Andere Ansichten

Bei der Bürgerliste komme ich mit vielen Menschen in Kontakt. Und einige davon nehmen das Thema Kirche total ernst. Die zelbrieren jeden Feiertag in der Kirche und zwar weil sie das einfach wirklich so leben. Die tun nicht nur so. Die sind wirklich total katholisch.

Und ich wusste erst mal gar nicht wie ich damit umgehen soll. Bevor mir das mit der Kirche klar wurde, habe ich sie bereits kennen gelernt und halte sie für intelligente Menschen. Tja und dann kam das mit der Kirche raus. Und irgendwie geht das für mich gar nicht so leicht zusammen. Also jetzt für mich persönlich.

In meiner kleinen Wohlfühlblase gibt es keine wirklich katholischen Menschen. In meinem näheren Umfeld gibt es nur Menschen die katholisch erzogen worden sind (oder auch in einem anderen Glauben) und entweder ausgetreten sind oder nicht. Aber auch wenn einige noch Kirchensteuer zahlen, sieht man sie maximal zu Weihnachten in der Kirche. In meinem bisherigen Umfeld gibt es niemand der wirklich regelmäßig die Kirche besucht und daran glaubt.

Und jetzt sind da neue Bekannte. Ich mag sie. Ich verstehe sie. Und dann bekomme ich das mit der Kirche raus und komme erstmal gar nicht damit zurecht. Ich meine, sie können von mir aus gerne machen was sie wollen. Sie können auch gerne jeden Sonntag in die Kirche gehen, ich verstehe nur nicht warum man das wollen sollte…..

Als die Menschen noch nicht so viel wussten, war es leicht die Lehren der Kirche zu glauben. Eine starke Gruppierung zu haben die einem sagt, dass unerklärliches von Gott gegeben ist. Damit man keine Angst hat davor dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht. Gott hat das so eingerichtet und Gott hat seine Gründe. Ein hinterfragen ist nicht notwendig! Einfach nur an Gott glauben und alles ist gut.

Aber heute? Nach allem was die Wissenschaft mittlerweile erklären kann, wozu braucht man dann die Kirche noch? Bitte nicht falsch verstehen, es darf von mir aus gerne jeder seinem Glauben nachhängen. Ich kann es nur rational einfach nicht verstehen. Irgendwie war für mich die Kirche nur für alte Menschen und Menschen die Angst haben. Wenn man Angst hat und hilflos ist, kann ich es verstehen dass man sich eine höhere Macht wendet. Ich habe in der Situation wo ich Ersthelfer für einen ganz lieben Menschen war auch gebetet, ich wäre aber nicht auf die Idee gekommen danach deswegen in die Kirche zu gehen. Für mich ist der Glaube überall. Ich brauche dafür kein Gebäude aus Stein und ein Haufen verstaubter Männer die mir erklären wollen was ich zu denken habe….

Ich habe also weniger Problem damit dass jemand an Gott glaubt, sondern vielmehr damit dass man dafür in die Kirche geht. Das kann ich nicht ganz verstehen, aber vielleicht ergibt sich mal ein Gespräch wo ich das hinterfragen kann. Es würde mich echt wirklich interessieren wie diese Menschen so ticken. Wie gesagt in vielen Dingen verstehen wir uns, in dieser Angelegenheit komme ich aber nicht ganz mit. Wahrscheinlich geht es ihnen mit mir genau so. Bisher haben wir das Thema aber ausgespart. Hatten aber auch immer was anderes zu tun!

© Libellchen, 2019

 

3 Kommentare zu “Andere Ansichten

  1. Ich kenn sowas ähnliches aus dem Network Marketing – da gibt es regelmässige Meetings – nicht nur online – sondern auch offline – und bei letzteren gibt es auch immer eine Art Eintrittspreis – den viele immer und immer wieder bezahlen, um sich als Teil der Gruppe fühlen zu können.
    Sie hören immer wieder die gleichen Vorträge – sehen die gleichen Menschen – und zahlen auch noch dafür – aber sie können sich dadurch als Teil der Gemeinschaft fühlen.
    Ich gehe davon aus, dass es bei der Kirche ähnlich ist – da ist eine Gruppe von Menschen, die sich regelmäßig real trifft – ich denke da auch an die Bibelstunden während meiner 2. Ehe – die waren auch regelmäßig – nicht in der Kirche, aber immer bei einer der Familien, die mit machten – wir saßen zusammen und sprachen über bestimmte Bibelstellen – aber es war eben eine Gemeinschaft.
    Schau mal bei einem meiner letzten Beiträge über Graves – oder auch ältere Beiträge von mir – oder von irgendwen – speziell blau oder auch grün – da geht es immer ums „wir“ – um eine Gemeinschaft – in welcher Form auch immer.
    Ich war damals bei den Bibelstunden eine Aussenseiterin – ich wars dann auch im Network Marketing – weil irgendwann wurde es mir einfach zu blöd, immer und immer wieder das Gleiche zu hören und zu sehen.
    Mein 2. Ex hat mir bei der Scheidung damals auch vorgeworfen, dass ich ja sowieso nicht an Gott glauben würde, weil ich mir mal erlaubt hatte, die Geschichte von Jesus eine Metapher zu nennen – weils einfach rein technisch nicht geht, dass wer innerhalb kürzester Zeit all das macht, was er angeblich tat – und überhaupt – dadurch wurde ich damals quasi ausgestossen aus dieser ihrer Gemeinschaft.
    Ich geh davon aus, sie glauben auch heute noch, dass das alles zu 100 % so stimmt, wie es in der Bibel steht – weils eben genau dort steht.

    • Du hast bei Bibelstunden teilgenommen? Das muss ich erstmal verdauen 😉

      Ich bin bei den Leuten an die ich denke noch nicht so weit vorgedrungen dass ich verstehen könnte was dahinter steckt. Ich bin noch am beobachten und zuhören. Wie bei Tieren im Zoo die exotisch und anders sind 😉

      Ich muss gestehen mich hat es einfach überrascht, weil ich es von den zwei Personen nicht erwartet hatte. Grundsätzlich komme ich ja schon mal gar nicht auf die Idee, weil es die ersten Menschen seit meiner Kindheit sind, die echt ernsthaft regelmäßig zur Kirche gehen. Mir war ehrlich gesagt gar nicht klar dass es so Menschen – unter 80 – überhaupt noch gibt! Waren halt ausserhalb meiner Filterblase.

      • Mein 2.Ex war sogar im Presbyterium – das ist der evangelische Kirchengemeinderat – zusammen mit einigen Tanten und Onkeln – und die sind auch alle regelmässig in die Kirche gegangen – aber war immer nur 1x im Monat in der Marienkirche – sonst sind wir eben fallweise nach Wiener Neustadt gefahren.
        Aber nach meiner quasi ketzerischen Aussage hat dann 2.Ex mich nimma mitnehmen wollen – und da er ja keinen Führerschein hatte, blieb er also auch zu Hause.
        Wobei mich das dann wieder an die Frage seines besten Freundes erinnert – „war dir damals nicht fad?“ Ja – wars – es interessierte mich nicht wirklich, über Bücher zu diskutieren, die vor fast 2 Jahrtausenden geschrieben wurden – und nach denen manche glaubten, auch heutzutage noch leben zu wollen.

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