Job-Tanz

Nachdem ich darüber geschlafen hatte, war ich immer noch der Meinung der Job vom Montag sei die beste Wahl für mich. Doch nun, wie weiter? Beim anderen Job läuft die Bewerbung….

Von meiner Persönlichkeitsstruktur her tanze ich nicht gerne auf mehreren „Kirtagen“. Wenn ich etwas will, dann ziehe ich es auch durch. Hinhalten, ausweichen, rumeiern ist nicht meine Persönlichkeit. Doch was bleibt mir momentan anderes über?

Die laufende Bewerbung absagen ohne Alternative, wäre blöd. Den Job nicht anstreben der mir mehr zusagt, wäre noch blöder. Ein Mittelweg muss also her. Die laufende Bewerbung rauszögern und den anderen zusagen. Und dann abwarten was passiert. Und erfahrungsgemäß kann soooooo vieles passieren! Und so arbeitete ich am Dienstag einen Punkt nach dem anderen ab.

Punkt 1: Mal bei der laufenden Bewerbung anrufen und sagen, dass man über das andere Jobangebot nachdenkt und sich bis Ende der Woche entscheiden wird. Und auch gleich fragen wegen Assessment. Und siehe da. Assessment ist am Donnerstag. Dauer – drei Stunden, außer ich bin schneller. Und je nachdem ob ich dann noch will, gibt es nächste Woche dann erst das offizielle Bewerbungsgespräch. So kenne ich das. Aber niemand sonst hier. In der neuen Dienststelle und auch den Dienststellen rund um mich, ist das nicht üblich. Woraufhin mir schnell mal klar war, warum dies so ist. Schön testen und hoffen, dass der Mitbewerber besser ist, damit ich nicht als Frau gleich geeignet wäre, denn bei gleicher Eignung ist der Frau der Vorzug zu geben. Bin ich aber um einen Punkt schlechter, ist er besser und somit Gewinner. Wie gesagt, war erstmal nur eine Vermutung.

Punkt 2: Bei Referatsleiter melden, dass es ein Assessment gibt und erzählten wie das Gespräch am Montag war.

Punkt 3: Papa anrufen und ein wenig die eigenen Stimmung, mit jemand der das System kennt, abgleichen.

Punkt 4: Bei dem guten Bauchgefühl anrufen und sagen, dass man immer noch will und sie Priorität 1 sind. Da der Chef nicht im Büro war, habe ich mit der Stellvertreterin gesprochen, die sich sehr darüber gefreut hat. Sie würde es ihm ausrichten und sie würden sich melden, damit wir alles gleich auf Schiene bringen können.

Punkt 5: Neuigkeiten dem Abteilungsleiter melden. Einen Teil wusste er bereits und er hat auch – angeblich – gehört, dass mein Mitbewerber, bei seiner Priorität 1 nicht erstgereiht ist. Die Chancen, dass er den Job bekommt sind eher gering, weshalb er wahrscheinlich den anderen bekommen wird. Dazu muss ich aber erst nicht so gut geeignet sein, was wiederum bedeuten würde, dass ich in einem Assessment schlechter abschneiden muss…..Das mit dem Job mit dem guten Bauchgefühl war ihm natürlich noch neu und er war auch gar nicht begeistert….

  • Das ist ein Luftschloss und nur blabla – von dem Mann der mir seit zwei Jahren einen Job verspricht.
  • Die Abteilung stand ja schon kurz vor der Auflösung und wird den nächsten Minister wahrscheinlich nicht überleben – von einem Abteilungsleiter dessen Abteilung wirklich fast aufgelöst worden wäre. Die andere Dienststelle stand auch im zukünftigen Organisationsplan. Und sie gab es auch schon vor 15 Jahren, nur halt unter einem anderen Namen.
  • Wenn der Job nicht der Organisationsplan-Wahrheit entspricht ist das hypergefährlich! – sagt es und verspricht mir zeitgleich drei Jobs die nicht der Organisationsplan-Wahrheit entsprechen!
  • Der neue Job wäre so nahe an der Spitze, den könnte ich mit dem nächsten Minister gleich mal wieder verlieren – ja, aber nur, weil ich dann einen habe. Hier kann ich nix verlieren, weil ich seit zwei Jahren gar keinen bekomme!
  • Usw.

Er ließ kein gutes Haar an dem Job mit dem guten Bauchgefühl. Und vor allem unser Gruppenleiter arbeitet ja eh daran, dass ich versetzt werde! Jup. Tut er schon seit zwei Jahren….

Also so „panisch“ wie mein Abteilungsleiter versucht hat mir den Job auszureden, dürfte er wirklich Angst haben, dass ich schneller weg bin, als er bis drei zählen kann. Was in etwa dem Eindruck entsprechen dürfte, den ich von der Dienststelle hatte.

Mal schauen ob mein Bauchgefühl richtig liegt….

© Libellchen, 2019

 

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