Lebensrückblick – Teil 3, 3. Jahrzehnt

Mauer mit Sprüngen und Verluste.

20 bis 30….

Meine „Freundin“ die mit mir in der WG wohnte steckte zuerst jedem Jungen der mir gefiel ihre Zunge in den Hals und lies mich dann mit Schulden sitzen. Mein erster und letzter Kontakt mit dem Gerichtsvollzieher!

Der erste Job entwickelte sich gut. Ich war viel unterwegs, reiste viel, machte viele unbezahlte Überstunden und bekam dafür Anerkennung und jedes Jahr eine Gehaltserhöhung. Ich fühlte mich wohl. Ich konnte zeigen dass ich gut bin.

Am Wochenende gab es immer noch Party. Zuerst bei mir in der Wohnung und dann ging es in die Stadt. Weiterlesen

Tief

Ich glaube nicht dass es Menschen gibt, die das ganze Jahr ausschließlich gut drauf sind. Jeder hat hin und wieder ein Tief. Meines ist jedes Jahr um diese Zeit. Diesmal dauerte es nur ein paar Stunden an. Ich habe mir meinen Gedanken von der Seele geschrieben und dann war es auch wieder gut. Früher dauerte dieses Tief den ganzen Winter. Ich habe in den letzten Jahren viel erreicht. Ich gehe positiver durchs Leben und habe mittlerweile gelernt das Leben auch alleine genießen zu können.

Doch gewisse Dinge kann man nicht schön reden. Man kann sie allerdings akzeptieren. Ich kann akzeptieren dass ich keine Kinder bekommen werde. Ich kann akzeptieren dass ich der ewige Single bin. Ich kann akzeptieren dass es keinen Mann gibt der mich liebt – Familienmitglieder natürlich ausgenommen. Doch um Dinge akzeptieren zu können, braucht es Zeit. Es kann mir niemand erklären, dass er schlechte Nachrichten einfach so, mit einem Schulterzucken akzeptieren kann.

Und mittlerweile nehme ich mir diese Zeit auch. Und wenn ich dann mal durchhänge dann ist das halt so. Und nein, die Umarmung eines Verwandten oder Freundes kann nicht alles heilen. Als ich von der gestorbenen Hoffnung schrieb, niemals Mutter zu werden, wurde ich gefragt ob es in meinem Leben keine Familie oder Freunde gibt. Doch natürlich gibt es die. Doch wie sollen die diese Lücke füllen? Weiterlesen

Heimkehr

Als das Libellchen zu Hause ankam, weckte sie ihren Mitbewohner und seine Freundin. Mit ihrer Ankunft hatten sie nicht gerechnet. Na eh sie auch nicht. Sie war wieder zu Hause. Obwohl zu Hause fühlte sie sich hier nicht. Aber sie konnte jetzt eh nichts daran ändern. Sie war wieder da. Und ab sofort würden sie zu dritt auf 50 m² wohnen. Doch das war dem Libellchen momentan ganz egal. Sie stand unter Schock.

Sie hatte sich wieder mal getäuscht. Hatte 1 ½ Jahre ihres Lebens an einen Menschen vergeudet, der eine andere wollte. Hatte eine Beziehung geführt, an der nur sie selbst wirkliches Interesse hatte. Sie saß in ihrer Küche und heulte. Ihre 2 Mitbewohner kümmerten sich um sie. Die neue Freundin ihres besten Freundes kannte sie schon länger, wenn auch nicht wirklich gut. Aber das konnten sie ja jetzt ändern. Sie würde nicht so bald wieder weg gehen.

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Jahrestag

Vor genau einem Jahr hatte die kleine Seele den süßen Typen das erste Mal gesehen. Sie hatte sich sofort in ihn verliebt, und dass obwohl die kleine Seele nie daran geglaubt hatte, dass es „Liebe auf den ersten Blick“ wirklich gibt. Sie hatte sich immer über die Menschen gewundert, die Fernbeziehungen über tausende von Kilometern geführt haben, weil sie meinten ihre Liebe fürs Leben bzw. ihren Seelenverwandten gefunden zu haben. Sie war auch nie ein Fan von Liebesfilmen mit Happy End gewesen. Happy End hatte sie zwar noch immer nicht in  Sicht, doch sie wusste jetzt, wie es war richtig zu lieben.

Sie war glücklich und traurig zugleich. Sie hatte erfahren wie schön es war, bedingungslos geliebt und akzeptiert zu werden, doch leider von dem „Falschen“. Sie war in einem Alter wo die biologische Uhr immer lauter tickte und sie wollte eigentlich ihre eigene kleine Familie gründen. Doch dafür war er nicht der Richtige. Er hatte schon eine Familie. Doch für die kleine Seele und für ihre Freundin das Herz, war er der Einzige.

Was sollte sie bloß tun? Weiterlesen

Weihnachten

Die kleine Seele haßte diese Zeit. Alle waren bei ihren Familien, doch sie war wie jedes Jahr, alleine zu Hause. Alle waren glücklich und verbrachten Zeit mit ihren Liebsten. Die kleine Seele wußte zwar, daß viele Menschen gar nicht so glücklich waren, wie sie nach außen zeigten, aber dieses Wissen machte es für sie nicht leichter.

Sie gönnte zwar allen ihr Glück, doch sie hätte sich doch so sehr gewünscht, auch mal wieder glücklich sein zu dürfen. Sie war nun schon das 8. Jahr zu Weihnachten alleine, und jedes Jahr hoffte sie, daß dies das letzte Weihnachten alleine sein sollte. Doch jedes Jahr wurde sie aufs neue enttäuscht.

Und heuer war es für die kleine Seele echt am schlimmsten. Sie hatte endlich jemanden gefunden, den sie liebte, doch er war natürlich zu Weihnachten bei seiner Frau. Weiterlesen