Herausforderungen

Im Moment gibt es jede Woche eine neue Herausforderung und mit jeder gelungenen Herausforderung wächst mein Selbstwertgefühl.

Aber fangen wir mal an mit der positivsten Nachricht der Woche. Der Antrag auf Bekanntgabe des Arbeitsplatzes ist nicht nur raus, die Personalabteilung hat auch schon mit der Bearbeitung begonnen. Ich schätze die Bekanntgabe passiert im Laufe der nächsten Woche! Dann kann ich mich bewerben und dann schauen wir ob ich die Einzige bin. Jetzt tut sich endlich mal was. Da kann ich dann für den zeitlichen Ablauf wieder Geduld aufbringen. Das dauert jetzt halt seine Zeit.

Am Freitag gab es dann die Herausforderungen sag ich mal. Wir hatten einen Punsch-Stand von der Bürgerliste. Ziel war es Menschen für unsere Bewegung zu gewinnen. Was natürlich bedeutet, man muss mit fremden Menschen quatschen. Was jetzt nicht unbedingt meine Kernkompetenz ist! Ich bin ja eigentlich nicht der geselligste Mensch….. Aber ich habe mich bemüht. Nichts desto trotz blieben wir anfangs unter uns. Offenbar sind auch die anderen nicht so die „auf die Menschen-Zugeher!“

Irgendwann kam dann ein Pärchen mit einem Kinderwagen ums Eck und trauten sich nicht recht dazuzustellen. Ich winkte sie spontan heran, sagte hallo und schickte ihn Glühwein holen. In der Zwischenzeit plauderte ich mit seiner Frau. Und sie waren der wahrscheinlich jüngste Zuzug im Ort. Seit genau einem Monat da und gleich bei uns gelandet. Oder besser gesagt erstmal bei mir. Zuerst habe ich ein wenig mit ihnen geplaudert. Wo sie herkommen, wo genau sie wohnen, etc. Klassischer Small Talk also.

Irgendwann stand dann unser Chef vor uns und drückte mir die Einladungen für die nächste Woche in die Hand und forderte mich auf sie unter die Menschen zu bringen. Was klar war, da der nächste Punsch-Stand bei uns in der Siedlung ist. Einer von uns machte also Sinn. Warum er gerade auf mich verfiel war mir zwar nicht klar, aber ich habe auch nicht darüber nachgedacht. Ich habe einfach die Runde gedreht. Mit der Einladung in der Hand bin ich auf alle zugegangen. Hab sie eingeladen zu dem Punsch-Stand, hab ihnen erklärt wo genau das ist und weiter zum nächsten Grüppchen.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke kann ich es kaum glauben, wie souverän und selbstverständlich ich das gemacht habe. Ich hatte keine Sekunde Hemmungen oder fühlte mich unwohl. Und während der Verteilaktion sah ich dass die Aussendung der nächsten Woche bereits aufliegt, mit meinen Bildern und einer Kurzvorstellung. Und mir gefiel das sogar! MIR! „Mrs. Ich bleib lieber in der zweiten Reihe“. Gehe auf die Menschen zu, quatsche mit Fremden und kann mir sogar Fotos von mir selber anschauen.

Nach der Runde habe ich dann wieder mit dem Pärchen geplaudert und ihnen auch noch andere Menschen vorgestellt. Sie ging dann irgendwann mit dem Kleinen nach Hause und er blieb noch. Und als wie so plauderten kamen wir drauf dass wir im selben Gebäude arbeiten. Er aber auf der Seite beim anderen Ministerium. Und schon plauderte es sich ein wenig leichter! Wobei es auch vorher nicht anstrengend war, aber es ergaben sich dadurch gleich noch mehr Themenfelder.

Irgendwann machte ich mich dann mit meinem Nachbarn auf den Weg nach Hause. Dort machten wir aber nur einen kurzen Zwischenstop und dann ging es weiter zur Austro-Pop Party bei der Frau unseres Chefs der Bürgerliste. Und dort war auch wirklich schon Party! Ich hatte noch ein paar Einladungen mit und brachte auch gleich noch eine unter die Menschen. Dort war dann aber eher Party angesagt. Natürlich wieder im Team. Irgendwann blickte ich mich um und sah nicht nur viele Nachbarn, sondern auch fünf aktiv kandidierende Gemeinderatskandidaten und sieben Unterstützer. Irgendwie sind wir momentan ständig irgendwo…. Und wir treten am liebsten im Rudel auf.

Am lustigsten fand ich aber als vom politischen Mitbewerber ein derzeitiger Gemeinderat auftauchte. Mitten rein ins Gewühl. Und dann stand er ganz traurig und alleine an der Bar. Ich bekam dann nur mit dass er unserem Chef ein Lob aussprach für die tolle Party, doch der gab es gleich an seine Frau weiter. Ihm gehört zwar der Heurige, aber führen tut ihn seine Frau. Dafür ist er der Politiker, wobei sie sich um vieles im Hintergrund kümmert. Und von ihr kommen auch die Styling-Tipps, bzw. gibt sie immer Feedback bezüglich Haltungen auf Fotos, Videos, etc. Ein echtes Dream-Team die zwei!

© Libellchen, 2019

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