Nein sagen

Es ist zwar wirklich hart für mich, doch ich werde immer besser.

Wenn ich Termine früh genug erfahre, dann kann ich sie einplanen und wenn ich zu viele Termine in einer Woche habe, kann ich auch schon mal nein sagen. Das geht ja noch relativ einfach. Wenn ich schon andere Termine habe, dann tue ich mir leicht abzulehnen. Habe ja eine gute Begründung. Wo ich mir weit schwerer tue ist, nein zu sagen um Energie zu tanken! Obwohl mir mittlerweile klar ist, dass dies notwendig ist!

Wenn es einfach „nur“ darum geht, dass ich meine Energiereserven wieder auflade, dann ist es schwerer für mich nein zu sagen. Ich kann es zwar, aber nur mit einem schlechten Gewissen. Und manch einer kann das schlechte Gewissen dann auch für sich nutzen. Oder probiert es zumindest. Das geht aber maximal einmal gut, danach distanziere ich mich von der Person vorsorglich.

Mir wird nicht fad in meinem Leben. Ich habe echt genug zu tun. Für manche Menschen nehme ich mir trotzdem gerne Zeit. Aber ich muss sie mir nehmen. Menschen die in die Kategorie Energieräuber fallen, haben derzeit keinen Platz in meinem Terminplan. Manch einer bekommt sonst schon hin und wieder einen Termin. Doch dazu brauche ich genug Freizeit. Und die ist derzeit Mangelware.

Beim roten Kreuz habe ich den Fehler gemacht mich von Anfang an voll einzubringen. Dort wird erwartet dass ich wenn nötig einspringe. Bei der Bürgerliste bin ich relativ spät eingestiegen. Da waren die meisten Rollen schon vergeben und ich laufe einfach so mit. Bei Veranstaltungen bin ich dabei und helfe auch beim Aufbau, doch die Sondergeschichten die wirklich viel Zeit kosten, haben andere für sich gepachtet. Und das ist gut so. Dort habe ich auch kein Problem wenn ich auf der Couch bleibe, während andere arbeiten. Da habe ich auch kein schlechtes Gewissen.

Gestern kam ein kurzfristiger Termin rein. Eine Stunde am Nachmittag. Natürlich hätte ich es machen können. Aber ich wollte nicht. Das letzte Wochenende war MEIN Wochenende. Ich war nur einmal unterwegs mit Mama und ganz lieben Freunden. Ansonsten kümmerte ich mich um meinen Haushalt, meine Energiereserven und mein Seelenheil. Nichts was mich forderte. Nichts was mich aufregte. Ich lies es mir gut gehen. Hab viel gelesen und Musik gehört, aber auch genetflixt und seichte Serien im Fernsehen geschaut. Und ich habe extrem viel geschlafen! Es war wirklich herrlich.

Den Termin am Sonntag nahmen andere wahr. Auch bei der Bürgerliste gibt es Menschen die sich gleich viel engagieren wie ich beim roten Kreuz. Doch diesmal gehöre ich zu jenen die sich eher die Rosinen herauspicken. Würde ich alles so angehen, wäre mein Leben um einiges leichter. Ein schlechtes Gewissen macht ja auch keine gute Energie! Im Gegenteil. Das kostet fast gleich viel Kraft als es gleich zu machen…. Weshalb ich ja dann doch immer wieder „umfalle“ und aus einem „nein“ ein „ja“ wird.

Was ich echt ganz schlimm persönlich finde sind Menschen die mich überreden wollen etwas zu tun, was ich nicht will. Vor allem weil es mir sowieso so schwer fällt nein zu sagen. Und wenn ich es dann schon schaffe, dann wäre es mir auch ganz recht, wenn das akzeptiert werden würde. Doch es gibt Menschen die spüren offenbar mein schlechtes Gewissen und nutzen das für sich. Doch von diesen Menschen halte ich mich mittlerweile eher fern. Die können ja nett sein, aber mir kosten sie einfach zu viel Kraft.

© Libellchen, 2019

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