Wie geil war das denn?!

Am Montag hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Und ich war total k.o. Das Wochenende war lang gewesen.

Nach der Airpower am Freitag taten mir am Samstag schon ordentlich die Füße weh. Ich ging trotzdem zum Dienst. Danach war ich noch müder! Am Sonntag hatte ich aber dann Dienst im Ort beim Kinderfest. Dort stand ich auch ein wenig rum und die zwei Tage vorher, hängten sich noch ein wenig mehr rein.

Am Montag dann die hübschen Klamotten aus dem Kasten gefischt und auf in die Arbeit. Dort gab es ein pikantes Frühstück von unserem Chef – wir haben seinen Geburtstag nachgefeiert. Und von dort fuhr ich direkt zum Mittagessen mit meiner Wanderkollegin, die mich ja für den Job empfohlen hatte. Zum Abschluss bekam ich von ihr noch einen Kaffee, in ihrem Büro. Wo normalerweise niemand rein darf. Meinen Ex-Chef hatte sie mal erklärt, er könne sie nicht einfach ohne Termin besuchen. Ich darf das schon…. Anschließend brachte sie mich noch zu meinem Vorstellungsgespräch – damit ich mich nur ja nicht verirre und pünktlich komme. Sogar aufs WC schickte sie mich noch zuvor ;-).

Und dann ging es los. Ich lernte den Chef und seine Stellvertreterin kennen. Welche auch schon fast das ganze Team wären. Einen Kollegen gibt es noch. Der arbeitet aber nur Teilzeit und davon teilweise im Home Office. Mit dem würde ich mir übrigens das Büro teilen, das größer ist als zwei von unseren jetzigen Büros wo wir zu viert sitzen…..Fachlich hätte ich aber nur mit den beiden zu tun, die ich kennen gelernt habe. Und dann ging es los. Er erklärte was zu tun wäre und bis auf eine Kleinigkeit wo ich die Kollegin unterstützen müsste, kenne ich alles schon mehr oder weniger. Großteils habe ich das alles schon gemacht. Nur mein Budget wäre sechs Mal so viel wie gewohnt…..

Also wartete ich die ganze Zeit auf den Knackpunkt und vermutete ihn beim Gehalt. Die Kollegen waren es nicht, die Arbeit war es auch nicht. Das Gehalt war ja für mich ungewiss, da das was er mir am Telefon gesagt hat, nicht stimmen konnte. Bei uns ist es so dass es einen Unterschied zwischen Vertragsbediensteten und Beamten gibt. Beamte bekommen bei jeder Gehaltsstufe mehr Geld, Vertragsbedienstete nur nach jeder zweiten Stufe. A2/3 und A2/4 sind also v2/3. Demzufolge ist A2/5 und A2/6 – v2/4. Am Telefon sagte er mir der Arbeitsplatz sei ein A2/4 also v2/4. Was nicht geht. Die Frage war also welcher Teil der Aussage stimmt. Und es war v2/4. Der Arbeitsplatz ist ein A2/5, was genau das ist was ich suche…..

Wir plauderten also eineinhalb Stunden in lockerer Atmosphäre. Der Chef nahm sich kein Blatt vor den Mund und erklärte mir auch gleich seine Pläne – so ich denn zustimmen würde. Er würde das tun, was alle immer tun, nur nicht wenn ich Job suche. Wenn ich Job suche, werde ich immer zu Gesprächen geschickt und zu Assessments. Ich muss immer warten, hoffen, bangen und mich testen lassen. Tja, dort nicht. Wenn ich sage „okay“ dann geht es los. So schnell und einfach wie möglich. Mit dem Ziel mich schnellstmöglich zu versetzen. Die Mitarbeiterin ist auch schon in Pension, was das ganze noch leichter und schneller macht.

Ich saß also dort und fand echt nichts was dagegen spricht „ja“ zu sagen. Ich würde zwar auf Öffis umsteigen müssen, aber ich kann gar nicht sagen wie wohl ich mich dort gefühlt habe. Die Art der Leute ist so ungewöhnlich für unser Ministerium. Nicht gekünstelt und verwinkelt. Natürlich kann ich nach 15 Jahren zwischen den Zeilen lesen, aber ich fand es echt total erfrischend es nicht tun zu müssen! Und jeder hat mir bestätigt, dass die zwei immer so sind. Sowohl meine Wanderkollegin, Mrs. Wichtig, als auch mein Privattaxi. Nach dem Gespräch war ich noch bei meiner „alten“ Bekannten in der Budgetabteilung. Die mich dann auch noch zurück zu mir ins Büro nahm, als sie nach Hause fuhr. Sie kennt die beiden auch schon seit Jahren und meinte sofort „Poah. Die zwei sind toll. Also das würde dir dort sicher gefallen!“

Natürlich verabschiedete ich mich mit „Ich werde darüber schlafen, aber das erste Gefühl ist schon mal sehr gut. Ich melde mich auf jeden Fall noch diese Woche bei ihnen.“ Ihm war das ganz recht. Er wartet nur auf mein „Go“ dann lässt er den Arbeitsplatz ausschreiben…. Das müsst ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen „Sie warten auf mich!“

Ich bin noch nie aus einem Vorstellungsgespräch rausgegangen mit so einem guten Gefühl! Normalerweise weiß ich immer, wo ich es möglicherweise verhaut habe. Welche Formulierung besser sein hätte müssen. Wo ich etwas anderes hätte sagen müssen. Ich merke in den Gesichtern der anderen normalerweise sofort wenn ein Wort von mir einen Missklang erzeugt. Doch bei dem Gespräch gab es gar nichts! Im Gegenteil. Ich fuhr total euphorisch zurück und wollte am liebsten allen erzählen wie toll es war! Es war nur keiner mehr im Büro, aber na gut. Habe ich halt meine Wanderkollegin angerufen und mich bedankt!

Unglaublich dass ich das noch mal erlebe. Ich gehe frohen Mutes aus einem Vorstellungsgespräch!

© Libellchen, 2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s