Tiefe Gefühle und Verletzungen

Mir kam letztens ein Blogbeitrag unter in dem ich mich schon sehr wiedererkannt habe. Kurze Zeit später hat ihn dann auch eine Freundin von mir geteilt und gemeint sie freue sich schon auf meinen Blogbeitrag – auch wenn sie mich nicht namentlich erwähnte, wusste ich doch dass sie mich meint.

Mir wurde in diesem Zusammenhang auch klar, dass es offenbar nicht normal ist in einer Beziehung tiefe, echte Gefühle zu wollen. Ich meine irgendwie wusste ich das auch schon zuvor, habe aber nie so darüber nachgedacht…. Für mich war klar. Eine Beziehung brauche ich nur wenn ich auch alle meine Liebe – von der ich reichlich habe – einbringen kann. Natürlich sollte das auch keine einseitige Geschichte sein….Für mich ist eine Beziehung nur dann gut, wenn ich ganz ich sein kann. Mittlerweile zumindest ist das für mich so. Und dazu gehört auch nun mal, dass ich nicht so tun muss, als wäre ich total cool, das Leben einfach chillig und ich nicht so stark wie ich nun mal bin. Weiterlesen

Emotionale Kälte

Familie ist doch etwas Komisches. Man fühlt sich verbunden und/oder verpflichtet. Man steht für einander ein und/oder zueinander. Es gibt Bluts-, Wahl-, oder Stiefverwandtschaft. Onkeln die eigentlich gar nicht mit einem verwandt sind und solche mit denen man zwar verwandt ist, doch nichts davon weiß. Meine Familie ist dabei eine ganz besondere Spielwiese. Und ich könnte stundenlang darüber schreiben, doch für heute möchte ich mich einem ganz speziellen Problem widmen. Meiner Großmutter und meinem verstorbenen Onkel.

Meine Großmutter hat mich großgezogen. Sie gab mir ein Dach über dem Kopf, Kleidung und Essen. Dafür bin ich sehr dankbar. Doch sie gab mir auch anderes mit auf den Weg. Verbitterung, Neid, Vorurteile, Missgunst, Leidensfähigkeit,….. Sie war Zeit ihres Lebens eine Märtyrerin. Sie kaufte mir von ihrem „letzten“ Geld eine nicht passende Jean und erwartet überschwängliche Freude, da sie sich für mich aufopferte. Sie zwang mich die Nachspeise zu essen, die mir nicht schmeckte, damit sie danach ihrer Nachbarin erzählen konnte, dass sie sich keine neue Kleidung kaufen konnte, damit ich meine Lieblingsnachspeise bekomme. Meine Meinung, meine Wünsche, meine Fragen interessierten sie nicht. Sie lehrte mich ihre Weltanschauung, unangenehme Fragen hierzu, überhörte sie einfach. Sie behütete und beschützte mich und sah nicht dass sie mich damit einsperrte. Ich kann mich an keinen Moment in den letzten 36 Jahren erinnern, wo sie mich in den Arm nahm oder mir sagte, dass sie mich mag – von Liebe will ich erst gar nicht anfangen. Weiterlesen

Sexlos

Wenn ein Ziel nicht erreicht wird, ist das normalerweise eine riesige Enttäuschung. So ging es auch mir an meinem 35. Geburtstag. Alle meine Träume von einer eigenen Familie zerplatzten an diesem Tag. Naja genau genommen schon ein paar Tage vorher. Und so fiel ich in ein Loch.

Doch was kommt nach der Enttäuschung? In diesem Fall Erleichterung! Ich war die letzten Jahre so damit beschäftigt den Vater meiner Kinder zu finden, dass ich mir jeden Spaß versagte. Naja, jeden bis auf den süßen Typen. Bei ihm war von Anfang klar, dass er nicht der Vater meiner Kinder wird und trotzdem kam ich nicht um ihn rum. Doch ansonsten versagte ich mir jeden oberflächlichen Flirt.

Ich wollte meine Zeit nicht mehr an die falschen verschwenden. Und so habe ich ein ungeküsstes und sexloses Jahr hinter mir. Und ich hab es satt immer alleine ins Bett zu gehen. Doch ab sofort muss ich das auch nicht mehr. Ich brauche die Augen nicht mehr offen halten nach dem Vater meiner Kinder. Ich darf mir ab sofort auch wieder die Falschen gönnen. Weiterlesen

Egoismus

Erst letztens hab ich mich mit einem Arbeitskollegen unterhalten der meinte Einzelkinder neigen zu Egoismus. Nun, dann muss das für mich auch gelten, denn auch ich bin ein Einzelkind. Doch eigentlich halte ich mich nicht für einen Egoisten und die Theorie hält einer näheren Betrachtung auch nicht wirklich stand. Egal ob Einzelkind oder nicht, mich regen Egoisten extrem auf, was nahe legt, dass ich da ein Thema noch nicht verarbeitet habe. Doch ich bin grad ein wenig planlos.

Von mir kann man eigentlich alles haben, egal ob ich will oder nicht. Wenn man mich fragt und ich nein sage und das wird nicht akzeptiert fühle ich mich bedrängt und gebe ich sowieso meistens nach. Was dazu führt dass ich mich schlecht fühle und meinem Gegenüber Egoismus unterstelle. Ob das stimmt, oder ob es einfache Ignoranz meiner Wünsche ist, ist eigentlich egal. Ich muss lernen meinen Willen durchzusetzen. Vielleicht wollen mir das die Egoisten in meinem Umfeld lehren. Dass ich lerne mehr auf meine eigenen Bedürfnisse zu schauen. Das ich lerne nicht immer aus Rücksicht auf andere, meine Wünsche zurück zu stellen. Aber eigentlich will ich so gar nicht werden. Weiterlesen