Überraschung

Am Freitag hatten wir wieder einen Grätzel-Glühwein. Bei mir gleich über die Strasse. Ich war aber nicht wirklich motiviert. So wirklich Lust hatte ich nicht, aber ich schleppte mich trotzdem rüber. Zumindest wusste ich, dass Menschen dort sind die ich mag!

Als ich dort ankam, lief ich mehr oder weniger, ehemaligen See-Nachbarn in die Arme. Sie sind zwei Jahre lang direkt neben mir am See gelegen. Wir haben uns immer gegrüsst und ansonsten ignoriert. Also nicht negativ, sondern war einfach so. Sie waren als Paar mit Kind dort, ich mit Buch und Musik. Wir kannten uns nicht und hatten uns auch nichts zu sagen.

Voriges Jahr sind umgezogen und seitdem liegen sie auch nicht mehr am See bei mir. Den Baum hat jetzt eine andere Familie übernommen. Im Ort habe ich sie aber hin und wieder gesehen.

Ich komme da also hin und sage „Ah, wir kennen uns vom See!“ und er so „Ja, und deinen Vater kenne ich auch!“ Dabei verwendete er den Spitznamen meines Vaters der mich sofort in eine bestimmte Richtung denken lies. Ich hob verwundert die Augenbraue und beschloss ich brauche gleich mal einen Glühwein. Ich begrüßte die Veranstalter und holte mir mal ein wärmendes Getränk. Als ich wieder rauskam, nahm er mich zur Seite. Er sagte mir seinen Vornamen und eröffnete mir dass er ein Arbeitskollege von mir ist. Von meiner Stammdienststelle. Ich fragte nach seinem Nachnamen und ja, den Namen kannte ich! Wir tauschten uns aus und er bat mich ein paar ehemaligen Kollegen liebe Grüße auszurichten, wenn ich wieder im Büro bin.

Natürlich würde ich das machen. Wie klein doch die Welt ist! Wir plauderten sehr nett miteinander und ich fand raus dass seine Frau aus Deutschland kommt, ich hatte sie eher dem Osten zugeordnet. Ihr Dialekt ist auch nicht typisch Deutsch, ich schätze da ist noch eine andere Nationalität drin, ich habe aber nicht nachgefragt.

Danach hab ich noch ein wenig Werbung für uns, bei bis dahin fremden Personen, gemacht. Schön langsam geht das recht leicht von der Hand. Einfach anquatschen und drauf los plaudern. Der Chef der zweiten Bürgerliste war auch da und wir haben uns auch ein wenig näher kennen gelernt und geplaudert.

Und dann kam auch noch der junge Jurist aus dem Nachbarministerium, der noch bei jedem Grätzel-Glühwein war und fragte ob ich Interesse hätte zu Feiern seines Ministeriums zu kommen. Wenn ja, würde er mir Einladungen zukommen lassen. Na, da kann ich doch nicht nein sagen!

Und die Mutter unserer Jüngsten bedankte sich bei mir, dass ich mich so um ihre Tochter kümmere wenn sie nicht da ist. Offenbar hat sie ihrer Mutter nur Gutes von mir erzählt. Wobei mir das nicht schwer fällt. Ich mag die „Kleine“ einfach. Sie ist eine ganz eine Liebe. In Social Media gut bewandert im zwischenmenschlichen Kontakt mit Fremden aber halt noch eher zurückhaltend. Vielleicht erinnert sie mich auch einfach an mich früher. Wobei ich in dem Alter aber noch nicht so engagiert war. Und als mir dann ihre Mutter sagte dass sie froh sei dass wir uns so ihrer Tochter annehmen und so gut zu ihr sind, nachdem sie in der Vergangenheit in der Schule so viel gemobbt worden ist, war mir klar warum ich sie so mag. Offenbar verbindet uns doch einiges….

Alles in allem war es ein recht schöner Abend geworden. Vor allem da ich ja eigentlich gar nicht rausgewollt hatte! Ich war aber auch sehr froh, dass ich nicht weit nach Hause hatte. Es stand ja noch ein ereignisreicher Samstag am Plan!

© Libellchen, 2019

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