Mein Name ist nicht „freiwillige Man“

Am Montag habe ich mich aus vollem Herzen selbst gelobt!

Es ist schon sehr lange für mich ein Thema. Ich „springe“ auf Arbeit an. „Ich suche einen Freiwilligen!“ „Da sollte man was machen.“ Diese zwei Sätzen reichten eigentlich immer, dass ich die Arbeit annahm. Irgendjemand muss sie ja machen. Jo eh. Aber nicht immer ich!

Nach über 20 Jahren Berufsjahren lerne ich es schön langsam. Wenn sich immer alle auf mich verlassen, heißt das für mich – mehr Arbeit – für die anderen – keine Arbeit. Und das auch noch, wo ich weniger verdiene als die meisten in meiner Umgebung!

Auf mich ist 100% Verlaß.

Dieser Satz sprang mich bei einer Teamarbeit auf einem Seminar an. Und nicht nur mich. Auch meine Teampartnerin war da mit Feuereifer dabei. Was genau heißt das aber? Dass alle die das mitbekommen, sich auch auf uns verlassen. So lange Menschen wie ich in der Nähe sind, braucht man einfach nur stillhalten. Früher oder später übernehmen wir den Job sowieso!

Doch was genau haben wir davon? Mehr Gehalt? – nein. Bessere Jobs? – nein. Anerkennung? – nur anfangs. Dankbarkeit? – auch nur anfangs. Sobald sich das Umfeld der Tatsache gewahr wird, wird es von uns erwartet und wehe, wenn wir mal nicht können oder wollen. Dann gibt es Vorwürfe! Weil sonst machst du das ja auch immer!

Toll

Ein

Anderer

Machts

Ich war immer die Andere….. Aber ich will nicht mehr. Das habe ich auf dem Seminar vorige Woche beschlossen und diese Woche gleich mal umgesetzt!

Am Montag kam unser Chef zu Bürokollege und mir ins Büro. Wir haben einen neuen Auftrag. Der mich null interessiert und mit einer Thematik von der ich auch null Ahnung habe! Er eröffnete uns dass er am Dienstag – von 12 Uhr bis 15 Uhr – zu einer Einweisung in das Software-Tool fährt und einen Freiwilligen sucht, der ihn begleitet.

Alleine die Formulierung finde ich extrem schwach für einen Vorgesetzten, aber es wurde noch „besser“.

Ich reagierte erstmal nicht. Weil, null Bock. Mein Bürokollege reagierte auch nicht. Klar, der wartete, dass ich mich melde. Da keiner von uns was sagte, schauten beide plötzlich mich an.

Und ich reagierte wie noch nie zuvor in meinem Leben!

„Freiwillig sicher nicht. Das Thema interessiert mich überhaupt nicht. Wenn du sagst ich soll, komme ich mit. Aber wollen tue ich nicht!“

Darauf mein Chef

„Na, ich zwinge sicher niemand dazu!“ und blickte meinen Kollegen an. Dem fehlten die Worte und somit auch die Ausreden. Er hatte echt damit gerechnet, dass ich es schon machen werde….

Die Performance unseres Chefs fand ich enorm schwach. Ich meine was heißt denn zwingen? Wir sind schließlich in der Arbeit, er könnte einfach einen Auftrag erteilen. Aber offenbar tut er sich damit schwer. War mir bisher nicht aufgefallen, da ich ja eh immer alles angenommen habe. Auch schwach formulierte Aufträge. Damit ist jetzt aber Schluss.

Da ich emotional eigentlich mit der Übergangsdienststelle – ohne Ahnung wo ich landen werde – abgeschlossen habe, werde ich nur mehr Aufträge erledigen. Für freiwillige Geschichten stehe ich nicht mehr zur Verfügung.

© Libellchen, 2019

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