Höhlenwesen

Eigentlich hielt ich mich lange Zeit als kleines Höhlenwesen. In meiner persönlichen Wohn-Höhle fühlte ich mich immer wohl, der Gang vor die Tür war lange Zeit ungewiss. Vielleicht ist das so bei Mobbingopfer. Dass sie soziale Nähe nicht unbedingt suchen, da sie zu oft schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dazu hatte ich auch schlechte Erfahrungen in der Familie. Es gab nicht wirklich einen Wohlfühlort. Zu Hause war ich unter ständiger Beobachtung meiner Grosis und konnte jederzeit Kritik ernten. Wenn ich allerdings las oder Hausaufgaben machte, liesen sie mich in Ruhe. Also las ich entweder oder machte Hausaufgaben. Mein Maß an negativen Meldungen war definitiv übervoll.

Soziale Kontakte mied ich so lange, so lange ich noch keinen Alkohol kannte. Erst damit konnte ich meine ersten sozialen Kontakte knüpfen. Aber man kann ja auch nicht dauernd trinken…. Mit ca. 25 Jahre kippte mein Leben. Ich ging weniger fort, trank weniger und so wurden auch die sozialen Kontakte immer weniger. Dazu kommt, dass ich viele Menschen einfach nicht mag oder auf Dauer ertrage. Ein paar Kontakte blieben von der Partyzeit zwar übrig, wurden mit der Zeit aber auch immer weniger. Weiterlesen

Arzt Nr. 2

Die Woche begann mit einer Befundbesprechung bei der HNO-Ärztin. Um 7 Uhr morgens!

Tja, es gibt aber eh nichts neues. Im mittleren Frequenzbereich höre ich schlecht und da es nicht die Schilddrüse oder sonst etwas in meinem Ohr ist, vermutet sie eine genetische Ursache.

Ob ich eine erbliche Vorbelastung habe kann ich nicht sagen. Opi war immer schwerhörig und das nicht wirklich – möglicherweise hat er auch nur bestimmte Bereiche gehört oder er hat Omi wirklich ignoriert…. Weiterlesen

Mein Jahr 2017 – Teil 2, Menschen

Da hat sich heuer einiges getan. Vor allem mein berufliches Umfeld hat sich sehr verändert.

Aber fangen wir mal mit Familie an. Da ist alles unverändert. Alle noch da, alle reden noch miteinander und es ist alles in Ordnung. Super!!!

Freunde ist schnell erledigt. Aretha ist noch da. Meine Wanderfreundin auch noch. Und meine Freundin S. sehe ich jetzt öfter als vorher. Super!!!

Bekannte war eher durchwachsen. Eine verloren gegangene Bekannte ist wieder aufgetaucht und ein paar Menschen – ehemalige Kollegen, wo ich dachte wir sind mehr als Kollegen, sind verschwunden. Andere wiederum haben sich bis jetzt gehalten. Dafür habe ich zwei Frauen kennen gelernt die sehr positiv im Leben stehen und mich auch ein schönes Stück weiter gebracht haben heuer! Danke euch! Weiterlesen

Anteil Mama

Puh. Das war schwieriger als gedacht. Vor allem es einzugrenzen auf meine jungen Jahre. Mit meiner Mutter bin ich ja bereits einen sehr weiten Weg gegangen und wir beide haben uns im Laufe der Jahre auch extrem weiterentwickelt, aber es gab auch den Anfang….

Und auf den sollte ich mich laut Buch auch konzentrieren. Als kleines Mädchen habe ich meine Mutter angebetet! Ich fand sie toll, wenn sie bei uns reinschneite mit ihrem Selbstbewusstsein. Ihr dynamisches Auftreten, das genaue Gegenteil von den Grosis. Sie ging arbeiten, hatte soziale Kontakte, war frei und dann irgendwann in einer Beziehung und Ehe. Sie hatte eine tolle Wohnung, viele Freunde. Ihr Leben wirkte perfekt auf mich. Nur ich passte nicht rein…. Ich weiß noch, wie ich zu Hause saß und auf Mama wartete, die dann doch nicht kam…. Wie sie gleich wieder ging, wo sie doch gerade erst gekommen war…. Weiterlesen

Anteil von Papa

Als ich begann darüber nachzudenken was mir Papa wohl so beibringen soll, habe ich mehr gefunden als ich zuvor dachte. Er war eigentlich derjenige der mich am wenigsten negativ gefordert hat. Einzig die Unnahbarkeit war für mich als Kind schwierig. Mit ihm habe ich auch lange Zeit sehr ehrlich über die Situation gesprochen. Was er damals dachte, wollte, getan, nicht getan hat.

Er wollte eine Familie und hat mich trotzdem bei den Grosis gelassen. Er wollte das Beste für mich. Selbst war er arbeiten und konnte mir nicht so einen geregelten Ablauf bieten wie meine Großeltern und seine Eltern waren damals leider schon tot. Von ihm habe ich glaube ich schon etwas gelernt, bevor wir darüber gesprochen haben… Vielleicht habe ich gespürt dass er seine Entscheidung bereut…Sein Bauchgefühl hat ihm schon gesagt er solle sich kümmern, doch sein Kopf hat es ihm total logisch ausgeredet. Weiterlesen

Bis zur Pension…

Manchmal höre ich noch was von meiner alten Dienststelle. Mein Ex-Chef besucht mich ca. zwei Mal im Monat und hin und wieder ereilt mich ein Anruf. Letztens hat mich mein Planungskollege angerufen. Derjenige der mich abgesägt hat, beerbt mich jetzt offiziell – welch eine Überraschung – und hat ihm den Stellvertreterposten angeboten. Also konkret die Budgetaufgaben. Und er wollte wissen, was da auf ihn zukommen würde, wenn er es denn annehmen würde…

Nach drei Minuten war er überzeugt, es nicht zu wollen. Vor allem auch wegen meinen Ex-Mitarbeiterinnen. Die sind nämlich laut seiner Definition „schwierige Persönlichkeiten“. So kann man es auch sagen… Weiterlesen

Hoffnung

Ein ganz schwieriges Thema. Ich weiß dass ich alles schaffen kann, wo es nur auf mich ankommt. So bald andere Menschen im Spiel sind, wird meine Zuversicht, aufgrund meiner Erfahrungen, eher schnell enden wollend.

Es gibt nicht viel was ich von Menschen die mir nahe stehen, nicht schon erlebt habe…. Zurückweisung, Enttäuschung, Verrat, Neid, Missgunst, Angriffe, ausnutzen,….

Freunde, Familie, Beziehungen. Ich habe nicht viel ausgelassen. Und mit jeder zwischenmenschlichen Enttäuschung, wurde meine Zuversicht kleiner.

Meine Kollege meinte letztens „Na aber die Hoffnung ist ja jetzt wieder größer geworden, nicht?“ Und ich nur „Wie genau sollte die Hoffnung auf mein persönliches Happy End nach der letzten Enttäuschung gewachsen sein?“ Da eine Kollegin ins Büro platzte, weiß ich bis jetzt nicht, wie er sich das vorstellt… Weiterlesen