Veränderung

Bei mir hat sich sehr viel in den letzten Jahren geändert. Also innerlich. Meine Einstellung und mein Verhalten.

Ich früher:

„Beichte“ meinem Chef sofort nachdem ich den Beschluss gefasst habe zu gehen, dass es so ist.

Ich heute:

Warte so lange wie möglich um noch möglichst friktionsfrei Urlaub zu bekommen und auch die Verlängerung der Dienstzuteilung die ich brauche bis ich etwas Neues habe.

Früher:

Traue mich nicht in Urlaub gehen, so lange die Arbeitsplatzausschreibung auf die ich warte nicht da ist.

Heute:

Urlaub!!!! Frist läuft eh vier Wochen und ich bin nur eine weg!

Früher:

Melde mich vor dem Urlaub von allen ab, die mich vielleicht suchen könnten, weil sie etwas von mir brauchen könnten.

Heute:

Stelle die Abwesenheitsnotiz in Lotus ein und gehe in Urlaub. Mein Vorgesetzter musste den Urlaub genehmigen und weiß somit, dass ich nicht da bin. Das sollte reichen.

Früher:

Suche für meine Kollegen im Internet die Vorlage raus die sie brauchen.

Heute:

Findest im Internet.

Früher:

Suche für meine Kollegen im Telefonbuch die Nummer raus die sie brauchen.

Heute:

Findest im Telefonbuch

Früher:

Habe schlechtes Gewissen, weil etwas danebengegangen ist im Team, wo ich nicht Leiterin bin, sondern nur Teammitglied.

Heute:

Besinne mich auf meine Rolle und weise die Beschwerdeführerin darauf hin dass ich nicht zuständig bin.

 

Früher habe ich immer gesagt „So will ich nicht werden.“ Jemand der sich nur um seinen Teil kümmert und nicht das Große und Ganze im Auge behält. Doch früher war ich als Teamleiterin auch für das Große und Ganze verantwortlich! Seit ich das nicht mehr bin, sehe ich auch keine Notwendigkeit mehr, mir den Kopf der anderen zu zerbrechen. Haben ja alle selber ein Gehirn, das sie benutzen können. Und soweit ich weiß, nutzt sich das auch gar nicht ab. Im Gegenteil. Je mehr man es benutzt, desto länger bleibt es frisch.

Mittlerweile liebe ich es, mich auf meine Rolle zurückzuziehen. Vielleicht wäre das anders in einem Team wo alle denselben Beitrag leisten, aber so ist das ja bei uns nicht.

Und ich bin es auch leid, mich ständig über andere zu ärgern, die nur versuchen den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Es ist an mir nicht mehr der Weg des geringsten Widerstandes zu sein!

Letztens hat mein Kollege wieder mal etwas gebraucht und zu mir gesagt – und zwar genau so –

„Schick mir das Anmeldeformular für die Seminare, ich mag nicht suchen.“

Tja, leider hatte ich kein Leerformular. Musste er dann doch ins Internet. Wobei ihm auch ein „Bitte“ nicht weitergeholfen hätte. Ich hatte nämlich wirklich keines gespeichert. Aber ohne „Bitte“ hätte es auch kein gespeichertes gegeben……

Ich muss sagen so „ungefällig“ lebt es sich schon weit angenehmer…..

© Libellchen, 2019

2 Kommentare zu “Veränderung

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