Hochgefühl

Nach meinem letzten Dienst ist es mir enorm aufgefallen. Freiwillige Hilfe verursacht bei mir ein total arges Hochgefühl. Ich komme nach Hause, bin körperlich geschafft, aber total aufgekratzt. Kaum heimgekommen will ich mir gleich den nächsten Dienst eintragen. Es ist wie eine Sucht.

Schön langsam verstehe ich die Menschen die sich aufopfern um anderen zu helfen. Früher habe ich sie belächelt. Die werden doch nur ausgenutzt…. Sind naiv…. Doch mittlerweile denke ich, dass sie es einfach genießen.

Keine Ahnung ob ich jemals so extrem werde – ausschließen kann und will ich das derzeit nicht -, doch mir ist auf jeden Fall eine Veränderung aufgefallen in meinem Leben. Obwohl ich ständig Dienste mache und nach wie vor meine Lieben treffe, bin ich nicht saft- und kraftlos. Ich habe ständig Termine, bin ständig unterwegs und bekomme doch alles unter einen Hut. Und es geht mir gut dabei. Weiterlesen

Gute Menschen

Seit der Flüchtlingskrise 2015 ist das Wort „Gutmensch“ bei uns ein Schimpfwort. Was ich total wiedersinnig finde. Wie kann es ein Schimpfwort sein ein guter Mensch zu sein?

Ich war damals nicht an vorderster Front – oder an irgendeiner Front. Ich engagierte mich nicht, verfolgte aber was da passierte. Und im Herzen war ich auf der Seite der Helfer. Im Herzen war ich also ein Gutmensch, auch wenn ich nichts dafür tat. Und dann war es plötzlich etwas schlechtes Menschen zu helfen. Ja, es lief damals vieles schief. Leute wurden nicht registriert, der Menschenstrom war unkontrolliert und so sollte es wirklich nicht sein. Ich kann trotzdem nichts verwerfliches daran finden, dass man frierenden und hungernden Menschen hilft. Weiterlesen

Das hilft dir sicher!

Gut gemeint, ist nicht gut gemacht….

Am Sonntag begann die Migräne. Ich verkroch mich in meiner ruhigen, finsteren Wohnung und versuchte gegen den Schmerz anzuatmen – was anderes kannst da ja eh nicht tun…

Natürlich warf ich auch Medikamente ein und versuchte mich so wenig wie möglich zu bewegen. Am Montag legte ich mir dann Kühlpacks auf die Stirn, ansonsten blieb alles beim Alten. Wobei die Übelkeit am Montag dann schon verschwunden war. Ich war „nur mehr“ lichtempfindlich. Ich hatte genug Zeit meine Kopfschmerzen zu „beobachten“. Es gab mir einen Stich, dann flachte der Schmerz langsam ab, dann gab es zwei Sekunden schmerzfrei und dann kam der nächste Stich. So ging das fast zwei Tage lang.

Natürlich ging die Welt vor meiner Haustür weiter. Ich bin mit Migräne aber einfach nicht fähig mein Handy zu bedienen. Das Licht ist defintiv zu grell und so stauten sich die WhatsApp und Messenger-Nachrichten, wie auch die Facebook-Benachrichtigungen. Weiterlesen

16 Stunden Erste Hilfe

Voriges Wochenende habe ich mir etwas ganz spezielles gegönnt. Mein letzter Erste Hilfe Kurs war vor 21 Jahren. Damals waren das ein paar Stunden für den Führerschein. Von damals wusste ich noch

  • Immer helfen, nicht vorbei gehen.
  • Notruf wählen.
  • Bei verletzter Person bleiben.
  • Es gibt eine Wiederbelebung – drücken und atmen.
  • Stabile Seitenlage bei Verdacht auf ersticken.
  • Im Auto ist ein Verbandspäckchen mitzuführen.
  • Unfallstelle ist abzusichern.
  • Erste Hilfe Kurs ist unangenehm. Man muss praktisch an Puppen arbeiten.

Ganz ehrlich, das war es eigentlich! Alles andere was ich weiß, habe ich aus Medien, Ärzteserien und Social Media. Da mein erster Hilfe Kurs nicht unbedingt der Brüller war, habe ich eine Wiederholung auch immer aufgeschoben. Obwohl mir schon seit Jahren klar war, ich bin im Notfall nicht gerüstet! Weiterlesen

Mangelorientiert

Ich weiß nicht wieso sie im Büro so viele sind. In meinem privaten Umfeld kenne ich das gar nicht und auch nicht hier in meiner Blogwelt. Klar ich habe mir die Blogs denen ich folge selbst ausgesucht. Und das sind nun mal keine Jammerblogs.

Sicher gibt es auch bei mir Dinge die ich nicht habe. Ich könnte mich zum Beispiel den ganzen Tag in Selbstmitleid suhlen weil das mit einer eigenen Familie nicht geklappt hat. Oder auch darüber, dass es keinen Mann in meinem Leben gibt. Natürlich könnte ich dafür auch irgendjemand verantwortlich machen, aber was bringt es? Was bringt es mir, wenn ich mit meinem Schicksal hadere? Gar nichts! Weiterlesen