Ausstrahlung

In letzter Zeit sprechen Menschen mit mir, die mich nicht kennen. Und das ist etwas was für mich ungewöhnlich ist.

Ich treffe am Hauptbahnhof jemand der mit mir morgens im Bus gefahren ist und er quatscht mich einfach an, bis wir in unserer Heimatgemeinde angekommen sind. Die ungarische Friseurin fragt mich wo ich arbeite und die Verkäuferin im Laden fragt mich wie mein Tag war.

Und keinen von den drei Personen kannte ich vorher…. Weiterlesen

Umstieg auf Öffis

Die erste Woche mit den Öffis ist ebenfalls erledigt. Und erstmal geht es mir recht gut damit. Zeitaufwand ist ca. eine halbe Stunde mehr täglich. Dafür brauche ich mich nicht zu konzentrieren. In Wien Auto fahren ist ja manchmal auch nicht ohne.

Der Morgen beginnt mit einem Kaffee. Den trinke ich, während ich mich anziehe. Zwischen aufstehen und aus dem Haus gehen, habe ich 40 Minuten Zeit. Früher habe ich bereits nach 30 Minuten das Haus verlassen. Wenn ich fertig war, bin ich losgefahren. Das geht jetzt nicht mehr. Ich muss warten bis der Bus fährt. Also trinke ich einen Kaffee. In meiner Handy-App schaue ich ob mein Bus rechtzeitig kommt oder Verspätung hat. Er kommt ja aus dem Burgenland und hat bis zu mir schon einen weiten Weg hinter sich. Die Angaben in der App waren bisher immer sehr zuverlässig und ich kann die Wartezeit kurz halten. Weiterlesen

Mittelalter im Heeresgeschichtlichen Museum

Am Freitag war ich mit Aretha beim Mittelalteradventmarkt im Heeresgeschichtlichem Museum. Das hat ja mittlerweile Tradition. Heuer waren wir aber zur Abwechslung auch mal drinnen…. Dort sind nämlich auch Stände! Das ist uns in den letzten vier Jahren entgangen.

Aber Aretha hat einen neue Kollegin die dort ausstellt. Und zwar drinnen. Und drinnen sind mindestens genauso viel Stände wie draussen. Ausserdem ist das Ambiente ein Wahnsinn. Weiterlesen

Die Öffis, Kinobesuche und ich

Ich denke wir – die Öffis und ich – werden auf Dauer keine Freunde… Am Montagmorgen startete ich noch motiviert in diese neue – vorübergehende – Partnerschaft. Als ich dann aber gleich mal 10 Minuten auf den Bus warten musste, war die erste Liebe auch gleich wieder gestorben. Da ich auch 2x umsteigen muss bis ins Büro, habe ich schlussendlich eine volle Stunde gebraucht. Mit dem Auto bin ich in 20 Minuten im Büro… Kein Wunder, dass wir keine dauerhafte Beziehung zusammenbringen. Wobei das noch gar nicht mein größtes Problem ist. Es ist das Gesamtpaket. Wartezeiten, endlos lange Intervalle und abends ist man sowieso aufgeschmissen!

Am Dienstag waren wir im Kino. Öffentlich. Da ich mich geweigert habe mit meinem längeren, breiten Leihwagen zu fahren. Passte Margit zwar nicht, ist mir aber auch egal. Sie selbst Autofahrer, fährt ja selber auch nicht in die Lugner City Garage. Ihr könnte ja ein Rowdy die Tür ins Auto schlagen! Ich hätte aber mit einem fremden Auto fahren sollen….

An der Kinokassa lehrte ich dann meine Vorteilskarte und für mich war es das jetzt mit den Kinodates mit Margit und Barbara. Also in die Lugner City fahre ich nicht mehr, auch wenn das Margit bisher immer überhört hat. Und ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust auf das Auhof-Center – der Alternativvorschlag von Margit… Ich werde zukünftig entweder in die SCS gehen oder in die Twin Towers. Und wenn niemand mitkommt, dann gehe ich halt alleine! Aber das ist sowieso erst spruchreif, wenn ich wieder mobil bin. Weiterlesen

Öffis

Ich war ja nie ein Fan von Öffis. Wenn früher mein Auto streikte, nahm ich mir meistens gleich den ganzen Tag frei, denn mit Öffis in die Arbeit kam einer kleinen Weltreise gleich. Doch jetzt wohne ich direkt neben Wien. Die Verbindung ist zwar nicht perfekt, aber weit besser, als früher. Und es gibt Orte in Wien, wo es fast keine Parkplätze gibt – außer in extrem teuren Parkgaragen – und wo ich mich auch gar nicht wirklich gut auskenne. Ich mag den Ring nicht so gern und alles was dort in der Nähe ist…

