Erwischt!

Mein potenziell neuer Job, ist noch immer nicht ausgeschrieben gewesen als ich in Urlaub ging. Ich konnte mich also noch nicht bewerben. Während ich die Jobbörse im Auge behielt, sah ich auch noch andere potenzielle Jobs, aber nichts was wirklich gut passte. Das eine war bei mir im Nebenort, bei gleicher Bezahlung wie jetzt, doch der Inhalt der Arbeitsplatzbeschreibung schreckte mich ab. Das andere war in der Wiener Innenstadt, auch bei gleicher Bezahlung – wo ich aber Mehrkosten aufgrund der Öffi-Kosten hätte. Und auch inhaltlich nicht mein Traumberuf. Beide Ausschreibungen laufen noch bis Mitte August. Ich hätte also auch dort noch Zeit zu überlegen. Mich würde ja die Arbeitsplatzbeschreibung meines potenziellen Jobs interessieren. Ob mich die auch abschrecken wird? Beim Gespräch hatte ich ja nicht das Gefühl es nicht schaffen zu können. Aber vielleicht sind die Ausschreibungen alle so, dass ich mich nicht drüber traue…..

An meinem letzten Arbeitstag, übernahm ich noch die Aufgaben des Vorzimmers und holte die Post und brachte sie unserem Abteilungsleiter. Mit ihm hatte ich immer noch nicht geredet. War ja auch noch nicht notwendig und ehrlich gesagt wollte ich mir vor dem Urlaub darüber auch keine Gedanken machen müssen. Das Thema war „Wie sage ich es ihm am besten….“ Ich hatte mir vorgenommen, mit ihm nach meinem Urlaub/vor seinem Urlaub zu reden. Doch es kam ganz anders.

Der potenziell zukünftige Chef hatte in angesprochen wie ich denn so sei. Ich erklärte ihm dann wahrheitsgemäß dass ich mit ihm gesprochen hätte, bevor ich mich wo anders beworben hätte. Das ich aber noch darüber nachdenke was ich tun soll. Er verstand dass ich weg will von der Dauerdienstzuteilung – zumindest hat er das gesagt. Doch er wollte mich halten und bot mir „Alternativen“ an.

  1. Er versprach mir, dass die Jobrotation jetzt demnächst wirklich stattfinden würde. Die Jobrotation auf die wir alle bereits seit zwei Jahren umsonst warten…. Wie er darauf kommt, dass es jetzt – gerade jetzt – was wird kann ich nicht sagen. Klang für mich wie die Hinhaltetaktik die er schon seit zwei Jahren fährt….
  2. Er bot mir den Job von Kunigunde an. Die könnte ja schon in Pension gehen, bleibt aber bis zum letzten Tag. Als er mir das vorschlug war meine erste Reaktion „Schult sie mich dann ein?“ Mein panischer Blick dürfte Bände gesprochen haben. Ich mag ihren Job nicht – inhaltlich. Ich mag ihren Kollegen nicht. Und ich mag nicht von ihr eingeschult werden! Doch er meinte, ich könnte ja auch auf ihren Arbeitsplatz versetzt werden und trotzdem in meinem Team verbleiben und den Job weitermachen wie bisher – was mich auch nicht motivierte in Jubelschreie auszubrechen. Ich warf dann schon mal ein, dass dies aber auch noch ein wenig dauern würde. Konkret geht sie im Februar 2021 in Pension. Was er als total positiv sah und ich nicht. Wir haben jetzt Juli 2019. Das ist nicht bald für mich!
  3. Ich könne ja auch Projektleiterin werden. Dann hätte ich sogar eine Sechserposten! Er hat offenbar immer noch nicht verstanden dass es für Vertragsbedienstete – im Gegensatz zu Beamten – total egal ist ob sie einen Fünfer oder einen Sechser-Posten haben. Wir bekommen immer dasselbe Gehalt! Wir haben immer erst nach zwei Stufen einen Gehaltssprung. Weshalb ich einen Fünfer will. Denn zwischen Vier und Fünf ist ein Sprung. Sechs bringt nicht mehr Geld, nur mehr Arbeit und Verantwortung. Und nein, ich will in unserem Ministerium keine Projekte leiten. Das ist der pure Frustjob!

Zum Schluss versuchte er mich noch den potenziellen Job „auszureden“. Er listete mir auf, was alles passieren könnte. Als ob ich das nicht wüsste. Ehrlich gesagt fand ich das ein wenig schwach. Andere schlecht machen um selbst besser dazustehen, sollte eigentlich unter seiner Würde sein. Ist es aber offenbar nicht.

Alles in allem, kam da nichts rüber, was mich motivierte zu bleiben. Ich versprach aber dass ich in meinem Urlaub – wo ich über das Thema nachdenken wollte – auch diese Punkte mitberücksichtige. Wir reden dann nach dem Urlaub noch mal. Wo ich es ja sowieso geplant hatte. Ich muss sagen ich war aber gar nicht böse, dass er mich „gestellt“ hat. Ich für meinen Teil denke immer viel zu lange darüber nach was ich wie sage und so überraschend angesprochen rede ich einfach frei von der Leber und spare mir viel Hirnschmalz.

Auf jeden Fall ist die Katze aus dem Sack. Als ich meinem Referatsleiter davon erzählte, erzählte er mir noch dass er einen Termin beim Chef unseres Abteilungsleiters hat, wo er auch über uns beide (Kollege und mich) sprechen will. Er weiß ja schon länger, dass ich so nicht weitermachen will.  Ich meinte dann, er könne ihm ruhig auch sagen dass ich bereits ernsthaft darüber nachdenke zu gehen. Nachdem ja der Abteilungsleiter informiert ist, kann es ruhig auch sein Chef wissen. Mal schauen, vielleicht werde ich ja doch noch versetzt ohne mich nach etwas anderem umzuschauen. Wenn es schnell geht, würde ich auch bleiben. Aber wenn sie mir wieder nur versprechen was irgendwann mal passieren wird, bin ich weg. Das höre ich mir jetzt seit zwei Jahren an. Und ich weiß von mindestens zwei Kollegen die auch von meiner alten Dienststelle kamen. Beide sind nach mir weggegangen und sind schon beide seit einem Jahr versetzt. Es ist also nicht so, als würde es nicht gehen. Es hat sich nur bisher niemand wegen mir darum gekümmert. Und wenn sich das nicht ändert, bekommt ein anderer Chef meine Arbeitskraft. Ist doch gar nicht so schwer. Kümmert euch um mich oder ich bin weg.

© Libellchen, 2019

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