Helfer oder Kunde?

Manchmal verzahnt es sich ein wenig…..

Auf einem Seminar lernte ich,dass man leichter Hilfe annehmen kann, wenn man selber anderen hilft. Und hin und wieder kommen mir Beispiele unter, wo sich das bestätigt.

Am Freitag beim Mitarbeiterfest fragte mich eine Kollegin aus einem anderen Team – eigentlich arbeitet sie sogar in zwei Teams mit, wobei sie in einem die Teamleitung hat – ob ich am Samstag im Dienst sein würde. Ich kenne sie bereits von zwei Ausbildungen wo wir die Gruppenarbeit gemeinsam gemacht haben. Sie ist eine ganz eine Liebe, mit einer echt heftigen Krankengeschichte aufgrund eines Gendefekts. Sie hat eine kleine dreistellige Pension, wo sie sich noch was dazu verdient. Dazu hat sie noch vier Kinder. Die zwar schon älter sind, aber alle immer noch in einem Mehr-Generationenhaushalt leben.

Sie wollte also wissen ob ich am Samstag im Dienst sei, denn dann würde sie sich vielleicht zu uns trauen. Sie hat Anspruch darauf bei uns was zu bekommen und hatte auch schon seit langem eine Berechtigungskarte, doch aus Scham hatte sie sich bisher nicht zu uns getraut. Sie ist eine von uns, packt mit an, hilft anderen und das war wahrscheinlich auch der Grund warum sie sich nicht zu uns wagte. Als eine von uns, fiel es ihr wahrscheinlich schwieriger, weil sie viele von uns kennt. Bei mir konnte sie aber ihre Scham überwinden – was mich total freute. Ich riet ihr wann sie zeitmäßig am besten kommen könne und sie kam am Samstag wirklich. Meine Arbeitskollegin nahm sich ihrer an. Danach war es ihr immer noch ein wenig unangenehm, aber der erste Schritt war getan.

Kommendes Wochenende habe ich übrigens Dienst mit unserem Kunden Nummer 1. Er hat die allererste Berechtigungskarte. Ich kenne seinen Status nicht, aber er ist seit 2015 bei uns und arbeitete bereits länger beim Roten Kreuz als ich. Er half bisher im Henry Laden aus und seit kurzem unterstützt er auch unser Team. Auch er ist also in zwei Teams und gleichzeitig Kunde. Ein sehr netter, höflicher junger Mann, der sich einbringt. Ich freue mich schon auf den Dienst mit ihm, da können wir auch gleich noch ein wenig Deutschnachhilfe machen.

Und dann zeigte mir eine Kundin voriges Wochenende ein Posting „So sehen Heldinnen aus“. In ihrer Heimatgemeinde ist sie offenbar Teil eines Teams, wo es um gelebte Nachbarschaftshilfe geht. Und dieses Posting war das Ergebnis von einer Unterstützung einer älteren Dame, die aufgrund eines Sturzes Hilfe brauchte. Mehrmals am Tag wurde sie von sieben Frauen abwechselnd besucht, die ihr halfen.

Und so schließt sich irgendwie der Kreis. Bei uns unterstützen wir sie und ihre beide Jungs und zu Hause unterstützt sie ihre Nachbarin.

In dieser Welt lebe ich echt gerne! Da habe ich mir echt eine tolle „Blase“ zugelegt. Schade dass nicht die ganze Welt so ist…..

© Libellchen, 2019

 

 

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