Heimkehr

Als das Libellchen zu Hause ankam, weckte sie ihren Mitbewohner und seine Freundin. Mit ihrer Ankunft hatten sie nicht gerechnet. Na eh sie auch nicht. Sie war wieder zu Hause. Obwohl zu Hause fühlte sie sich hier nicht. Aber sie konnte jetzt eh nichts daran ändern. Sie war wieder da. Und ab sofort würden sie zu dritt auf 50 m² wohnen. Doch das war dem Libellchen momentan ganz egal. Sie stand unter Schock.

Sie hatte sich wieder mal getäuscht. Hatte 1 ½ Jahre ihres Lebens an einen Menschen vergeudet, der eine andere wollte. Hatte eine Beziehung geführt, an der nur sie selbst wirkliches Interesse hatte. Sie saß in ihrer Küche und heulte. Ihre 2 Mitbewohner kümmerten sich um sie. Die neue Freundin ihres besten Freundes kannte sie schon länger, wenn auch nicht wirklich gut. Aber das konnten sie ja jetzt ändern. Sie würde nicht so bald wieder weg gehen.

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Wahrheit

„Das mußt du doch verstehen. Sie ist die große Liebe meines Lebens.“ Das Libellchen war fassungslos. Nein! Das mußte sie wirklich nicht verstehen! Warum war er mit ihr zusammen wenn er die andere schon seit Jahren liebt?

„Ach, weißt du ich wollte eigentlich über sie hinwegkommen. Und da hab ich dich gesehen und du bist so ein liebevoller, netter Mensch, da dachte ich mit deiner Hilfe schaffe ich das!“ „Wenn du über sie hättest hinwegkommen wollen, hättest du aber nicht mir ihr schlafen dürfen!“ Das Libellchen konnte spüren wie die Wut in ihr hoch kochte.

Sie hatte mit ihm die letzten 1 ½ Jahre verbracht und gehofft, dass er der Richtige wäre um eine Familie zu gründen. Und jetzt erfuhr sie, dass sie nie eine Chance gehabt hatte. Sie war wütend weil er ihr etwas vorgemacht hatte. Jetzt wußte sie auch, warum er ihr nie gesagt hatte, dass er sie liebt. Er liebte sie auch nicht. Er liebte eine andere. Aber wieso hatte er die Beziehung zu ihr nicht einfach beendet, wenn er sie doch sowieso nicht wollte?

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Verhör

Es war ein sonniger Samstag Morgen Ende Jänner 2006. Das Libellchen war heute das erste Mal vor ihrem Freund auf. Normalerweise war er der Frühaufsteher, doch heute schlief er wie ein Baby. Doch das Libellchen war putzmunter, also stand sie auf.

Sie kümmerte sich um ihre Morgentoilette, machte sich einen Kaffee und wartete ob er aufwachte. Doch er schlief immer noch. Also beschloß sie ein Spielchen am PC zu machen, sie hoffte daß er munter war sobald der Computer hoch gefahren war. So wie die Zigarette an der Bushaltestelle.

Doch heute funktionierte es nicht. Der PC lief, doch ihr Freund schlief immer noch. Eigentlich wollte sie ja gar nicht spielen. Sie wollte eigentlich einen Ausflug machen. Das Wetter war so schön, das mußte man nutzen. Sie könnte ja erstmal ihre Mail checken. Seit ihrem Fast-Jobverlust und der damit verbundenen Jobsuche, bekam sie immer noch Mails von Firmen die sie kennen lernen wollten. Sie wollte zwar eh nicht wechseln, aber sie fand sie sollte den Firmen zumindest absagen.

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Verdacht

Es war Silvester, das Libellchen feierte mit Freunden in das neue Jahr rein, als ihr Freund anrief um ihr mitzuteilen, dass er früher nach Hause kam. Er wollte wissen ob sie nicht auch früher als ausgemacht zu ihm kommen wollte. Sie verneinte. Sie würde jetzt sicher nicht all ihre Pläne und Verabredungen mit Freunden absagen, nur weil er seine Pläne geändert hatte. Als sie ihn gebraucht hätte, hat er sich zu seinen Eltern verabschiedet. Hatte sie mit ihren Sorgen, ihrem Geburtstag und den Feiertagen alleine gelassen.

