Nationalfeiertagseinsatz

Ich wohne seit fünf Jahren in meiner neuen Heimat und seit ich hier wohne habe ich immer überlegt ob ich beim Fitmarsch gehen soll. Als Kind war ich immer mit Opi unterwegs an diesem Tag, doch als ich älter wurde, hörte das auf. Vor allem weil dies in größeren Städten nicht so Tradition hat wie am Land.

Ich habe also jahrelang überlegt, war aber nie. Einfach weil ich nicht alleine gehen wollte. Das ist immer doof wenn du in einem Ort lebst wo sich viele kennen. Alleine da mitlaufen, war einfach nicht sexy für mich. Also lies ich es bleiben. Heuer war ich dabei, mit der Bürgerliste. Die meisten nahmen zwar am Lauf teil, doch ein kleines Grüppchen ging beim Marsch mit. Und es war wirklich toll. Wir entdeckten noch eine Gegend wo wir noch nie waren und plauderten gemütlich.

Die Organisation war allerdings richtig mies. Es gab keinen Streckenplan, nichts war angeschrieben und die Erklärung die wir erfragten half uns auch nicht weiter. Für neu Zugezogene sind diese Veranstaltungen einfach nicht gedacht. Auf die neuen Mitglieder des Ortes wird einfach keine Rücksicht genommen. Genau deshalb bin ich ja auch bei der Bürgerliste gelandet. Die besteht aus einem kleinen Grüppchen alt Eingesessener und einer großen Gruppe Zugezogener, die sich halt auch einbringen wollen.

Nach dem Marsch ging ich kurz nach Hause. Dort gönnte ich mir erstmal ein heisses Bad und hing ein wenig auf der Couch ab. Um kurz vor 16 Uhr ging es dann gleich wieder los. Im Schloss war eine Feier und als zukünftige Kandidatin für die nächsten Wahlen, ist es ja wichtig sich unters Volk zu mischen. Gesehen werden ist das Thema des heurigen Jahres. Das anwesende Publikum war aber mal wieder typisch für alle Feiern im Ort. Lauter alt Eingesessene. Durschnittsalter ca. 70 Jahre. Die einzigen „jungen“ Menschen waren wir von der Bürgerliste – Durchschittsalter 45. Noch nicht mal Kinder waren vor Ort. Es war eine echt zähe Geschichte. Der Entertainer war total schlecht und hatte ein paar Probleme mit der Technik. Die Lichtshow war auch kaum wahrnehmbar. Und dann war es auch schon vorbei.

Schließlich brachen wir ab und gingen zum Heurigen zum Teambuilding. Und dort lernte ich dann auch den Ex-Mann der Frau Bürgermeister kennen. Der treibt sich offenbar öfter beim politischen Mitbewerber seiner Ex-Frau rum… Es war auf jeden Fall mal wieder ein lustiger Tag, aber ich war dann trotzdem froh als ich am Abend zu Hause war. Vor allem weil am Sonntag ja noch eine Herausforderung auf mich wartete.

© Libellchen, 2019

 

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