Die schöneren Adventmärkte sind allerdings im Zentrum von Wien. Deswegen habe ich voriges Jahr begonnen, vor allem in der Vorweihnachtszeit, vermehrt die Öffis zu nutzen. Und es funktioniert recht gut. Am Fenstertag habe ich unter anderem einen Weg zu Fuß und mit den Öffis zurückgelegt, wo ich mit dem Auto wahrscheinlich die Nerven weggeschmissen hätte. Ich fuhr mit dem Bus zum Hauptbahnhof, von dort weiter zum Karlsplatz, hab mir meine Karte für morgen abgeholt, war auf der Kärntner Straße bei meinem Handyanbieter und bin dann wieder zurück zum Hauptbahnhof. Dort habe ich Aretha getroffen und wir sind zu Fuß zum Heeresgeschichtlichen Museum marschiert. Weiterlesen

Hut ab!

Ich muss sagen ich habe die Österreicher unterschätzt. Als voriges Wochenende die Hilfskräfte die Bahnhöfe besetzt haben um den Flüchtlingen zu helfen, war ich positiv überrascht von der Hilfsbereitschaft der Österreicher. Am Westbahnhof ist die Caritas im Einsatz, am Hauptbahnhof eine zusammengewürfelte selbst organisierte Gruppe, die mittlerweile ein Verein sind. Natürlich werden auch sie von der Caritas unterstützt. Vor allem wenn es um Notquartiere geht. Doch den täglichen Bedarf lösen sie anders. Sie posten auf Facebook – wo ich sie verfolge – und auf Twitter, was sie gerade brauchen. Wasser, Bananen, Brot, Jacken, Decken, Hosen, Kosmetiker, Helfer*innen, Dolmetscher*innen, aber auch Fahrer mit Autos die Dinge nach Nickelsdorf bringen oder holen. Und sie bekommen was sie brauchen. Gerade das fasziniert mich extrem!

Wenn sie schreiben wir brauche in der nächsten Stunde 10 Helfer*innen, haben sie innerhalb von 10 Minuten 20 Kommentare dass Leute auf dem Weg sind! Und das ist ganz egal ob solche Postings um 5 Uhr morgens, um 14 Uhr oder um 1 Uhr Nachts geschrieben werden! Die Leute kommen mit selbstgekochtem oder holen Wäsche um sie zu waschen. Sie geben Essen aus, kleiden die Durchreisenden neu ein, schenken den Kindern Stofftiere, eine Umarmung oder was auch immer sie brauchen. Vorigen Sonntagabend begann ich an dem System zu zweifeln. Klar am Wochenende ist das leicht. Da haben die meisten frei, doch wie wollen die das unter der Arbeitswoche schaffen? Weiterlesen

Passerneuerung

In nicht mehr ganz zwei Wochen habe ich mal wieder einen Zahnarzttermin in Ungarn. Als ich den Termin ausmachte, gab es noch keinen Grenzzaun zu Serbien. Keine Flüchtlingszüge die nicht dort hinfuhren wo sie angedacht waren. Keine Menschenmassen die zu Fuß nach Österreich gehen, weil die Bahn nicht fährt. Ich kann mich noch erinnern dass es immer wieder Staus an der ungarisch/österreichischen Grenze gab. Da kam dann in den Nachrichten „Stau am Grenzübergang Nickelsdorf“. Dieses Wochenende hörte ich dagegen „Der Grenzübergang Nickelsdorf ist gesperrt“. Also habe ich mal nachgeschaut, über welchen Grenzübergang ich eigentlich fahre, wenn ich nach Ungarn fahre. Es ist Klingenbach. Ich hätte es nicht gewusst. Da ich noch nie dort stand, war es auch nicht weiter wichtig….

Diese Woche hörte ich von vermehrten Kontrollen in Ungarn, also habe ich mal nachgeschaut wann mein Pass abläuft. Es war am Freitag. Es gab eine Zeit, wo mich das nicht gejuckt hätte. Fahr ich halt mit einem vor kurzem abgelaufenen Reisepass. Wird ja eh nicht kontrolliert im Schengen-Raum. Ist ja maximal eine kleine Verwaltungsübertretung, würde sicher nicht so wichtig sein…

In Zeiten wie diesen, wo Ungarn wieder Stacheldraht aufbaut, will ich sie gar nicht weiter herausfordern. Also war ich am Freitag Passfoto machen und am Montag in der Früh fahr ich auf die Bezirkshauptmannschaft und beantrage einen neuen Pass. In Zeiten wie diesen, sollte man wieder vorsorgen. Weiterlesen