Letzte Nacht – Stewart O´Nan

Die Gratis-Buch-Aktion der Stadt Wien bringt mir immer Lesestoff, der mir normalerweise nicht untergekommen wäre. Und dafür bin ich auch sehr dankbar. Hin und wieder über den Buch-Tellerrand blicken ist definitiv eine gute Idee.

Da ich jetzt ja wieder mehr zum Lesen komme, habe ich mich mittlerweile zu dem Buch vom Vorjahr vorgearbeitet.

Auf fast 160 Seiten wird der letzte Tag einer Lobster-Filiale am Parkplatz eines Einkaufszentrums geschildert. Bei Schneesturm. Kurz vor Weihnachten. Aus Sicht eines übergewichtigen Geschäftsführers. Er schildert seinen letzten Arbeitstag. Mit allen Problemchen, Gedanken und der üblichen Routine. Natürlich auch mit ganz viel Wehmut. Weiterlesen

Nicht angemessen

Hm. Ich bin der gemeinsame Nenner, also muss es an mir liegen. Auch wenn ich keine Ahnung habe, warum! Irgendein alter, nicht gelöster, Glaubensgrundsatz offensichtlich. Wahrscheinlich hat es was mit meinem jahrzehntelangen mangelnden Selbstwertgefühl zu tun. Doch genaues weiß ich noch nicht. Doch ich werde der Sache auf den Grund gehen. Weil es reicht mir jetzt nämlich schön langsam!

Da war der Ex, der die ganzen 1 ½ Jahre unserer Beziehung zweigleisig gefahren ist. Dann kam der süße Typ, gegen den ich mich 3 Jahre gewehrt habe, nur um mich dann doch auf drei Jahre Affäre mit einem verheirateten Mann einzulassen. Dann kam mal lange nichts. Dann traf ich auf den Wanderer. Verheiratet, getrennt lebend. Und Alki. Und jetzt lerne ich einen echt hübschen, netten Nachbarn kennen. Der gerne mehr Zeit mit mir verbringen möchte. Spazieren gehen, Kino, Kaffee trinken, alles was ich will! Ich frage mich nur, was seine Frau davon halten würde, wenn ich mit ihrem Mann ins Kino gehe… Ich meine bin ich komisch, wenn ich das als unangemessen ansehe? Weiterlesen

Tratsch

Ich muss gestehen, ich tratsche ganz gerne. Für allem über Menschen ich nicht mag. Ich weiß, kein schöner Charakterzug, ist aber so. Menschen mit denen ich schon mal aneinander geraten bin, über die erfahre ich schon mal gerne neues und erzähle Geschichten auch weiter. Kann man ja auch hier im Blog sehen. Ich erzähle die Geschichten meiner Kollegen weiter, nicht um sie zu verletzen – deshalb auch anonym – sondern um mich über sie auszulassen. Ich mag Tratsch. Und ich stehe auch dazu. Also wenn mich jemand fragen würde ob ich über ihn oder sie rede, ich würde es auch zugeben. Andererseits weiß ich genau wem ich etwas erzählen kann und wem nicht. Und ich tue es auch nicht aus heiterem Himmel, es muss schon auch einen Anlass geben. Und so erfuhr ich die besten Anabel-Geschichten erst jetzt…. Weiterlesen

Spielchen

Ich hasse diese Spielchen zwischen Männern und Frauen. Fairerweise muss ich sagen, sie funktionieren. Willst du, dass sich jemand um dich bemüht? Dann mach dich rar. Blöderweise mache ich mich dann rar, wenn das Interesse schwindet. Ich versuche also kein Spielchen zu spielen, sondern ich will dann wirklich nicht mit der Person reden….

So war es in letzter Zeit beim süßen Typen. Ja den gibt es immer noch. Doch er nervt mich momentan eher, als dass ich mich freue von ihm zu hören. Da ich keine romantischen Gefühle mehr für ihn hege, sehe ich umso mehr seine nervigen Angewohnheiten. So ist das nun mal. Wenn man verliebt ist, kann man nervende Angewohnheiten übersehen. Doch wenn die Liebe nachlässt, bleiben nur mehr die nervigen Angewohnheiten. Weiterlesen

Fürsorgliche Ex-Lover

Es gibt Dinge die finde ich einfach komisch. Und wenn sie sich in meinem Leben auch noch wiederholen, dann finde ich das erst recht komisch.

