Verantwortung

Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren, scheue ich es Verantwortung für ein Team zu übernehmen. Für mich selbst und mein Leben, kein Problem. Aber bitte nicht für ein Team. Und am Donnerstag habe ich mal wieder gemerkt, warum das so ist.

Ich nehme Verantwortung ernst. Wenn ich sie habe, lebe ich sie auch!

Unsere Teamleiterin bei der Tafel war jetzt eine Woche in Urlaub. Bevor sie ging, sprach sie mich an ob ich nicht ihre Stellvertretung machen will. Ich wollte nicht. Ich mag es gern mich einzubringen. Kümmere mich auch gerne um die Tagesleitung wenn ich vor Ort bin, aber die Teamleitung möchte ich einfach nicht machen.

Und am Donnerstag bestätigte sich mein Gefühl mal wieder. Eine Fahrerin am Freitag hatte sich offenbar am Fuß verletzt. So weit so schlecht. Sie fragte in unserer Whats App Gruppe nach ob jemand den Dienst übernehmen könnte.

Normalerweise wäre der Fall für mich klar gewesen. Ich arbeite Freitags zu Mittag, von daher – keine Chance. Doch letzten Freitag hatte ich frei. Und ich hatte meinen „Aretha-Tag“ den wir am See geplant hatten. Und obwohl ich etwas vorhatte, begann ich zu überlegen, ob ich es machen sollte! Und während ich darüber nachdachte, wurde mir etwas sehr klar.

Wäre ich die stellvertretende Teamleiterin, hätte ich es als meine Pflicht angesehen einzuspringen! Hätte ich es nicht getan, hätte ich ein schlechtes Gewissen gehabt, gegenüber derjenigen die letztendlich eingesprungen ist und dem ganzen Team gegenüber. Diese Tatsache lag sonnenklar vor meinen Augen. Wenn ich Verantwortung in einem Team übernehme, dann aber richtig. Dann hat dieses Team auch eine gewisse Priorität und andere Dinge müssen zurückstehen. Dann könnte ich nicht einfach gemütlich am See liegen.

So aber, hatten wir einen tollen Seetag! Wir haben gechillt, geplaudert, geplantscht und sogar mit einem netten Unbekannten geplaudert. Und keine Spur von schlechtem Gewissen!

Von daher kann ich in meinem Ehrenamt – für mein Seelenheil – keine leitende Funktion annehmen. Brotjob und Ehrenamt unter einen Hut bringen, könnte sonst einfach stressig werden. Einfach weil ich die Dinge nicht locker sehen und hoffe dass es schon wird. Wenn ich Verantwortung habe, nehme ich die Dinge ernst. Und es muss für mich klar sein, was Vorrang hat. Und dass ist nun mal der Job der auch bezahlt wird und mir mein Leben finanziert. Und für diesen Job brauche ich auch als Ausgleich Zeit wo ich meine Energiereserven auffüllen kann – zum Beispiel am See. Und schlechtes Gewissen kostet mir viel Kraft, daher gilt es solche Situationen zu vermeiden.

Schön dass mir das so klar ist. Jetzt habe ich auch gleich weniger schlechtes Gewissen, wenn ich die Stellvertretung ablehne. Es gibt einige bei uns die sie genauso gut oder besser machen würden und mehr Zeit dafür haben. Ich muss nicht jedes Geschäft annehmen, nur weil ich es könnte! Ich denke diese Erkenntnis macht mir den Rest meines Lebens um einiges leichter……

© Libellchen, 2019

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