Emotionen am Begräbnis

Vorigen Freitag war ich bei einem Familienbegräbnis. Ein Verwandter den ich schon sehr lange nicht gesehen hatte. Anders als in meiner Kindheit. Damals sahen wir uns regelmäßig. Sein Sohn, seine Nichte und sein Neffe waren die einzigen Kinder mit denen ich zusammen gespielt habe in meiner Kindheit. Die einzigen Kinder mit denen ich herumtollen durfte. Im Garten unbeaufsichtigt – zumindest fehlte die normale Totalüberwachung meiner Großeltern – spielen durfte. Ich erinnere mich an Stunden in ihrem Kinderzimmer, wo sie ihr Spielzeug mit mir teilten. Nur sein Sohn war eher der Typ „Grätzn“ (ein Junge der es mochte mich zu ärgern).

Warum also ging ich zum Begräbnis? Eigentlich wegen meiner Mutter – er war ein wenig älter als sie, seiner Schwester – sie war auch bei den Begräbnissen meiner Großeltern – und weil er halt nun mal Familie ist. Weil es sich so gehört. Weil er Teil meines Lebens war und es jetzt nicht mehr ist. Der Vorteil dass ich ihn schon ewig nicht mehr gesehen hatte, ich war grundsätzlich nicht schon emotional angeschlagen! Was aber noch lange kein Indiz ist, dass ich nicht trotzdem heule. Ich „springe“ total auf die Emotionen in meinem Umfeld an. Und auf einem Begräbnis ist die vorherrschende Emotion nun mal Trauer! Und wenn jemand in meiner Nähe extrem traurig ist, dann heule ich schon mal auch mit. Oder bei der passenden Musik. Es gibt Musikstücke bei denen heule ich immer! Hallelujah in der Version von Jeff Buckley zum Beispiel. Wenn ich die Nummer höre, kommen die Tränen ganz von selber. Selbst wenn ich eigentlich glücklich zu Hause sitze! Weiterlesen

Zwischen Leben und Tod

Der Kontrast den ich mir in den letzten beiden Tagen gegeben hatte, könnte nicht größer sein. Gestern am Nachmittag die Drillinge besucht. Kinderlachen und Geschreie. Mit dreijährigen sinnlose Spiele gespielt und dafür mit einem Lächeln belohnt worden. Gibt es etwas Lebendigeres als kleine Kinder? Also sicher nicht als diese drei!

Das Essen mit ihnen geteilt, eine Milka-Tender-Torte bekommen, Gehüpfe, Gerenne und Herumgetobe. Ihnen beim Baden zugeschaut und langsam, ganz langsam einen leichten Draht zu ihnen aufgebaut. Das Mädel hat zwei Stunden mit mir und vier Duplo-Steinen gespielt und jedes Mal wenn sie mich angelächelt hat, ging das ganz tief in meine Seele. Weiterlesen

Ich habe Schnee gesehen!!!!

Als ich gestern Mittag von zu Hause wegfuhr, hatte es 3 Grad plus und strahlender Sonnenschein. So strahlend dass ich meine Sonnenbrille ausgraben musste um überhaupt etwas zu sehen! Ein kalter, aber wunderschöner Tag. Am halben Weg in die alte Heimat, konnte ich die Sonnenbrille dann getrost weglegen. Es wurde immer grauer, bis schließlich gar nichts mehr von Sonne zu sehen war. Weiterlesen

35 Minuten

So lange fahre ich von mir zu Hause zu meiner Großmutter ins Pflegeheim. 35 Minuten die ich immer und immer wieder aufgeschoben habe. Und das gleich aus mehreren Gründen.

1. Ich habe ein angespanntes Verhältnis zu meiner Großmutter.
2. Das Pflegeheim liegt in der Nähe des Ortes wo ich aufgewachsen bin.
3. Ich hatte immer irgendetwas Besseres zu tun.

Gut Punkt 3 ist eine gute Ausrede, doch welche der beiden anderen Punkte mich mehr abschreckt, kann ich nicht sagen. Zu Allerheiligen habe ich mich dann doch mal wieder überwunden. Nach dem Mittagessen setzte ich mich ins Auto und fuhr los.

Und von dem Moment an, wo ich in das Tal, in dem ich aufgewachsen bin, eingebogen bin, sind unzählige Erinnerungen auf mich eingeprasselt. Erinnerungen an Schmerz, Trauer, Leid, Verlangen, Depression, Wut, Liebe, Lust, Party, Drogen, Einsamkeit, Sex,….. Weiterlesen