Sportler

Am Sonntag war eigentlich klassisches Seetag-Wetter. Ich ging morgens trotzdem nicht rüber. Der See war an diesem Tag nämlich geöffnet und nicht nur für die Einheimischen zugänglich. Und ich habe mich an unseren elitären See schon so gewöhnt, dass ich ihn mir nicht mit irgendwelchen Fremden teilen wollte. Ausserdem war sowieso die Hölle los.

Es war der Tag des 1/10 Mann bei uns im Ort. Sprich ein Zehntel-Iron-Man. Bei 36 Grad. Aber echte Sportler schreckt das ja nicht!

Der Start war bei unserem Steg. Und aus dem Wasser kamen sie bei unserem Strand. Auf unserem Parkplatz war Start-/Ziel und der Räderwechselbereich. Dementsprechend waren auch die Aufbauten den ganzen Tag. Der Start war erst um 15 Uhr.

Startnummern sah ich bis 290, ich gehe also davon aus, das ca. 300 Teilnehmer am Start waren.

Ich ging nach 14 Uhr 30 langsam rüber und konnte hören dass die Stimmung schon angeheizt wurde. Als würde man das bei 36 Grad brauchen….

Und dann bewegten sich die Massen Richtung Steg. Die Athleten und ihr Anhang. Menschenmassen an unserem schönen kleinen See! Ich traf unsere See-Nachbarn und wir plauderten ein wenig. Und dann kamen sie auch schon. Die ersten Männer kraulten um die Kurve. Die Frauen und Staffeln waren zeitversetzt fünf Minuten später gestartet.

Nichts desto trotz war unter den ersten 50 Männern, bereits die erste Frau! Eine beachtliche Leistung muss ich sagen. Und es waren alle Alters- und Gewichtsklassen unterwegs. Sogar den einen oder anderen Bierbauch konnten wir bewundern. Das meiste waren aber total durchtrainierte Superbodies. In engen Schwimmklamotten. Alleine deshalb hat sich der Weg zum Event gelohnt! 😉

Ich wechselte zum Räderwechselbereich und in weiterer Folge vor auf die Hauptstrasse. Nach 10 Minuten kamen die ersten Räder bereits zur Runde zwei vorbei. Der erste war also schon vorbei, bis ich vorne ankam! Dafür sah ich ihn abbiegen als er zum Wechsel zum Laufen abbog.

Zu dem Zeitpunkt war ich bereits durchgeschwitzt. Meine Haare klebten innen an meiner Kappe an – die ich vorsorglich aufgesetzt hatte. Ohne Sonnencreme hätte ich mir wahrscheinlich auch einen Sonnenbrand zugezogen. Und bei meinen Crocs hatte ich Angst dass sie mir gleich zerfliessen in der Hitze. Ich suchte mir einen Schattenplatz und trank mein letztes Wasser. Sollte ich noch eine Runde drehen oder nach Hause gehen?

Ich beschloss mir ein Cola zu holen. Also ging es für mich retour zum Start-/Zielbereich. Ich holte mir ein Cola, schaute dem ersten zu als er in die zweite Laufrunde ging und suchte mir einen Schattenplatz. Ich trank die Flasche Cola fast in einem Zug und merkte dass ich mich in der Hitze nicht mehr „erfangen“ werde. Mir war heiß, ich hatte leichtes Herzrasen und spürte ein gewisse Enge. Und ich habe nur zugeschaut!

Also ging ich langsam nach Hause. Als ich gerade im weggehen war, kam der erste bereits ins Ziel. Nach ca. einer Stunde. 380 Meter schwimmen, 18 km Rad fahren, 4,2 km laufen hatte er da bei 36 Grad bereits hinter sich. Unpackbar. Ich war laut meiner Uhr ca. 2.000 Schritte gegangen, hatte eineinhalb Liter getrunken und war eine Viertelstunde im Schatten gesessen.

Am Rückweg lief das Mittelfeld noch und die letzten fuhren auch noch mit dem Rad.

In Gedanken zog ich vor jedem einzelnen den Hut. Mein Körper war schon fertig von der Hitze und die machten echt Hardcore-Sport.

Zu Hause zog ich meine Klamotten aus, warf alles in die Wäsche – war alles total durchgeschwitzt – und stellte mich unter die Dusche.

Danach noch einen Liter Wasser zugeführt, Ventilator angeworfen und ab auf die Couch. Währenddessen fuhren und liefen sie noch vor meinem Fenster…..

© Libellchen, 2019

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