Gemeinderatssitzung

Am Mittwoch war ich dann schon ein wenig müder. Die Woche hängte sich schon ein wenig rein. Aber zumindest lies die Verspannung im Nacken schön langsam nach.

Was ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß, ist der Fußweg von sieben Minuten zum Bus. Gerade bei Temperaturen um null Grad, ist man danach definitiv munterer als wie man die Wohnung verlässt.

Am Mittwoch startet ich schön langsam den Rundruf bei unseren Lieferanten und begab mich auf Rechnungssuche. Ich war also tagsüber gut ausgelastet und Abends nahm ich das erste Mal – als Zuschauer – bei einer Gemeinderatssitzung teil.

Ich fuhr also rüber – mittlerweile kenne ich mich auf der Gemeinde ja auch schon aus und finde die Räumlichkeiten – und suchte mir ein nettes Plätzchen bei den Zuschauerplätzen. Und was sich mir dann bot war ein echt unwürdiges Schauspiel. Also wenn ich gewusst hätte wie inkompetent die Gemeinderäte wirklich sind, hätte ich mich schon viel früher engagiert.

Der zuständige für den Gemeinderat, kann nicht mal einen Gesetzestext fehlerfrei vorlesen. Ui, Zeile verschaut. Ach, das war jetzt gar nicht der neue Vorschlag, sondern der alte Gesetzestext…… Und das vor Zuschauern! Megapeinlich! Der Finanzreferent hat überhaupt eine Blödsinn geredet! „Dann nimmst den Finanzierungs- und den Ergebnishaushalt zusammen und dann hast dein Budget.“ NEIN!!!! Die nimmt man nicht zusammen. Unter gar keinen Umständen! Das ist dasselbe Geld nur anders dargestellt! Das tat wirklich weh. Als Finanzreferent der Gemeinde muss ich so was wissen, sorry, das geht einfach nicht.

Manche von denen sind seit 30 Jahren im Gemeinderat und sehen keinerlei politische Verantwortung bei sich selber. Immer sind alle anderen Schuld. Auf der anderen Seite wurde bei jeder Abstimmung die Opposition einfach überfahren. Können sie ja auch. Mit ihrem Koalitionspartner, können sie entscheiden was sie wollen und öffentlich kommt dann immer „Ja aber die Oppostion hätte ja was sagen können!“ Nur wenn man das live sieht ist das nicht so. Wenn die Ökonomin von den Grünen was sagt, dann versuchen sie ihr den Mund zu verbieten, was in einem handfesten Streit geendet hat. Überhaupt wird die Opposition sehr herablassend behandelt. Also würde ich mich nicht schon engagieren, hätte ich vielleicht da mein Engagement entdeckt.

Alles in allem war es für mich aber wichtig das mal live zu erleben. Es hat nämlich meine Einstellung zu meinem Engagement einzementiert. So will ich das wirklich nicht mehr. In unserem Team sind so viele kompetente Menschen und dort sitzen Parteigänger die trotz jahrelanger Zugehörigkeit zum Gemeinderat keinen geraden Satz herausbringen! Also wichtig wären zumindest genug Sitze im Gemeinderat, dass sie sich mit der Opposition auseinandersetzen müssen und nicht ihr eigenes Süppchen kochen können. Das Top Ziel wäre natürlich die Gemeinde zu „drehen“. Mal schauen was uns da im Jänner gelingt!

© Libellchen, 2019

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