Distanz

Die neue Arbeitswoche begann mit Telefonaten mit den Mädels der vorherigen Dienstelle.

Zuerst war Mrs. Wichtig dran. Sie hatte mir ein Abschiedsgeschenk zukommen lassen, wofür ich mich bedankt habe. Wir plauderten ein wenig und dabei erfuhr ich auch dass mein Ex-Kollege nach knapp vier Wochen wieder im Dienst ist. Die Mädels erzählten mir übrigens alle, dass er überall den sterbenden Schwan gibt und sich offenbar keine überwinden konnte, ihn zu fragen wie es ihm gehe. Das Gespräch mit Mrs. Wichtig war nett, aber auch ein wenig oberflächlich. Da merkte ich bereits die räumliche Distanz.

Dann kam meine Freundin S. dran. Auch sie schilderte mir den sterbenden Schwan und dann die Krankheiten ihrer Kinder und von ihr selber. So kenne ich das von früher. Wenn man mit ihr telefoniert, könnte man den Eindruck bekommen dass die ganze Last der Welt auf ihren Schulter lastet. Auflegen zu können, war eine enorme Erleichterung! Und mit dem auflegen, schüttelte ich auch gleich die ganze Negativität ab. Weiterlesen

rechts – links – Mitte

Ich habe mir immer schon schwer getan mich einzuordnen. Genauso schwer wie mit der Wahl einer Partei bei jeder Wahl. Ich fühle mich nirgendwo wirklich zu Hause. Niemand der wirklich meine Interessen vertritt.

Was ich immer schon ausschließen konnte ist der rechte Rand. Gerade als Frau tue ich mir schwer mit den Patriarchen. Ihre „Frauen zurück an den Herd-Haltung“ geht mir sehr gegen den Strich. Als 40jährige, kinderlose, unverheiratete Frau bin ich in ihren Augen wahrscheinlich auch nicht allzu viel wert… Ich erfülle die Rolle die sie mir zugestehen würden überhaupt gar nicht. Ausserdem haben die echten Rechten – und ja ich habe mal einen echten, bekennende Neonazi kennengelernt – etwas an sich, dass sich mir die Haare auf der Haut aufstellen. Wie bei Schlangen übrigens….. Ich empfinde einen unbändigen Fluchtinstinkt und erstarre gleichzeitig.  Weiterlesen

Pfiat eich, baba, tschüß,…

Letzter Arbeitstag in alter Dienststelle abgesessen! Hab nochmal Frühstück mitgebracht für meine Ex-Mitarbeiter und ein paar wenige die ich mag! Mittags ging dann mein Chef noch mit mir essen. Dazwischen habe ich versucht die Augen offen zu halten. Ich habe irgendwie die Schlafkrankheit heute erwischt. Keine Ahnung woran es diesmal liegt. Am Wetter oder an den neuen Medikamenten die ich wegen meiner nächsten körperlichen Baustelle nehmen muss! Ich bin auf jeden Fall am Ende. Am Ende mit der alten Dienststelle, aber leider auch körperlich! Das nächste Wochenende wird also eines im Schongang! Samstag Massage und ansonsten werde ich im Bett bleiben und schlafen!

Ich fühle mich total gerädert. Woran auch immer es liegt! Habe heute natürlich auch meine Abschiedsrunde gedreht. Und nur gaaaanz wenige werde ich vermissen. Wobei ich mit denen sowieso in Kontakt bleiben werde. Eigentlich hatte ich zumindest ein wenig Wehmut erwartet nach 13 Jahren, aber da war nix. Ich wollte einfach nur raus… Und damit ich auch nicht vergesse warum ich raus will, ist mir Mr. Wichtig heute gleich zweimal über den Weg gelaufen! Mein designierter Nachfolger hat sich da eher versteckt. Den habe ich diese Woche gar nicht gesehen.

Schätze ich werde bald wieder ins Bett gehen und versuchen mich bis morgen in der Früh schön auszuschlafen! Will ja morgen einen guten Eindruck machen!

© Libellchen, 2017

Umbrüche?

Geht es los? Ist es vorbei? Was kommt da noch? Brexit! Es ist so weit. Die Briten haben sich entschieden. Und es war ähnlich knapp wie unsere Bundespräsidentenwahl – die momentan, nach der Wahlanfechtung, noch durch den Verfassungsgerichtshof überprüft wird!

Hier und dort steht es fast 50:50. Wie man es also dreht, bekommen 50% der Bevölkerung nicht was sie sich wünschen. Und wenn man zu den 50% gehört ist das echt heftig. Schließlich reden wir von total unterschiedlichen Haltung. Schwarz oder weiß! Links oder rechts! Drinnen oder draußen!

Meine persönliche Haltung zum Brexit war – wer nicht will der hat schon. Sollen sie doch gehen, wenn sie nicht wollen. Doch so einfach ist das nicht. Schließlich wollen 50% ja nicht raus… Und kurz nach dem Ergebnis kamen dann die besten Infos. Die Populisten haben gelogen! Oh mein Gott, wo gibt es denn so was? Die Zahlen bezüglich des Gesundheitswesens passen nicht ganz genau. Man könne es eigentlich gar nicht sagen. Nichts desto trotz wurden während der Entscheidungsfindungsphase mit Zahlen jongliert um die Menschen auf die Seite der Austrittsbefürworter zu ziehen. Weiterlesen

Die Neugier ist ein Hund!

Das allerbeste an meinem alten Auto habe ich euch noch gar nicht erzählt. Die letzten zwei Wochen stand er ja bei mir zu Hause auf meinem Parkplatz – auch wenn ich arbeiten war. Man hätte also den Eindruck bekommen können, dass ich zu Hause war. Eine Woche davor war ich wirklich zu Hause und das Auto war nicht da! Ich habe also meine Nachbarn ganz schön verwirrt! Zumindest eine. Anabel! Weiterlesen