Leader

Kurz gesagt, Glück gehabt!

„Die größte Krise seit dem zweiten Weltkrieg“ – O-Ton irgendwer im Fernsehen.

Stell dir vor die Krise wäre vor einem Jahr gewesen….

Bundesebene!
Es ist vor dem Ibiza-Video. Wir haben noch die alte Regierung. Mit den Blauen im Innen- und Verteidigungsministerium! Welche Szenarien kommen da gerade in euch hoch? Bei mir keine schönen!
Möglichkeit eins – Verleugnung der Gefahr und setzen auf Durchseuchung
Möglichkeit zwei – totale Überwachung jedes Einzelnen
Möglichkeit drei – schwer bewaffnete Polizei und Bundesheer auf den Straßen

Was haben wir heute: Strenge Maßnahmen, demokratisch beschlossen. Eine Regierung die auf Information setzt. Manche sagen die ständigen Pressekonferenzen nerven sie, ich sage Danke! Natürlich machen sie nicht gleich alles richtig. Das kann ich ihnen aber verzeihen, weil ich den Eindruck habe das sie ihr Bestes tun und wenn etwas nicht gleich klappt, wird nachjustiert. Sie beschließen ein Paket, es reicht nicht, dann kommt ein paar Tage später die Erhöhung. Wir haben Minister die sachlich argumentieren können. Die Rede und Antwort stehen und auch mal in den Unterlagen nachschauen müssen, weil sie eben auch nur Menschen sind. Das ist das, was mich positiv für sie einnimmt. Und sie dürften auf Experten hören. Auch das finde ich gut!

Gemeindeebene!
Wir haben noch die alte Gemeindeführung. Unsere liebe, nette Frau Bürgermeister. Die man nur sieht oder hört wenn du zu ihrem Clan gehörst oder Pensionist bist. Sogar in der Gemeinde kam sie maximal zweimal die Woche vorbei – wie ich mittlerweile weiß. Nachdem sie normalerweise nur bei Eröffnungen zugegen ist und Ausgangssperre herrscht, sieht und hört man gar nichts mehr. In der Vergangenheit sind sie vor allem dadurch aufgefallen, dass sie immer extrem spät dran sind. Sie verschlafen immer alles. Bestes Beispiel voriges Jahr Equal Pay Day 2019. Er kam und ging. Zirka zwei Monate später haben die Frauen der Bürgermeisterpartei dazu eine Aktion gemacht. Zwei Monate! Das war ihre normale Reaktionsgeschwindigkeit. Und ist es noch…
Wenn sie also noch immer Bürgermeisterin wäre, hätten wir heute zum Thema Corona wahrscheinlich noch gar nichts gehört…

Was haben wir heute: Einen Bürgermeister der einen Krisenstab einberufen und dies auch kommuniziert hab, noch bevor mein Arbeitgeber mich nach Hause geschickt hat! Ein Bürgermeister der jeden Tag in seinem Büro ist. Der am Tag wo mich mein Arbeitgeber nach Hause geschickt hat, eine Hotline für Alte und Gefährdete ins Leben gerufen und dies kommuniziert hat. Ein Bürgermeister der informiert und beruhigt. Der greifbar ist. Den man anrufen kann. Eine WhatsApp oder Mail schicken kann und die er auch persönlich beantwortet! Ein Bürgermeister der den Laden am Laufen hält, aber trotzdem Sicherheitsmaßnahmen für die eigenen Leute anordnet. Natürlich bin ich in dieser Sache nicht objektiv. Ich habe ja einen direkten Zugang, aber mittlerweile haben sogar schon große Fans der Frau Ex-Bürgermeister, das Info-Management gelobt! Und das heißt wirklich was!

Tafel!
Unsere alte Teamleaderin, eine junge Mutter, die keine Ahnung von Führung hatte und auch keine Lust sich entsprechendes Wissen anzueignen. Die im ganzen Jahr – trotz meiner Auszeit – weniger Dienste gemacht hat als ich. Die nur vor Ort war, wenn es sich nicht anders vermeiden lies. Die nie ein offenes Ohr für uns hatte – weil, keine Zeit, Kind. Die keine Entscheidungen traf, nichts organisierte und sich auch nicht durchsetzte. Die auch für ein zweiseitiges Protokoll, zwei Wochen brauchte um es zu verteilen. Die es ein Jahr lang nicht geschafft hat, einen Leitfaden zu schreiben für Neuzugänge. Die es nicht geschafft hat, alle auf eine Linie zu bekommen – so lief die Tafel je nach Personal jedes Wochenende immer ein wenig anders ab…..

Was haben wir jetzt: Einen gestanden Chef in einem großen privatwirtschaftlichen Unternehmen. Einen engagierten Mann, der ständig vor Ort ist. Der auch, als er noch nicht Leader war, sich um Dinge gekümmert hat. Abläufe optimiert hat, Verhandlungen geführt hat und die Dinge in die Hand genommen hat. Einfach weil er sich das nicht mehr anschauen konnte. Er erbte das Geschäft kurz vor Corona. Er hat Kontakt mit dem Landesverband, hat den Notbetrieb auf die Beine gestellt und optimiert ihn wöchentlich. Er hat Leute wie mich reaktiviert, einfach weil wir ihm helfen wollen. Weil ihn niemand hängen lassen will. Weil er tut und macht und wir ihn alle unterstützen wollen. Weil auch er wie ein Fels hinter uns steht bzw. wenn er anwesend ist, wie ein Bollwerk vor uns, wenn uns die Kunden blöd kommen. Weil er alles gibt und dabei andere motiviert es ihm gleich zu tun.

Brotjob!
Mein alter Chef hat meinen ehemaligen Kollegen, inklusive der Drillingsmutter, erzählt, dass sie trotz Corona und wenig Arbeit, normal in die Arbeit gehen müssen. Auf die Frage der Drillingsmutter wie er sich das genau vorstellt, wenn sie ihre drei Kinder weder in die Schule, noch zu ihrer Mutter geben soll, meinte er nur, dann solle sie halt ihren Urlaub abbauen. Meine ehemaligen Kollegen fragten dauernd mich, wie der Stand der Dinge ist, da sie von ihrem Chef keine Infos bekamen. Nachdem mich mein Chef nach Hause geschickt hat, habe ich noch einen Rundruf gestartet und alle informiert, bevor ich nach Hause gegangen bin.

Was habe ich jetzt: Meine neuen Chefs haben mich erstmal nach Hause geschickt. Wir haben ausgemacht dass ich reinkomme, sobald Arbeit zu machen ist. Ansonsten bin ich im HomeOffice. Was das genau bedeutet, wurde nicht näher ausgeführt. Vorige Woche war ich mit meinem Chef einen Tag drinnen. Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt und sie abgearbeitet. Irgendwann wartet er nur noch auf eine Mail, also schickte er mich nach Hause. Den Rest schaffe er auch alleine. Heute habe ich wieder einen Arbeitseinsatz im Büro und dann schauen wir weiter.

Ganz ehrlich! Auf allen Ebenen kann ich nur sagen „Glück gehabt!“

©libellchen, 2020

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