Sie würde nicht mehr springen wenn er rief! Wenn ihm fad war alleine zu Hause, war das nicht ihr Problem. Ihn hatte ja auch nicht interessiert, wie sie die letzte Woche ohne ihn verbracht hatte. Sie würde ihre Pläne jetzt durchziehen und nächste Woche wie vereinbart zu ihm fahren.

Als sie sich eine Woche später bei ihm trafen, war das Libellchen immer noch sauer. Ein Freund der nicht für sie da war, wenn sie ihn brauchte, war in ihren Augen kein richtiger Freund. Wenn man dann noch berücksichtigte dass sie fast keinen Sex mehr hatten, hatten sie eher so was wie eine „Schönwetter-WG“ und keine Beziehung.

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Jobverlust

Das Libellchen war gerade bei einer Kurskollegin als der Anruf kam. Sie wollten gemeinsam für die Prüfung am Montag lernen. Und da heute schon Freitag war, wurde es echt schon Zeit. Am Telefon war ihr Chef, der ihr mitteilte, dass ihr befristeter Vertrag nicht verlängert wird, was bedeutete daß sie in 2 Wochen arbeitslos war. Das konnte doch jetzt nicht wirklich deren Ernst sein! Sie machte gerade einen Kurs auf den sie von ihrem Arbeitgeber geschickt worden ist, und jetzt verlor sie ihren Job? Und wo sollte sie jetzt 6 Tage vor Weihnachten eine neue Arbeit hernehmen?

Wenigstens konnte sie sich die Prüfung am Montag und Dienstag sparen. Denn diesen Kurs und diese Prüfung konnte sie nur für diesen Arbeitgeber brauchen. Nirgendwo sonst wurde dieser Kurs anerkannt. Na toll. Das war ja auch der Grund gewesen, warum sie den Beteuerungen ihrer Kollegen geglaubt hatte, dass sie sich nicht um eine Vertragsverlängerung sorgen mußte. Welcher Arbeitgeber schickt seinen Mitarbeiter auf einen Kurs wenn er ihn loswerden will?

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Zufall

Das Libellchen war auf dem Weg nach Hause. Und während sie so durch die Gegend fuhr, dachte sie über den Zufall nach. Es gab so viele Zufälle auf dieser Welt, doch heute hatte sie wieder einen ganz besonderen erlebt. Und dieser Zufall hatte ihre anfänglichen Zweifel bezüglich ihrer Beziehung wieder erweckt.

Sie war von ihrer Arbeit aus auf einem Kurs. Und heute hatte sie sich mit einer Kurskollegin bei einer Zigarette in der Kälte unterhalten. Sie kannten sich schon seit 2 Wochen, doch bisher hatten sie noch nicht wirklich miteinander gesprochen. Doch heute hatte es sich ergeben. Ihre Kurskollegin wußte natürlich auch wo sie arbeitete und sie fragte sie ob sie eine gewisse „Dame“ kennen würde, da diese früher in derselben Firma gearbeitet hatte als das Libellchen.

Das Libellchen kannte diese „Dame“ zwar nicht persönlich, doch sie hatte von ihr gehört. Jeder hatte ihr schon eine Geschichte über die Frau erzählt. Wenn auch nur die Hälfte davon stimmen würde, hatte die nix anbrennen lassen. Weiterlesen

Alltag

Das Leben war so schön! Sie lagen am Strand und genossen die Sonne auf ihrer Haut. Das Libellchen hatte alle Bedenken zur Seite geschoben und sie war rundum glücklich. Es war der Alltag eingekehrt und es war Sommer. Nach der Arbeit trafen sie sich am Flußufer und genossen die Ruhe, das Wasser und die Sonne. Er suchte immer ein ruhiges Plätzchen für sie und das Libellchen kam nach Dienstschluß nach.

Sie fühlte sich gut. So konnte es ruhig bleiben. Das Leben konnte echt schön sein, wenn man sich nicht immer und über alles Sorgen machte. Das Libellchen hatte beschlossen, das Leben einfach mal so anzunehmen wie es kam und das Beste daraus zu machen. Er war ja vielleicht doch der Richtige für sie. Sie konnte sich auf jeden Fall vorstellen mit ihm eine Familie zu gründen.

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