet. Jetzt am Schluss war es noch leicht unangenehm, aber kein Vergleich mehr zu früher. Weiterlesen

Kraft aufladen

Jedes Jahr bekomme ich mit 1.1. meinen neuen Urlaubsanspruch. Einfach so weil Jahreswechsel ist. Und irgendwie habe ich das Gefühl darauf arbeite ich auch immer in der Vorweihnachtszeit hin bezüglich meiner Kraftreserven. Es fühlt sich irgendwie so an als würde ich am 1.1. wieder volle Krafttanks haben. Einfach so, weil Jahreswechsel ist. Was natürlich nicht der Fall ist. Die Krafttanks laden sich nicht einfach so auf, nur weil wir ein neues Jahr haben.

Ich weiß auch wo das herkommt. Nur war ich früher später dran. Mitte Jänner um genau zu sein. Als ich anfing zu arbeiten, war ich im Rechnungswesen. Da war im Jänner immer einiges los. Neben den laufenden Arbeiten, kam der Monatsabschluss und dann natürlich der Jahresabschluss. Danach brauchte immer erstmal Urlaub. Mittlerweile gehe ich die zwei Wochen über Weihnachten und Neujahr. Weiterlesen

Wetterkapriolen

Ich versuche ja echt immer das Wetter so zu nehmen wie es kommt und nicht zu jammern, aber schön langsam strapaziert es mich wirklich!

Vorigen Freitag hatten wir fast +30 Grad, der Mittwoch begann für mich bei +4 Grad. Immerhin plus… Als ich in der Früh ins Auto stieg war meine Windschutzscheibe leicht eingefroren…. Weiterlesen

Lasst uns arbeiten!

Bei meiner ersten Firma war ich fast ein Workaholic. Es gab keine Überstunden oder Freizeitausgleich, ich arbeitete trotzdem zwischen acht und vierzehn Stunden täglich. Was wahrscheinlich gar nicht rechtens war….Zusätzlich pendelte ich noch zwei Stunden am Tag. Zu Hause war ich nur zum Schlafen. Unter der Woche gab es sonst nichts für mich. Arbeiten, pendeln, schlafen. Damals machte ich das gern. Ich wollte mich beweisen. Zeigen was ich kann. Wollte Anerkennung und bekam sie auch. Dafür nahm ich vieles in Kauf. Auch schlechte Bezahlung. Das war vor zwanzig Jahren.

Zwanzig Jahre habe ich fast durchgehend gearbeitet. Nur eine Auszeit gab es von fünf Monaten, wo ich auf den neuen Job wartete. Diese fünf Monaten waren die Hölle. Kein Geld, viel Zeit, keine Lebensaufgabe und alle Freunde in der Arbeit. Ich arbeite gerne. Habe gerne eine Beschäftigung. Einen Grund aufzustehen und ausser Haus zu gehen. Ich kann nämlich auch ganz anders. Ich kann auch megafaul sein und versumpfen. Aber halt nicht lange. Weiterlesen