Nachdem mir der süße Typ das Herz gebrochen hatte, hat er mich über meine Tränen hinweggetröstet.

Als ich am Sonntag bei Wolfgang in Tränen ausgebrochen bin, hat er mich getröstet.

Wo sind die Männer hin, die das Weite suchen, sobald Frau weint. Vor allem nicht die eigene Frau. Die Frau, die Mann eigentlich nicht will. Wieso bleibt er und tröstet? Und wieso geht das trösten mit Körperkontakt einher? Weiterlesen

Vermutungen

So wie der Schelm denkt, so ist er.

Ich mag Thomas. Wir haben oftmals die gleiche Sichtweise bei Dingen. Ich finde ihn auch optisch recht ansehnlich. Er ist zwar nicht ganz mein Typ, aber ich würde ihn auch nicht von der Bettkante stoßen. Doch deshalb trainiere ich nicht mit ihm. Ich trainiere mit ihm, weil er eine entsprechende Ausbildung hat und weil er sich angeboten hat. Wobei, als ich ihn vor 2 Jahren fragte, ob er mein Personal Trainier werden wolle, lehnte er noch ab. Doch vor ein paar Monaten kam er auf Margit und mich zu und bot sich an. Er hatte vom Chef den Auftrag bekommen, die Mädels zu trainieren und er pickte sich diejenigen raus, mit denen er sich am besten verstand. Also Margit und mich.

Ich kann also sehr wohl einen Mann ansehen, feststellen dass er recht ansehnlich ist, kommunizieren dass ich ihn mag, ohne ihn gleich rumkriegen zu wollen. Ich habe sehr viele gute Gründe die Freundschaft mit ihm durch nichts zu gefährden.

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Drehbuch der Liebe – Teil 26

Nach zirka einer Stunde wurden wir Richtung Ausgang gedrängt. Die Premierenparty wartete. Für Camilla und mich stand bereits eine Limousine bereit. Und Camilla, die alte Kupplerin, hatte Dina im Arm und erzählte jedem der es hören wollte, dass sie ihre lieb gewonnene Freundin so sehr vermisst hätte und sie jetzt nicht mehr los lassen wollte. Und so landete auch Dina in der Limousine. Hinter den verdunkelten Scheiben konnten wir uns endlich angemessen begrüßen.

Sobald die Türen geschlossen und die Trennwand zum Fahrer oben war, nahm ich sie in den Arm und küsste sie. Die aufgestaute Leidenschaft der letzten 3 Monate lag in dem Kuss und so vergaß ich sogar Camilla´s Anwesenheit. Ich wollte nur Dina festhalten und nie wieder los lassen. Unsere Zungen fanden augenblicklich zueinander, als wären sie nie getrennt gewesen. Und so genossen wir den ersten Kuss nach 3 Monaten. Dabei spürte ich ihren Körper und roch ihr Haar. Sie war so vertraut und erst als ich sie wieder hatte, merkte ich wie sehr ich sie wirklich vermisst hatte. Die Nähe zwischen uns, die in den vergangen Wochen ein wenig gelitten hatte, war augenblicklich wieder da. Ich fühlte mich angekommen. Gerade in den letzten Tagen hatte ich oft gezweifelt, doch nun war alles wieder in Ordnung. Es hatte sich absolut nichts an meinen Gefühlen für sie geändert. Und so wie sie meinen Kuss erwiderte, liebte sie mich nach wie vor. Als ich das erkannte, fühlte ich mich wie der glücklichste Mann auf Erden. Es fiel mir schwer meine Leidenschaft zu kontrollieren, doch auch wenn ich Camilla echt mochte, als Zuschauerin beim Sex, wollte ich sie dann doch nicht dabei haben. Und so reduzierten wir alle unsere Gefühle auf diesen Kuss. Wir hatten leidenschaftlich begonnen und wurden mit der Zeit immer zärtlicher und liebevoller. Es war als würden wir uns über unsere Gefühle unterhalten. Und auch wenn wir keine Worte benutzten, verstanden wir uns. Weiterlesen