Party im Keller

Am Samstag gab ich mir ein ganz besonderes Event! Mein Chef spielt in seiner Freizeit als Saxophonist einer Wiener Ska-Band und sie feierten ihr 10jähriges Bestehen und ihr CD-Release. Und wir im Büro waren natürlich alle geladen. Letztendlich war ich die Einzige dort!

Da mir Aretha auch abgesagt hatte, war ich auch ganz alleine dort. Pünktlich bevor die erste Vorband spielte war ich vor Ort und wurde mal in den Keller geschickt. Dort fand ich nicht nur meinen Chef, sondern auch einen typischen Eventkeller. Vollgeschmiert, abgefuckt und gemütlich. Da wurde mir klar dass ich eine Reise in meine eigene Vergangenheit antreten würde…. Weiterlesen

Punkt 32 und 33 und ein wenig Kleinmist

Am Montag fuhr ich als erstes auf die Post um einen Nachsendeauftrag zu fixieren. War auch gar kein Problem, der Schalterbeamte war sehr nett und behandelte mich wie eine alte Freundin. Ich meine damit dass er mich nicht nur duzte, sondern auch mit mir redete, als ob wir uns schon ewig kennen würden. Gut, wahrscheinlich habe ich ihn wirklich schon ein paar Mal gesehen in den letzten 20 Jahren, aber irgendwie war das Gespräch nicht gerade „normal“. Weiterlesen

Klassentreffen

Wow!!!!! Klassentreffen sind ja so eine Sache bei mir. War ich doch in der Schule keine der beliebten Mitschülerinnen. Schüchterner Streber ohne Sozialkontakte trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Von daher riskiere ich es immer mal wieder und gehe zu solchen Treffen und warte was passiert. 2 Treffen gab es schon. 1x Hauptschule, 1x HAK. Beide waren eher unangenehm. Beim ersten Hauptschultreffen – vor 10 Jahren – war ich gerade arbeitslos, kinderlos und unglücklicher Single. Beim HAK-Treffen war ich zwar bereits beruflich erfolgreich aber kinderlos und unglücklicher Single.

Von daher war ich auch ein wenig nervös. Ich versuchte mich zu beruhigen, brezelte mich auf und besann mich auch meine vor kurzem entdeckte Gabe – wenn ich ganz ich selbst bin, wird alles gut. Meine Mutter sagt immer, ich bin dann flappig – abgeleitet von Libellchen. Als ich vor Ort ankam, standen schon ein paar Männer vor der Tür, dass ich erstmal weiter fuhr und mich ein Stück entfernt einparkte. Meine Hände zitterten ein wenig als ich ausstieg. Doch ich stöckelte tapfer auf meinen hohen Schuhen Richtung Eingang. Und ich hatte richtig gesehen, es waren tatsächlich ehemalige Mitschüler von mir. Weiterlesen

Auffallen

Als ich noch relativ jung war, lernte ich so wenig wie möglich aufzufallen. Je unauffälliger ich war, desto weniger wurde ich gehänselt. Ich war lange Zeit das Mäuschen in der Ecke, dass anderen den Vortritt lies. Der Mittelpunkt war nie mein Ziel. Den Platz überlies ich liebend gern anderen. Ich mag es nicht wenn mich Menschen anstarren und etwas von mir erwarten. Referate und mündliche Prüfungen waren immer der Horror für mich, Schweißausbrüche und Magenkrämpfe inklusive.

Irgendwann wurde ich älter und wäre schon gerne mal aufgefallen. Zumindest den Jungs. Doch so einfach war das für mich nicht. Ich hatte zwar eine recht passable Figur, doch die Ausstrahlung eines Mauerblümchens. Bis ich den Alkohol entdeckte. Der lockerte mich auf und lies mich mutig werden. Ich begann aufzufallen, allerdings nie nüchtern. Doch das war egal. Einmal aufgefallen, kannten mich die Menschen und ich wurde auch nüchtern beachtet. Weiterlesen

