Selbst-/Fremdbild

Yeah! Ich habe meinen Kollegen wieder! Nachdem er, nach seinem Sportevent am Wochenende am Montag mal wieder krank war – wie eigentlich eh immer – ist er jetzt wieder im Büro.

Und heute hatte er Redebedarf. Er sollte nämlich eine Arbeit machen, die ihm nicht schmeckt. Und er wehrte sich standhaft. Und davon erzählte er mir. Und dass er nun endlich lernen würde NEIN zu sagen. Und ich schaute ihn an und überlegte ob ich was sagen soll. Und tat es schließlich.

Ich finde das jetzt gerade faszinierend. Du hast das Gefühl gerade erst zu lernen Nein zu sagen und ich lerne ich seit zwei Jahren von dir, wie man Nein sagt…. Du bist der Meinung heute das erste Mal eine Arbeit abgelehnt zu haben, dabei haben Mrs. Wichtig und ich, die letzten zwei Jahren alle Arbeit geerbt, die dir verbeten hast. Schon komisch wie zwei Menschen ein und dieselbe Situation total unterschiedlichen bewerten. Nicht?

Ich bin mir nicht sicher ob er es verstanden hat. Ich bin mir auch nicht sicher ob es ihn überhaupt interessiert was ich denke. Aber es war mir echt ein Bedürfnis. Sein blinder Fleck ist ja offenbar größer als der Kontinent Europa…..

Das tolle an der jetzigen Situation ist ja, diesmal können wir die Arbeit nicht erben. Denn dazu sind wir nicht genug qualifiziert! Unser Englisch ist nämlich definitiv nicht gut genug um ein Protokoll auf Englisch zu führen! Und das weiß er auch. Vielleicht hat er deswegen das Gefühl das erste Mal Nein zu sagen. Weil er weiß, dass die Arbeit dann nicht einfach zu uns weiter wandert. Wenn er Nein sagt, hat der Abteilungsleiter ein echtes Problem. Es ändert aber nichts daran, dass er auch in der Vergangenheit immer wieder Arbeit abgelehnt hat.

Und als er dann noch nachschoß „Es wird wirklich Zeit dass ich auch mal auf mich schaue!“ fragte ich nicht mehr nach, auf was er den bisher leicht seiner Meinung nach bisher geschaut hat…. Bringt echt nix.

Übringens hat er jetzt schon so ziemlich jedem gesagt dass er nur versetzt werden will, damit er danach beruhigt in den Karenz gehen kann. Und weil er so nett ist, hat die Vorzimmerdame, das mittlerweile auch dem Chef gesteckt. Und der dürfte darüber eher nicht so angetan gewesen sein – Überraschung!

Und er baut auch schon auf das nächste „Burn-Out“ vor. Er sei so müde, schlafe so schlecht und sei total mit seinem Leben unzufrieden. Und das erzählt er mir. Als würde mich das interessieren – was ich ihm auch gesagt habe, dass es mich nicht interessiert. Und einen Satz später erzählt er, wieviel Sport er am Wochenende gemacht hat. Wieviele Kilometer, Höhenmeter und Hindernisse er überwunden hat. Wenn es aber darum geht ins Büro zu gehen und sich sein Gehalt zu verdienen, dann ist er plötzlich enorm erschöpft. Und das erzählt er mir auch schon seit zwei Jahren. Vielleicht hätte er sich mal darum kümmern sollen….

Ist es nicht schön dass ich ihn wieder habe? Aber keine Sorge, nicht lange. Am Wochenende steht das nächste Sportevent an. Ab sofort können Wetten angenommen werden ob er am Montag im Büro aufschlägt!

© Libellchen, 2019

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