Provoziere den Schmerz

Am Freitag war es „endlich“ so weit. Nach Wochen des wartens auf Termine und etlichen Begutachtungen, hatte ich am Freitag dann die erste richtige halbe Stunde.

Da ich zum gelben Schalter musste, war ich bereits um 9 Uhr vor Ort, mit all meinen Befunden. Dabei hätten die Befundbriefe gereicht… Die Fotos haben sie eh nicht gescannt. Hätte ich mir auch einiges erspart, hätte ich das gewusst. Egal. Nach dem scannen habe ich die Unterlagen ins Auto gelegt und ging mal frühstücken.

Schön langsam habe ich es echt raus, das beste aus Situationen zu machen. Ich hatte Wartezeit, also gönnte ich mir ein Croissant und einen Kaffee.

Dann ging es endlich zum Therapeuten. Und ich musste ihn gleich mal enttäuschen. Ich bin ja schmerzfrei. Warum? Weil mich mein Orthopäde niedergespritzt hat und ich alles vermeide, was den Schmerz zurückbringt. Eine für mich total selbstverständliche Herangehensweise. Wenn ich weiß, was mir nicht guttut, dann lasse ich das halt….

Leider konnte ich nach 10 Wochen den Schmerz nicht mehr genau beschreiben. Ich konnte ihm meine Einschränkungen sagen, was in den Befunden steht, was die Ärzte gesagt haben, aber ich konnte nicht mehr sagen wo genau es wie geschmerzt hat. Und „natürlich“ hatte ich deswegen gleich mal wieder ein schlechtes Gefühl. Bullshit! Ist ja nicht meine Schuld dass es so lange gedauert hat, bis ich beim Therapeuten gelandet bin. Ich habe alles schnellstmöglich erledigt und doch hat es 10 Wochen gedauert. Aber schneller wäre einfach nicht gegangen. Termine bei Ärzten, Röntgen, Ultraschall, MRT und im Institut dauert halt alles seine Zeit. Mir wäre auch lieber gewesen, wenn wir uns gleich nach der Infiltration getroffen hätten.

Ich schüttelte mein schlechtes Gefühl ab und versuchte es so gut wie möglich zu erklären. Was ihm nicht gut genug war. Er drückte auf meiner Schulter rum – was sehr schmerzhaft war. Dass die Schulter nicht in Ordnung ist, war sehr eindeutig. Es war ihm trotzdem zu wenig. Also bekam ich eine „Hausaufgabe“. „Provozieren sie den Schmerz bis zum nächsten Mal.“ Ich hatte einen offiziellen Auftrag bekommen schwimmen zu gehen. Und für Sonntag war ein sehr sommerlicher Tag angesagt!

Sollte schwimmen nicht reichen, wird meine Wohnung halt auch noch ein wenig geputzt. Die Fenster würden sich freuen!

© Libellchen, 2019

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