English for runaways

Wenn ich etwas nicht kann, dann sind es Fremdsprachen. Ich vergesse sie schneller als ich sie lerne. Was sicher auch daran liegt, dass ich sie nicht brauche. Aber auch daran, dass mein Gehirn eher auf der Seite der Zahlen zu Hause ist.

Vor kurzem hätte ja mein Kollege fast einen Job bekommen, wo Englisch Voraussetzung ist. Und zwar gutes Englisch. Wenn man in einer Fremdsprache Protokoll führen will, muss man die Sprache schon sehr gut beherrschen. Er hat sich natürlich abgeputzt – wie immer. Jetzt hat den Job ein Kollege geerbt doch, wenn der mal nicht kann, muss unsere Abteilung Ersatz stellen.

Und dann wären wir wieder bei meinem Kollegen bzw. unserem Referatsleiter. Die beide nicht wollen. Mrs. Wichtig und ich wiederum haben es nicht so mit Englisch. Weshalb wir dafür nicht eingesetzt werden können.

Als ich beim Abteilungsleiter den aktuellen Bewerbungsstand abglich, fragte er mich auch wie gut ich Englisch könne. „Gar nicht.“ Gut, das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber ich ahnte schon woher der Wind weht. Da ja mein Kollege – der wirklich perfekt Englisch spricht – nicht will, sollte ich halt Englisch lernen…

Chef: Wollen sie es nicht lernen? Sie könnten einen Kurs machen!

Ich: Nein. Fremdsprachen sind nicht meines. Ich vergesse sie schneller als ich sie lernen kann.

Chef: Hm. Aber bei dem Job mit dem guten Bauchgefühl, könnte es ja auch sein, dass sie Englisch brauche! Wollen sie es nicht doch lernen? Sie können den Kurs ja auch in Modulen absolvieren und müsse nicht auf einen geblockten Kurs gehen.

Ich: Nein. Das ist nicht meines!

Chef: Aber die bieten sogar individuelle Betreuung an. Denke sie doch darüber nach!

Klar doch. Als würde ich mir das bis zum Abend merken….

Es interessiert mich einfach nicht. Und wenn er als Abteilungsleiter es nicht schafft, meinen Kollegen in den Arsch zu treten, dann ist das nicht mein Problem. Ich meine, da hat er jemand der zeitliche Kapazitäten und die geforderte Qualifikation hat und der sagt einfach „Nein“. Und das war es für ihn! Und mich will er jetzt auf Kurs schicken, damit er einen Ersatz bekommt? Wo kommen wir denn da hin? Soll er doch den anderen einteilen. Und das alles zu einem Zeitpunkt wo ich schon aktiv einen Job suche um mich zu verändern. Verdrängung ist doch schon was schönes…..

© Libellchen, 2019

 

 

2 Kommentare zu “English for runaways

  1. Faszinierend – Verdrängung hin oder her – langsam sollte es doch der letzte VollTrottel gecheckt haben, dass es dir ernst ist mit Jobwechsel 😉 Achja, hats der Herr Kollege eigentlich schon erfahren und/oder geschnallt?

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