Flirtige Woche

Wow. Das war mal eine Woche. Jeden Tag hat irgendein Typ mit mir geflirtet! Ganz vorne dabei Thomas und der süße Typ. Allerdings war auch das jährliche Seminar wieder mal eine Offenbarung. Meine neue Ausstrahlung ist der Hammer. Kann man ganz toll beobachten bei einer Gruppe von Männern, die mich mittlerweile auch schon seit 7 Jahren kennt, und mich eigentlich nie weiter beachtet hat. Früher hatte ich mir zu diesen Veranstaltungen etwas zu lesen mitgenommen, weil sowieso niemand mit mir gesprochen hat. Diesmal kam ich mir vor wie eine Blume umringt von Bienen. Kaum entkam ich dem einen, umschwirrte mich schon der nächste.

Ich weiß, ich weiß, es liegt an mir. Wäre ich früher so offen gewesen, hätten sie schon früher mit mir gesprochen. War ich aber nicht. Jetzt bin ich es wieder. Schön langsam habe ich den Dreh wieder raus. Und ich spiele damit. Ich schäkere, ich flirte, ich lache, ich fühle mich wohl! Als Jugendliche konnte ich es ja auch. Jetzt lerne ich es langsam wieder. Weiterlesen

Körpergefühl

Mit jedem Kilo den ich den letzten Monaten abgenommen habe, veränderte sich mein Körpergefühl. Ich fühle mich schön und sexy. Und ich dürfte das auch ausstrahlen. Doch noch wichtiger ist mir persönlich, dass ich nicht mehr automatische das körperlich schwächste Glied einer Kette bin. Geistig war ich immer vorne dabei, doch körperlich war ich immer die letzte. Egal um welchen Sport es ging, ich war immer die schwächste. Selbst Menschen die mehr Kilos auf die Waage brachten als ich selbst, hatten meistens mehr Kondition. Ich musste immer als erstes aufgeben. Und das war sch….

Immer die schwächste zu sein ist ein doofes Gefühl. Ein Gefühl dass ich mittlerweile los bin. Ich habe mittlerweile eine gewisse Kondition. Mit den gut trainierten kann ich natürlich nicht mithalten, aber ich bin zumindest nicht automatisch die schlechteste. Und ich habe mir dadurch auch eine gewisse Achtung bei den Sportlern erworben. Weiterlesen

Schuld

Ich lese ja recht viel und da ich mit meiner Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ – ca. 7000 Seiten – fertig bin, hab ich mal wieder zu einer anderen Art von Buch gegriffen. Es fiel mir bei meiner Stiefmutter in die Hände und darin geht es um Ausstrahlung, Ängste und was wir anziehen. Ich fand es recht gut. Vieles darin wusste ich schon, einiges war mir neu und bei einigen Dingen wurde mir eine andere Sichtweise vor Augen geführt.

In einem Kapitel ging es darum sich von Schuld zu befreien. Als ich jedoch darüber nachdachte, merkte ich dass ich keinerlei Schuld empfinde – für nichts. Was sehr eigenartig ist, da es schon mal anders war. Als Kind fühlte ich mich für das Leid meiner Familie verantwortlich. Ich war Schuld dass meine Mutter ihre Unabhängigkeit abhanden gekommen war. Ich war Schuld dass mein Vater Alimente zahlen musste. Ich war Schuld dass meine Großeltern kein Geld hatten, da sie alles für mich ausgaben. Ich war Schuld dass meine Stiefmutter traurig war, weil sie keine Kinder bekam und ich ihr immer vor Augen führte, dass es nicht an meinem Vater lag.

Doch irgendwann kippte das ganze. Ich weiß es noch als ob es gestern gewesen war. Es war ein Streit mit meiner Mutter. Plötzlich wusste ich, dass es nicht meine Schuld war, dass ihr Leben nicht so gelaufen ist, wie geplant – Ich konnte schließlich nichts dafür dass meine Eltern dass mit der Verhütung nicht hinbekommen hatten. Und seitdem fühlte ich mich nicht mehr schuldig und das änderte sich auch nicht mehr. Natürlich gibt es auch in meinem Leben Dinge die ich rückblickend anders gemacht hätte – doch ich empfinde keine Schuld deswegen. Weiterlesen