Körper, Geist und Seele

Bei der letzten Massage kam ich ja an einen der energetisch massiert. 20 Minuten haben wir uns auch nett unterhalten, unter anderem dass wir darauf achten müssen Körper, Geist und Seele im Einklang zu halten.

Nichts neues zwar für mich, aber ich habe dann ein wenig darüber nachgedacht und kam zu der Erkenntnis „Im Moment kümmere ich mich um meinen Körper“. Gut das tue ich schon seit fast vier Jahren. Damals begann ich mit meinem unteren Rücken und dem Training im Fitnessstudio. Wobei nein, ich habe schon früher damit begonnen, wenn auch eher zaghaft und unregelmäßig.

Wann also begann ich damit mich um Körper, Geist und Seele zu kümmern?

Ich kann es nicht genau sagen. Und auch nicht womit ich angefangen habe….

Es war auf jeden Fall noch in meiner alten Wohnung. Ich kann mich noch gut erinnern als ich zu meinem 30er traurig, einsam und leicht depressiv in der dunklen Erdgeschoßwohnung saß und mich selbst bemitleidete. Damals war noch nichts in Ordnung.

Mein Körper war nicht fit, mein Geist war gefangen in einer Negativitätspirale und meine Seele weinte stumm vor sich hin.

Mit meiner Mutter näherte ich mich gerade erst an. Mein Vater war wegen der neuen Liebe weggezogen und hatte mich zurück gelassen – nicht das erste Mal. Meine „Freunde“ gaben mir immer das Gefühl auch ganz gut ohne mich klarzukommen. Im Job hatte ich zu kämpfen. Meine Wohnung machte mich depressiv. Ich verbrachte den 30er mit Buffy Staffel 1 bis zum Einschlafen und einer Flasche schwarzen Wodka mit Red Bull.

Ich denke das war so was wie ein Tiefpunkt. Allerdings nicht der tiefste, was ich damals Gott sei Dank noch nicht wusste!

Irgendwann danach begann ich etwas für Körper, Geist und Seele zu tun. Doch was war der erste Schritt? Der Auslöser? Ich glaube es war ein Gespräch mit meiner Mutter. Irgendetwas habe ich dort mitgenommen. Für Geist und Seele. Etwas was sie sagte hat bei mir etwas zum Klingen gebracht und meinen Kopf, mit etwas Sinnvollem beschäftigt.

Der erste Schritt war ein Mini-Schritt, deshalb kann ich auch nicht so die Hand drauflegen. Es folgten enorm viele Mini-Schritte und später dann auch große. Und es gab auch noch Rückschläge danach. Kaum hatte ich mich ein wenig aufgerafft, begonnen positiv zu denken, kam der nächste Hammer und versuchte mich in die Negativität zurück zu werfen. Zuerst der Ex, dann der süße Typ und dann noch der Letzt-Ex. Kaum lief es einigermaßen gut, kam der nächste Knaller.

Doch mit jeder Enttäuschung stehe ich schneller auf und gehe wieder voran. Die Grundhaltung hat sich in den letzten 11 Jahren sehr geändert. Ich nehme Dinge nicht mehr so persönlich. Glaube nicht mehr daran, dass mich niemand lieben kann, weil mich meine Eltern nicht wollten. Halte mich nicht mehr für weniger wert, nur weil mir meine Großeltern das ständig eingetrichtert hatten. Ich wurde in ein familiäres Umfeld geboren, was mir wenig Liebe und Zuneigung in meiner Kindheit schenkte. Darunter habe ich extrem lang gelitten. Warum kann man mich denn nicht lieben? Kann man ja. Wenn man es kann…. Wenn man es so wie meine Familie nicht kann, dann ist das nicht meine Schuld.

Mittlerweile habe ich mich mit meiner Familie arrangiert. Sie sind, wie sie sind. Hat aber nichts mit dem Wert meiner Person zu tun! Diese Erkenntnis war wohl eine der wichtigsten in meinem Leben.

Beziehungen sind noch mal was anderes. Bei Freunden hat Aretha etwas bewirkt, das bis heute nachhallt und mein komplettes soziales Leben beeinflusst. Zum einen ging sie damals nicht weg. Ich wollte keine Freunde mehr, die mich sowieso nur ausnutzen und fallen lassen wenn ihnen der Sinn danach steht. Das war ihr aber egal. Sie hatte beschlossen ich sei ein netter Mensch und wollte mich als Freundin. Das war der erste Punkt. Der zweite Punkt war sie blieb, bis heute. Unterwegs hatte ich Krach mit einer ihrer besten Freundinnen von Kindheitsbeinen an. Ich sah mich schon wieder alleine auf weiter Flur, doch nein. Besagte Freundin blieb ihre Freundin, ich blieb ihre Freundin und es wurde einfach nicht über die andere gesprochen.

Und dann noch die Männer. Sie kamen, liesen verbrannte Erde zurück und verpissten sich wieder. Drei Fehltritte gönnte ich mir in den letzten 11 Jahren. Und einer war schlimmer als der andere für meine Seele. Der letzte schaffte es sogar dass mein Körper mich aufgrund der Seelenqualen anschrie. Körper, Geist und Seele. Wenn einer leidet, werden auch die anderen beiden in Mitleidenschaft gezogen.

Deshalb kümmere ich mich mittlerweile liebevoll um alle drei. Ich bin gut zu mir. Umgebe mich mit Menschen die meiner Seele gut tun und achte auf meine Gesundheit. Und siehe da. Ich ruhe entspannt in meiner Mitte und schere mich nicht mehr darum was andere von mir halten und erwarten.

Schön dass mich der Masseur da mal wieder daran erinnert hat. Ich weiß es ja aus eigener Erfahrung wie es sich anfühlt, wenn es nicht so ist. Und dorthin gehe ich nicht mehr zurück!

© Libellchen, 2019

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